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Trotz Updates: Tagesanzeige von Corona-App verwirrt Nutzer

Rund zwei Wochen nach dem Start der Corona-App zeigen sich einige Bugs in der App und der Bluetooth -API.
/ Friedhelm Greis
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Obwohl die App seit mehr als 14 Tagen aktiv ist, wird nur ein Tag angezeigt. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)
Obwohl die App seit mehr als 14 Tagen aktiv ist, wird nur ein Tag angezeigt. Bild: Martin Wolf / Golem.de

Mehr als zwei Wochen nach dem Start der Corona-Warn-App der Bundesregierung sind Nutzer teilweise verwirrt von den angezeigten Werten. Das betrifft vor allem die Angabe der Aktivität auf dem Startbildschirm der App. So erschien beispielsweise die widersinnige Angabe "16 von 14 Tagen aktiv" . Nach einem Update wurde der Zähler offenbar nach den ersten 14 Tagen wieder zurückgesetzt, so dass nun beispielsweise angezeigt wird: "3 von 14 Tagen aktiv" , obwohl die App seit mehr als zwei Wochen permanent aktiv war.

Doch diese neue Zählweise ist beabsichtigt. "Wir bitten Nutzer daher, die App mit der neuesten Version 1.0.3. (für iPhones) und 1.0.4. (für Android) zu aktualisieren. Danach ist es möglich, dass der Tagezähler wieder von vorn beginnt. Zurückliegende Kontakte sind aber weiterhin auf dem Gerät gespeichert und nicht verloren" , teilte ein SAP-Sprecher dem Nachrichtensender N-tv(öffnet im neuen Fenster) mit. Die Corona-Warn-App funktioniert laut SAP unabhängig von der Anzeige einwandfrei und ermittelt weiter Kontakte.

Fehlermeldung über Bluetooth-API

In den vergangenen Wochen gab es bereits zahlreiche Fehlermeldungen, die in vielen Fällen auf Probleme mit der Bluetooth-API von Google und Apple zurückzuführen waren. Das betraf beispielsweise die Fehlermeldung "URSACHE: 3. Etwas ist schief gelaufen. Fehler bei Kommunikation mit Google API(17)" . Nach Angaben des Robert Koch-Institutes kann dies eine Reihe von Ursachen haben, die in den FAQ zur App aufgelistet werden(öffnet im neuen Fenster) . Dazu gehören beispielsweise nicht aktualisierte Google-Play-Dienste oder gerootetes Handy.

Viele iPhone-Besitzer wunderten sich über den Hinweis "COVID-19-Kontaktmeldungen werden von 'Corona-Warn' in dieser Region möglicherweise nicht unterstützt." Dieser Bug basierte auf der Bluetooth-Schnittstelle von Apple und soll nach Angaben der App-Entwickler (öffnet im neuen Fenster) bald behoben werden. In der Betaversion von iOS 14 ist die Schnittstelle noch nicht verfügbar, was bei Betatestern zu Fehlermeldungen führt(öffnet im neuen Fenster) .

Bislang 14,4 Millionen Downloads

Insgesamt wurde die App seit ihrem Start am 16. Juni 2020 14,4 Millionen Mal heruntergeladen. Das teilte das RKI am Donnerstag mit(öffnet im neuen Fenster) . Demnach werden täglich nur noch etwa 100.000 Downloads registriert. Die Zahl von 14,4 Millionen Downloads entspricht einem Anteil von 17,3 Prozent an der Gesamtbevölkerung Deutschlands, wenn jeder Download jeweils einer Person zugerechnet wird.

Die Funktionsweise der App in den vergangenen Wochen zeigte aber auch: Ein Installationszwang, um beispielsweise Einlass in Restaurants oder Kinos zu erhalten , wäre sinnlos. Denn die Aktivitätsanzeige funktioniert unabhängig davon, ob beispielsweise Bluetooth oder im Falle von Android-Geräten die Standortdaten aktiviert sind. Selbst Gegner der App könnten sie installieren und eine Nutzung vortäuschen, obwohl de facto keine Bluetooth-IDs gesendet oder empfangen würden. Die Bundesregierung beharrt auf einem freiwilligen Einsatz der App, will dies aber weiterhin nicht gesetzlich absichern.

Was bringt ein Warn-Armband?

Problematisch wäre ein solcher Nutzungszwang eher für Personen, die kein Smartphone besitzen oder deren Geräte zu alt sind, um die Bluetooth-API nutzen zu können. Letzteres dürfte bei 15 Prozent der deutschen Smartphonenutzer der Fall sein. Aus diesem Grund gibt es beispielsweise Überlegungen, die Tracing-Funktion in spezielle Armbänder zu integrieren. Ein entsprechendes Testgerät entwickelte(öffnet im neuen Fenster) Informatikprofessor Olaf Landsiedel von der Universität Kiel.

Die Corona-Warn-App – Das Miniatur-Wunderland-Erklärvideo
Die Corona-Warn-App – Das Miniatur-Wunderland-Erklärvideo (01:45)

Einem Bericht des Berliner Tagesspiegels zufolge(öffnet im neuen Fenster) sehen die Entwickler der Corona-Warn-App von Deutscher Telekom und SAP jedoch Probleme mit einem solchen Konzept. "In puncto Token wären einfach zu viele Fragen zu klären: Wie sieht es mit dem Datenschutz aus oder wie würden Updates oder Bugfixes funktionieren?" , sagte ein SAP-Sprecher dem Blatt und fügte hinzu: "Über das Problem fehlender Internetverbindungen ist hier noch gar nicht geredet."

Zumindest außerhalb Deutschlands ist die Corona-Warn-App inzwischen umfassend in den Appstores verfügbar. Nachdem das RKI zunächst zehn weitere Länder freigegeben hatte , kamen inzwischen weitere 19 hinzu. In sämtlichen EU-Staaten mit Ausnahme Estlands sowie in Island, Norwegen, der Schweiz und Großbritannien kann die App nun verfügbar sein. Das RKI prüft zudem weitere Freigaben.


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