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Kommerzielle Raumfahrt: Trump will Vorschriften für Raketenstarts lockern

Donald Trump verfolgt den America-First-Ansatz – mit einigen Vorteilen für die Raumfahrtindustrie. Für Kritiker ist das ein Kniefall vor mächtigen Konzernen.
/ Patrick Klapetz
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Symbolbild: Trump will es dem Raumfahrtsektor mit Erlassen einfacher machen. (Bild: Pixabay, Pikpng)
Symbolbild: Trump will es dem Raumfahrtsektor mit Erlassen einfacher machen. Bild: Pixabay, Pikpng

Die US-Luftfahrtbehörde FAA (Federal Aviation Administration) soll eigentlich sicherstellen, dass Raketenstarts und Wiedereintritte eines Flugkörpers in die Erdatmosphäre keine Gefahr für die Öffentlichkeit darstellen. Nach einem Erlass des US-Verkehrsministers Sean Duffy sollten die Umweltprüfungen für Startlizenzen der FAA gestrichen oder schneller bearbeitet werden, teilt das Weiße Haus mit(öffnet im neuen Fenster) .

Der amtierende US-Präsident Donald Trump will mit dem am 13. August 2025 unterzeichneten Erlass die Genehmigungsverfahren für kommerzielle Raketenstarts und wohl auch für die Raketenstarts von SpaceX beschleunigen. Das betrifft besonders das Starship – und gilt trotz des Streits zwischen Trump und seinem ehemaligen engsten Berater Elon Musk.

Beschleunigungen in der Raumfahrt

"Ineffiziente Genehmigungsverfahren schrecken von Investitionen und Innovationen ab" , ist zu lesen. Und: "Veraltete, überflüssige oder übermäßig restriktive Regeln" sollen abgeschafft werden. Doch diese Vorschriften, bekannt als Teil 450, wurden von der FAA im Jahr 2020 aufgestellt und traten 2021 in Kraft.

Kritik an den Regeln gibt es schon länger. Die kommt nicht nur von SpaceX, sondern auch von anderen Unternehmen im Bereich der Raumfahrt . Die von Trump unterschriebenen Dokumente enthalten weitere Punkte.

Demnach sollen das US-Militär, das Verkehrsministerium (Department of Transportation, DOT) und die US-Raumfahrtbehörde Nasa doppelte Überprüfungen für die Entwicklung von Weltraumbahnhöfen eliminieren. Startplätze in Bundesbesitz wie Cape Canaveral (Florida), Vandenberg Space Force Base (Kalifornien) und Wallops Island (Virginia) sollen davon profitieren.

Beendigung der Biden-Verordnungen

Zudem sollen wettbewerbsverzerrende Praktiken von Unternehmen in Sektoren wie der Luftfahrt, Pharmaindustrie und Landwirtschaft aufgehoben werden. Damit stellt sich Trump gegen den Erlass seines Vorgängers Joe Biden aus dem Jahr 2021.

Bidens Initiative sollte Verbraucher vor überhöhten Gebühren schützen, die bei großen Fusionen und Fluggesellschaften anfallen. Laut dem US-Justizministerium entsprechen Trumps aktuelle Maßnahmen auch der Wettbewerbspolitik des America-First-Ansatzes.

Neue politische Ämter

In der von Trump unterzeichneten Durchführungsverordnung schrieben Beamte des Weißen Hauses, dass Duffy sich mit dem Vorsitzenden des Rates für Umweltqualität beraten soll. Es sollen "alle geltenden Rechte bei der Beseitigung von Vorschriften" befolgt werden. Die Anordnung soll auch eine Klausel enthalten, die Duffy anweist, eine Reihe von Sicherheitsvorschriften für Raketenstarts neu zu bewerten, zu ändern oder aufzuheben, die während der ersten Trump-Regierung erlassen wurden. 

Die Trump-Regierung plant zudem, den Leiter des FAA-Büros für kommerziellen Raumtransport in ein politisches Amt zu berufen. Das Büro ist für die Lizenzierung kommerzieller Starts und Wiedereintritte zuständig und wurde bisher von einem Berufsbeamten geleitet.

Duffy soll zudem einen Berater für die Deregulierung der kommerziellen Raumfahrtindustrie ins Verteidigungsministerium berufen. Das Office of Space Commerce soll innerhalb des Department of Commerce andere, "wichtigere" Aufgaben erhalten.

Fort- oder Rückschritt?

"Es ist die Politik der Vereinigten Staaten, die amerikanische Größe im Weltraum zu stärken, indem sie einen wettbewerbsfähigen Markt für Weltraumstarts ermöglicht und die Anzahl kommerzieller Weltraumstarts und neuartiger Weltraumaktivitäten bis 2030 deutlich erhöht" , heißt es in der Verordnung. 

Das Ganze geht mit einigen Problemen einher. "Diese rücksichtslose Anordnung gefährdet Menschen und Wildtiere durch private Unternehmen, die riesige Raketen starten, welche oft explodieren und die Umgebung verwüsten" , teilte Jared Margolis mit, ein leitender Anwalt des Center for Biological Diversity(öffnet im neuen Fenster) .

"Ein Kniefall vor mächtigen Konzernen, der es Bundesbehörden erlaubt, grundlegende Umweltgesetze zu ignorieren, ist unglaublich gefährlich und bringt uns alle in Gefahr" , so der Anwalt. "Dies ist eindeutig nicht im öffentlichen Interesse."


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