Trumpf: Vom Maschinenbauer zum besten IT-Arbeitgeber

Warum geht es IT-Profis in einem Maschinenbaukonzern so gut? CIO Thomas Speck gibt einen Einblick in die umfangreiche Arbeit bei Trumpf.

Ein Interview von veröffentlicht am
Lasertechnik ist ein Kerngeschäft bei Trumpf. Die IT ist dafür essenziell.
Lasertechnik ist ein Kerngeschäft bei Trumpf. Die IT ist dafür essenziell. (Bild: Trumpf)

Im Jahr 1923 hätten sich Christian Trumpf und Partner sicher nicht vorstellen können, wo die Reise für die heute fast 15.000 Mitarbeiter zählende Trumpf-Gruppe hingeht. Das Unternehmen hat sich nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf Nibbelmaschinen zur Blechbearbeitung spezialisiert. Heute ist die Marke Trumpf für Werkzeugmaschinen und Lasertechnik bekannt und macht damit einen großen Teil des Umsatzes von zuletzt mehr als 3,5 Milliarden Euro.

Inhalt:
  1. Trumpf: Vom Maschinenbauer zum besten IT-Arbeitgeber
  2. Mitarbeiter ist Mittelpunkt der Veränderung

Dabei sind es mittlerweile nicht mehr primär Ingenieure, die im Konzern gebraucht werden. Trumpf verfolgt seit einigen Jahren eine eigene IT-Strategie, von der Smart-Factory bis hin zu internen Projekten wie dezentralisierten Cloud-Plattformen. 350 IT-Profis, davon 250 am Stammsitz in Ditzingen, arbeiten für die Gruppe.

Offenbar behandelt das Unternehmen seine IT-Abteilungen gut. Nicht umsonst wurde die Gruppe mit Sitz im baden-württembergischen Ditzingen zum besten IT-Arbeitgeber 2021 gewählt - mit einem Gesamtscore von 8,63 aus 10 Punkten. Das Ergebnis stammt aus einer Umfrage von Golem.de in Kooperation mit Statista. Mehr als 9.000 IT-Experten haben dabei abgestimmt.

"Wir verkaufen seit Langem nicht mehr nur Maschinen, sondern auch Softwarelösungen, um diese Maschinen effizient zu betreiben und in der Praxis die komplette Produktion zu digitalisieren", sagt Thomas Speck, Chief Information Officer (CIO) bei Trumpf, im Interview mit Golem.de. Für solche zusätzlichen Softwareprodukte und deren Betreuung ist die IT im Unternehmen unter anderem verantwortlich.

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"Data Scientists im Unternehmen, die nicht direkt in der IT sitzen, können ihre Lösungen auf den von uns bereitgestellten Plattformen entwickeln", sagt Speck. "Das ist der USP (Unique Selling Proposition) von uns als IT: Plattformen und Infrastruktur betreiben und betreuen." Wie viele IT-Abteilungen in anderen Unternehmen bestellt auch Specks Bereich diverse Hardware, wartet Server, leistet First- und Second-Level-Support und ist für die IT-Security verantwortlich. Zudem müssen Prozesssoftware wie SAP ERP, CRM-Systeme und andere Programme stets verfügbar sein. Sonst läuft die Arbeit bei Trumpf nicht.

"Für uns gibt es zusätzlich einen weiteren Bereich in der IT: Die Entwicklungsabteilung. Dort beschäftigen wir uns mit Data Management, Data Analytics und der Implementierung von Digitallösungen wie Mobile-Apps, Customer-Experience-Plattformen, E-Shops, Big-Data-Plattformen und mehr", sagt Speck. Die vielen Aufgaben erfordern viele Experten, und die sucht Trumpf ständig. "Wir können gar nicht so organisch wachsen, wie wir wollen", sagt der CIO. "Auf dem Markt fehlen Fachkräfte, deshalb müssen wir uns auch Hilfe von externen Partnern suchen, um unsere großen Projektinitiativen umsetzen zu können".

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Große Projekte werden auch mit Risiko durchgeführt

Vor einigen Jahren wurde daher bereits eine Agenda formuliert, um die digitale Transformation des Unternehmens voranzutreiben. "Mich hat von Anfang an der Wille im Unternehmen überzeugt, auch gegen Widerstände in neue Technologien zu investieren. Ist man von einer Idee überzeugt, investiert Trumpf darin - auch wenn man zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht hundertprozentig weiß, ob sich die Idee in Zukunft auszahlen wird."

Als Beispiel nennt Speck die eigene Big-Data-Plattform, die vor drei Jahren eingeführt wurde. "Man wusste anfangs nicht mit Sicherheit, dass sich das am Ende des Tages auch auszahlt", sagt er. Den Willen, in innovative Technologien zu investieren, setzte das Unternehmen offenbar auch während der Pandemiejahre fort. In dieser Zeit blieb Trumpf gut im Plus, verzeichnete aber nicht mehr ganz so starkes Wachstum, was theoretisch als Risikofaktor wahrgenommen werden kann.

Aktuell ist deshalb ein Fokus in der IT, diese initial hohen Investitionen in neue digitale Plattformen nun auch in einen finanziellen Erfolg umzumünzen. "Wir müssen noch mehr geschäftlichen Wert und Vorteile aus den Plattformen schöpfen, die wir in den letzten Jahren für sehr viel Geld eingeführt haben", sagt Speck. Die Migration auf SAP S/4 und die Standardisierung von Geschäftsprozessen dürften dabei nicht vernachlässigt werden. "Dort suchen wir zur Zeit auch mit die meisten Fachkräfte: SAP-Berater mit S/4-Erfahrung, Projektleiter und Architekten."

Zudem befindet sich der Konzern derzeit im Umbau, er will On-Premises-Rechenzentren virtualisieren und in die Cloud migrieren. Ein Fokus liegt dabei klar auf IT-Security. "Gerade angesichts des Ukrainekrieges und der Drohungen durch Russland hat das Thema noch mal an Fahrt aufgenommen", sagt der IT-Chef. "Wir müssen verschiedene Szenarien im Blick haben, um im Notfall reagieren zu können."

Da ist es klar, dass Trumpf viel tut, um geeignete Experten ins Team zu holen und diese auch zu halten. Die Konkurrenz ist nämlich recht groß.

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Mitarbeiter ist Mittelpunkt der Veränderung 
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jg (Golem.de) 19. Apr 2022 / Themenstart

Danke für Deine Erfahrungen! Sicher erleben nicht alle Mitarbeiter eines Unternehmens das...

uschatko 18. Apr 2022 / Themenstart

Ich hatte von dem Laden mal einen Vertrag als externer-ITler vorliegen. Nach dem...

Sybok 16. Apr 2022 / Themenstart

Genau so hatte ich das ebenfalls gemeint.

fabian1986 15. Apr 2022 / Themenstart

Man kann ja ein guten IT Ruf haben, dafür ist TruTops Boost aber mit zuvielen Bugs...

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