Abo
  • Services:

Trueaudio: AMDs neue Radeons bringen den Hardware-Raumklang zurück

AMD und Genaudio lassen mit Trueaudio den Prozessor für Digital Signal Processing wieder aufleben. Dieser ist Teil der neuen Volcanic-Islands-Grafikkarten und soll unter Windows 8 eine dreidimensionale Klangumgebung für Stereo-Ausgabegeräte bieten, so wie einst EAX.

Artikel veröffentlicht am ,
Trueaudio simuliert Raumklang für Stereolautsprecher.
Trueaudio simuliert Raumklang für Stereolautsprecher. (Bild: AMD)

Auf dem GPU14 Techday haben AMD und Genaudio mit Trueaudio einen neuen Anlauf für dreidimensionalen Klang in Echtzeit gestartet. Die Technik bedient sich einer Hardwareeinheit für Digital Signal Processing (DSP) und ist exklusiv auf bestimmten Radeon-GCN-Grafikkarten der Volcanic-Islands-Serie verfügbar. Die nötige Softwareunterstützung bieten laut AMD die kommenden PC-Spiele Lichdom, Murdered, Star Citizen und Thief.

Stellenmarkt
  1. TRUMPF Werkzeugmaschinen GmbH + Co. KG, Ditzingen
  2. Design Offices GmbH, Nürnberg

Die nachfolgende Audiodemo von Genaudio stammt zwar aus dem Jahr 2011, der Raumklang wie beispielsweise die raschelnde Zeitung ab Minute 3:26 klingen jedoch auch heute noch überzeugend.

Neu ist AMDs Ansatz nicht: Schon vor einigen Jahren gehörten beispielsweise die Audigy- und X-Fi-Soundkarten von Creative zum guten Ton unter Spielern. Eine solche Hardwarelösung für DSP ermöglicht durch ihre dedizierte Rechenleistung deutlich mehr Stimmen und vor allem akustische Effekte wie Reverbs, also einen Nachhall. Dieser wird abhängig von der Umgebung in Echtzeit dargestellt, so dämpfen bestimmte Materialien den Klang, reflektieren und verändern oder absorbieren ihn - der Ton kommt nur teilweise wieder an das Ohr zurück, was eine Orientierung im Raum ermöglicht. Creative bezeichnete diese DSPs als Environmental Audio Extensions (EAX), populäre Spiele mit dieser Technik sind unter anderem Battlefield 2, Doom 3, FEAR, Morrowind und Thief Deadly Shadows.

Windows 8 plus Radeon R9/R7: Raumklang für Stereo-Ausgabegeräte

Bis einschließlich Windows XP waren Creatives EAX oder das ähnliche Aureal 3D kein Problem, bei Vista und bei Windows 7 aber hat Microsoft die Unterstützung für Hardwaresound gestrichen, wenngleich es über OpenAL möglich ist, die meisten Funktionen zu nutzen. Mit Windows 8 kehrte die Option zurück, einen speziellen Chip nur am Klang rechnen zu lassen, statt der CPU diese Arbeit aufzubürden - einfachere Effekte kosten zwar wenig Leistung, aufwendige Klangmodulationen für Surround-Systeme hingegen sind sehr rechenintensiv, da für pro Reverb (also den Nachhall pro Soundquelle) unter anderem mehrere Fast-Fourier-Transformationen nötig sein können.

AMDs kommende Radeon-Modelle R9 290X, R9 290 und R7 260X bieten hierfür einen Hardware-DSP, der in Zusammenarbeit mit Genaudio entwickelt und auf den Namen Trueaudio getauft wurde. Angesichts der Leistung heutiger CPUs mutet das zwar etwas kurios an, allerdings bietet die Xbox One einen dedizierten DSP-Chip, der möglicherweise ähnliche Funktionen wie Trueaudio bereitstellt. Die acht Jaguar-Kerne wären vermutlich zu schwach oder aber die Leistung würde an anderen Stellen fehlen. Bei der Playstation 4 ist noch unklar, wie genau der Ton berechnet wird.

  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
  • Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)
Trueaudio auf dem GPU14 Techday (Bild: AMD)

Trueaudio nutzt die Astoundsound-Technik von Genaudio, die dreidimensionale Klangumgebungen auf Surround- wie Stereolautsprechern oder -kopfhörern simuliert, die Ausgabe erfolgt über die integrierte Soundlösung des Computers (beispielsweise einen Realtek-Chip). Um Trueaudio in Spielen nutzen zu können, stehen den Entwicklern Plugins für Firelight Technologies' FMOD und Audiokinetics' Wwise zur Verfügung, beide sind häufig genutzte Sound-Middlewares.

Ohne entsprechende Spieleunterstützung und die passende Radeon-Grafikkarte funktioniert Trueaudio also nicht, was die Zielgruppe sehr einschränkt. Entwickler, die nicht Teil von AMDs "Gaming Evolved"-Programm sind, dürften daher nicht auf Trueaudio setzen. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass der Hardware-DSP der Xbox One die Verbreitung der neuen Technik vorantreibt, sofern er mit Trueaudio kompatibel ist.

An dieser Stelle sei noch erwähnt, dass Astoundsound so gesehen nicht neu ist, auch Creatives Soundkarten können per CMSS3D (Creative Multi Speaker Surround 3D) aus Stereoton einen Raumklang generieren. Da Ähnliches jedoch seit Jahren nicht mehr in Spielen eingesetzt wurde und die Lichdom-Audiodemo ziemlich überzeugend klang, könnte AMD mit Trueaudio unserer Einschätzung nach Bewegung in den Markt bringen - ebenso wie mit dem Mantle-API.

Sauberer Raumklang in Kombination mit guten Lautsprechern oder Kopfhörern steigert die Immersion drastisch, was jedoch oft unterschätzt wird. Gerade Schleichspiele wie Thief profitieren hier enorm, daher verwundert es nicht, dass Eidos Montreal beim neuen Thief wieder auf Hardware-DSP setzt.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-58%) 12,49€
  2. 26,99€

fuzzy 29. Sep 2013

Ja, jeder kann machen was er will. Das ist genau das Gegenteil von einem Standard...

HubertHans 29. Sep 2013

Was hat die Soundkarte denn bitte mit dem AVR zu tun? Wenn ich ne uralte Soundkarte habe...

nolonar 28. Sep 2013

Seit wann spiegelt Sarkasmus die Realität wieder? Gemäss http://store.steampowered.com...

Rulf 27. Sep 2013

ms hat sich damit nur der mächtigen us-medien-lobby gebeugt bzw deren gigantischem...

Hotohori 27. Sep 2013

3D Vision ist Schrott, da wird 3D eine Stufe zu spät generiert, weshalb es immer wieder...


Folgen Sie uns
       


Omotenashi Informationssystem angesehen (MWC 2018)

Omotenashi ist ein Konzept des japanischen Herstellers NTT, das Objekte erkennen und Informationen dazu auf einem transparenten Display anzeigen soll. Wir haben uns einen ersten Prototypen auf dem MWC 2018 angeschaut.

Omotenashi Informationssystem angesehen (MWC 2018) Video aufrufen
Datenschutz: Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach
Datenschutz
Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach

Verbraucher verstehen die Texte oft nicht wirklich, in denen Unternehmen erklären, wie ihre Daten verarbeitet werden. Datenschutzexperten und -forscher suchen daher nach praktikablen Lösungen.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Denial of Service Facebook löscht Cybercrime-Gruppen mit 300.000 Mitgliedern
  2. Vor Anhörungen Zuckerberg nimmt alle Schuld auf sich
  3. Facebook Verschärfte Regeln für Politwerbung und beliebte Seiten

Oracle vs. Google: Dieses Urteil darf nicht bleiben
Oracle vs. Google
Dieses Urteil darf nicht bleiben

Im Fall Oracle gegen Google fällt ein eigentlich nicht zuständiges Gericht ein für die IT-Industrie eventuell katastrophales Urteil. Denn es kann zu Urhebertrollen, Innovationsblockaden und noch mehr Milliardenklagen führen. Einzige Auswege: der Supreme Court oder Open Source.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

  1. Oracle gegen Google Java-Nutzung in Android kein Fair Use

Facebook-Anhörung: Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle
Facebook-Anhörung
Zuckerbergs Illusion von der vollen Kontrolle

In einer mehrstündigen Anhörung vor dem US-Senat hat Facebook-Chef Mark Zuckerberg sein Unternehmen verteidigt. Doch des Öfteren hinterließ er den Eindruck, als wisse er selbst nicht genau, was er in den vergangenen Jahren da geschaffen hat.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Facebook Messenger Zuckerbergs Nachrichten heimlich auf Nutzerkonten gelöscht
  2. Böswillige Akteure Die meisten der zwei Milliarden Facebook-Profile ausgelesen
  3. DSGVO Zuckerberg will EU-Datenschutz nicht weltweit anwenden

    •  /