TrumpRX.gov: Trump zwingt Pharmakonzerne mit Onlineshop in die Knie
US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag eine staatliche Medikamenten-Plattform namens trumprx.gov vorgestellt, die Amerikanern deutlich günstigere Arzneimittel anbieten soll. Der Start ist für 2026 geplant. Der Druck auf die Pharmaindustrie zeigt bereits Wirkung: Mehrere Konzerne kündigten massive Preisnachlässe an, wie das Wall Street Journal meldet(öffnet im neuen Fenster) . US-Medikamentenpreise liegen zwei- bis dreimal höher als in Europa.
Mit der Onlineplattform TrumpRX schafft die Regierung einen direkten Vertriebskanal für vergünstigte Medikamente. Unklar sei bislang, ob die Plattform allen Bürgern oder nur Medicaid-Versicherten offensteht, so das WSJ.
Pfizer machte den Anfang: Der Konzern verpflichtete sich, seine US-Preise an die niedrigsten Sätze anderer Industrienationen anzupassen. Über TrumpRX senkt Pfizer ausgewählte Medikamente durchschnittlich um 50 Prozent – bei einzelnen Präparaten bis zu 85 Prozent. Im Gegenzug erhielt das Unternehmen eine dreijährige Befreiung von den ab Mittwoch geltenden Importzöllen und sagte Investitionen von 70 Milliarden Dollar in US-Standorte zu.
Ultimatum treibt Konzerne in Direktvertrieb
Trump hatte ausgewählten Pharmafirmen eine Frist bis Montag gesetzt, Preissenkungskonzepte vorzulegen. Die Strategie wirkt: Mehrere Hersteller kündigten eigene Direktvertriebsplattformen mit drastischen Rabatten an, so das Wall Street Journal.
Astra Zeneca plant eine Plattform für Asthma- und Diabetes-Medikamente mit 50 bis 70 Prozent Preisnachlass. Novartis bietet sein Entzündungspräparat Cosentyx mit 55 Prozent Rabatt an. Bristol-Myers Squibb verspricht 80 Prozent Ermäßigung auf sein Psoriasis-Mittel im Direktvertrieb.
Vorreiter waren Eli Lilly und Novo Nordisk mit ähnlichen Modellen für Abnehmpräparate. Der Branchenverband PHRMA kündigte für Januar 2026 eine gemeinsame Verkaufsplattform an, auf der Patienten gebündelt auf Direktangebote verschiedener Hersteller zugreifen können.
Der Direktvertrieb umgeht Zwischenhändler, die typischerweise etwa die Hälfte der Endpreise kassieren. So können Hersteller Verbraucherpreise senken, ohne Margen zu opfern.
Trumps droht mit 100-Prozent-Zöllen auf Medikamentenimporte von Firmen, die keine neuen US-Werke bauen. EU-Hersteller können unter dem ausgehandelten 15-Prozent-Zollsatz weitermachen. Im August hatte Trump 17 Pharmaunternehmen angeschrieben und Preissenkungen gefordert.
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