Trump-Klasse: US-Marine kehrt zur Atomkraft zurück
Der Marinechef der Vereinigten Staaten hat vor dem Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses eingeräumt, dass der Verzicht auf Nuklearantrieb bei Überwasserkampfschiffen nach dem Kalten Krieg einer der gravierendsten Fehler in der Geschichte der US-Marine war. Admiral Daryl Caudle erklärte am 14. Mai 2026: "Wir haben den Nuklearantrieb für Überwasserschiffe aufgegeben – das war einer der größten Fehler, den die Marine je gemacht hat. Jetzt holen wir ihn zurück."
A1B-Reaktor als Antrieb
Die künftigen Schlachtschiffe der Trump-Klasse – intern auch als BBGN bezeichnet – sollen rund 35.000 Tonnen verdrängen, zwischen 256 und 286 Meter lang sein und Geschwindigkeiten von über 30 Knoten (ca. 56 km/h) erreichen. Als Antrieb ist der A1B-Reaktor(öffnet im neuen Fenster) vorgesehen, der bereits in den Flugzeugträgern der Ford-Klasse eingesetzt wird. Die Bewaffnung umfasst hyperschallschnelle und nuklearfähige Raketen in 128 Mk-41-Startzellen(öffnet im neuen Fenster), gerichtete Energiewaffen, eine elektromagnetische Railgun sowie zwei konventionelle 127-mm-Marinegeschütze.
Lehren aus dem Irankrieg
Caudle begründete die Entscheidung(öffnet im neuen Fenster) auch mit konkreten Erfahrungen aus jüngsten Operationen: So hatten iranische Angriffe auf regionale Versorgungsketten die Treibstofflieferungen an konventionell angetriebene Kriegsschiffe gestört. "Stellen Sie sich vor, wie das im Arabischen Golf ausgesehen hätte, wenn ich dort ein nuklear angetriebenes Schlachtschiff gehabt hätte", sagte er. Dasselbe Argument gilt für einen möglichen Konflikt mit China im Pazifik, wo die enormen Distanzen die Logistik zur Achillesferse der Flotte machen.
Kosten von rund 17 Milliarden US-Dollar und knappe Kapazitäten
Die U.S. Navy rechnet damit, das erste Schiff frühestens im Haushaltsjahr 2028 zu bestellen – mit einer Auslieferung nicht vor 2036. Die Kosten für das erste Exemplar werden auf rund 17 Milliarden US-Dollar geschätzt, mehr als die nächsten vier Flugzeugträger der Ford-Klasse zusammen. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Newport News Shipbuilding in Virginia ist derzeit die einzige Werft, die nuklear angetriebene Überwasserschiffe baut – und sie kämpft bereits mit Verzögerungen beim Ford-Programm. Und auch die beiden amerikanischen U-Boot-Werften sind durch die Neubauten der Columbia- und Virginia-Klasse ausgelastet.
Ob das Programm in seiner heutigen Form tatsächlich zur Serienreife gelangt, bleibt offen. Der Zeitplan erstreckt sich weit in die nächste Präsidentschaft hinein – und damit in eine politisch und fiskalisch ungewisse Zukunft.
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