Trump Mobile: US-Politiker fordern FTC-Prüfung des Trump-Smartphones

Elf Abgeordnete und Senatoren der USA haben sich in einer offiziellen Eingabe an die Federal Trade Commission (FTC) gewandt, meldet The Register(öffnet im neuen Fenster) . Sie fordern die Handelsbehörde auf, das Marketing der Firma Trump Mobile einer genauen Prüfung zu unterziehen. Im Fokus der Kritik steht das im Juni 2025 angekündigte Smartphone T1, das ursprünglich mit dem Label Made in the USA beworben wurde. Die Volksvertreter bezeichnen das Vorgehen des Unternehmens als irreführendes Marketing.
Unter der Federführung der demokratischen Senatorin Elizabeth Warren listen die elf Unterzeichner des Schreibens detailliert auf, welche Versprechen für das T1 gemacht und später gebrochen wurden. Der prominente Hinweis "Made in the USA" wurde zwar kurz nach der Ankündigung des Geräts geändert, dies geschah jedoch erst, nachdem das Unternehmen bereits Reservierungen für 100 US-Dollar verkauft hatte.
Die Politiker führen aus, dass für das Prädikat "Made in USA hohe gesetzliche Anforderungen" gälten. Seit den ersten Ankündigungen hatten Branchenvertreter immer wieder bezweifelt, dass ein nahezu vollständig in den Vereinigten Staaten gefertigtes Smartphone überhaupt machbar sei.
Samsung-Hardware statt US-Fertigung
Neben dem Marketing bemängeln die Abgeordneten massive Verzögerungen bei der Auslieferung. Zuerst sollten die Geräte ab August 2025 bei den Kunden eintreffen. Dieser Termin wurde mehrfach verschoben, zuletzt auf den Januar 2026 . Doch noch immer fehlt von den Handys jede Spur.
Die Volksvertreter erwähnen zudem, dass neueste Bilder des Geräts offensichtlich ein S25 Ultra von Samsung zeigen. Samsung ist ein südkoreanisches Unternehmen, das überwiegend in China fertigen lässt. Dieser Umstand rechtfertige keinesfalls die neue Beschreibung von "brought to life right here in the USA" , die Trump Mobile zwischenzeitlich anstelle von Made in the USA verwendet hatte.
Härtetest für die FTC
Die Eingabe bei der FTC besitzt eine politische Brisanz, die über reinen Verbraucherschutz hinausgeht. So dient das Schreiben wohl vor allem dazu, die Unabhängigkeit der einst mächtigen Behörde zu testen. Die FTC war in der Vergangenheit für große kartellrechtliche Untersuchungen bekannt und gefürchtet.
Die personelle Situation der Kommission ist derzeit jedoch angespannt. US-Präsident Donald Trump hatte im März 2025 auf Basis eines Dekrets das langjährige FTC-Mitglied Rebecca Kelly Slaughter sowie ihren Kollegen Alvaro Bedoya abgesetzt. Beide gehören den Demokraten an. Slaughter zog daraufhin vor den Supreme Court; eine Entscheidung in der Sache wird erst in einigen Monaten erwartet. Aktuell ist die Kommission stark dezimiert: Statt der vorgeschriebenen fünf Kommissare sind derzeit nur zwei im Amt, die beide den Republikanern angehören. Drei Sitze sind unbesetzt.