Truppenversuch: Microsofts Kampfbrille macht Soldaten schlechter

Die US-Armee hat eine futuristische Allzweckbrille entwickeln lassen und auch getestet . Das Integrated Visual Augmentation System (IVAS) ist eine robuste Version von Microsofts Hololens-2-Headset.
Das Gerät soll die Kommunikation, das Situationsbewusstsein und Treffsicherheit der Soldaten verbessern, doch offenbar ist das Gegenteil der Fall. Bei Tests des IVAS 1.0 im Mai und Juni 2022 zeigte sich, dass das System schwerfällig ist und die Arbeit der Soldaten verschlechterte.
Das Pentagon veröffentlichte dazu im Januar 2023 einen zusammenfassenden Bericht ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ), über den die Webseite Task & Purpose(öffnet im neuen Fenster) berichtet.
Die Infanteriekompanie, die das System testete, war demnach bei der Erfüllung ihrer operativen Aufgaben mit ihrer derzeitigen Ausrüstung erfolgreicher als mit IVAS 1.0. Die Soldaten trafen mit IVAS 1.0 schlechter und bekämpften Ziele auf dem Schießplatz langsamer als mit ihrem derzeitigen Material.
Während diese Leistungsprobleme möglicherweise über eine Lernkurve lösbar sind, zeigt die Bewertung des Pentagons auch, dass die Nutzerakzeptanz von IVAS gering ist. Die Soldaten ziehen ihre derzeitige Ausrüstung ( Nett Warrior(öffnet im neuen Fenster) und PVS-14(öffnet im neuen Fenster) sowie ENVG-B Nachtsichtbrillen(öffnet im neuen Fenster) ) dem IVAS vor.
Wie weit Wunsch und Wirklichkeit derzeit noch auseinanderliegen, zeigt eine ausführliche technische Tabelle zum IVAS(öffnet im neuen Fenster) Daraus stechen einige Werte deutlich hervor: Das Ist-Gewicht des liegt bei 680 Gramm, das Ziel sind 450 Gramm. Das Gesamtsystem, das der Soldat am Körper trägt, wiegt derzeit 1,13 Kilogramm und soll künftig 570 Gramm wiegen. Momentan liegt die Laufzeit bei 2,1 Stunden bei Nutzung aller Funktionen. Das Ziel sind 8 Stunden.
Zu schlecht, um zu kämpfen
Die Soldaten nannten als Gründe für ihre Unzufriedenheit die ungenügende Leistung des IVAS 1.0 bei schlechten Lichtverhältnissen, die Anzeigequalität, die Schwerfälligkeit, die Unzuverlässigkeit und die Virtual Reality Sickness beim Tragen. Letzteres äußert sich in Übelkeit, Müdigkeit und verminderter körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit. Also genau das, was Soldaten im Einsatz nicht gebrauchen können.
Die US-Armee beauftragte Microsoft Mitte Dezember 2022 mit der Entwicklung einer neuen Version. Ob diese dem Übelkeitsproblem Herr wird, bleibt abzuwarten.



