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Trump: Starker Kinostart für Melania-Doku

Die Doku über die First Lady der USA legt dort einen starken Kinostart hin – mit einem Publikum, das Hollywood sonst kaum erreicht.
/ Peter Osteried
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Am Startwochenende stark, für Amazon MGM Studios aber dennoch ein Verlustgeschäft. (Bild: Amazon MGM Studios)
Am Startwochenende stark, für Amazon MGM Studios aber dennoch ein Verlustgeschäft. Bild: Amazon MGM Studios

Die Dokumentation Melania über die Ehefrau des US-Präsidenten Donald Trump ist mit einem für das Genre bemerkenswerten Ergebnis in den nordamerikanischen Kinos gestartet, wie das US-Branchenmagazin Variety(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Der Film spielte am Startwochenende in den USA rund 7 Millionen US-Dollar in 1.778 Kinos ein. Das Publikum dominierten Frauen im fortgeschrittenen Alter.

Drei Viertel des Publikums sind Frauen

Die von Amazon MGM Studios produzierte Dokumentation begleitet Melania Trump in den 20 Tagen vor der zweiten Amtseinführung ihres Ehemanns Donald Trump. Nach Erhebungen der Marktforschungsdienste Posttrak und Cinemascore waren 72 Prozent des Publikums weiblich, 83 Prozent älter als 45 Jahre und drei Viertel weiß. Ein derartiges Profil gilt als Ausnahme in einer Branche, die aktuell vor allem von jungen Männern und Franchise-Filmen getragen wird.

Die Publikumsreaktionen fielen positiv aus: Cinemascore vergab die Bestnote A, rund die Hälfte der Befragten nannte das Thema selbst als Hauptgrund für den Kinobesuch. Die Kritik war deutlich zurückhaltender. Auf der Bewertungsplattform Rotten Tomatoes(öffnet im neuen Fenster) erreicht der Film nur eine sehr niedrige Wertung von nur 10 Prozent. Bei der Webseite IMDb(öffnet im neuen Fenster) liegt der Film bei mehr als 22.000 Bewertungen bei 1,3 (von 10 Punkten), während der Publikumsscore bei 99 Prozent liegt – in beiden Fällen dürfte das auf Review-Bombing(öffnet im neuen Fenster) auf die eine oder andere Seite hinweisen.

Regie von einem Hollywood-Paria

Regie führte Brett Ratner, der nach Vorwürfen sexueller Übergriffe 2017 jahrelang keine großen Filmprojekte mehr realisierte. Diskussionen entfacht auch das Budget. Amazon MGM zahlte Berichten zufolge rund 40 Millionen US-Dollar für den Film und die begleitende Streaming-Serie und investiert zusätzlich etwa 35 Millionen US-Dollar in Marketing. Für eine Dokumentation sind das außergewöhnlich hohe Summen. Fürs Kino lohnt sich diese Investition nicht, da Verleiher nur etwa die Hälfte der Ticketeinnahmen erhalten.

Amazon MGM verweist dennoch auf eine langfristige Strategie. Der Kinostart sei lediglich der erste Schritt, bevor Film und Serie später bei Prime Video ein breiteres Publikum erreichen sollen.


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