• IT-Karriere:
  • Services:

Trotz Unterlassungserklärung: Unitymedia bleibt im Streit um WLAN-Hotspots hart

Unitymedia hält an der automatischen Aktivierung von WLAN-Hotspots fest. Trotz Abmahnung der Verbraucherschützer soll es kein Opt-in für die Kunden geben.

Artikel veröffentlicht am ,
Unitymedia bleibt im Streit um WLAN-Hotspots hart.
Unitymedia bleibt im Streit um WLAN-Hotspots hart. (Bild: Unitymedia)

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia beharrt im Streit über die automatische Aktivierung von WLAN-Hotspots auf seiner Position. "Aus unserer Sicht ist die Freischaltung einer zweiten SSID ohne ausdrückliche Zustimmung unserer Kunden rechtlich möglich", teilte das Unternehmen auf Anfrage von Golem.de mit. Nach einer Abmahnung durch die Verbraucherzentrale NRW gab Unitymedia am vergangenen Freitag lediglich eine modifizierte Unterlassungserklärung ab und will nur seine Vertragsbedingungen überarbeiten. Die Verbraucherschützer fordern jedoch eine Zustimmung der Kunden für die Freischaltung der Hotspots.

Stellenmarkt
  1. über duerenhoff GmbH, Raum Hamburg
  2. Hays AG, Berlin

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale wird ohne eine solche Zustimmung ein bestehendes Vertragsverhältnis mit Unitymedia unzulässig erweitert. "Kunden sollen selbst entscheiden, ob über ihren jeweiligen Router im Haus ein Hotspot geschaltet wird oder nicht", sagten die Verbraucherschützer. In diesem Punkt gibt das Unternehmen jedoch nicht nach, weil es befürchtet, dass sich dann zu wenig Kunden am Hotspot-Netz beteiligen. "Mit einem Opt-in-System wird das kaum funktionieren, weil hier der einzelne Nutzer zu Beginn feststellt, dass noch gar nichts da ist, wofür sich seine Teilnahme an der Community lohnt. Hier wirkt sich der klassische Netzwerkeffekt aus: das Henne-Ei-Phänomen", sagte CTO Dieter Vorbeck im Interview mit dem Computermagazin C't.

Kunden dürfen Router im Urlaub ausschalten

Nachgebessert wird offenbar bei den "Pflichten", die jeder Kunde mit WLAN-Hotspot künftig zu erfüllen hat. "Wir werden insbesondere klarstellen, dass nur ein dauerhaftes Abstellen des Homespots bewirkt, dass der Kunde dann seinerseits andere Unitymedia Wifispots auch nicht nutzen kann. Ein vorübergehendes Abstellen, etwa während des Urlaubs, war und ist völlig unproblematisch", teilte das Unternehmen mit. Bislang heißt es in den besonderen Geschäftsbedingungen: "Der Kunde hat es zu unterlassen, die Nutzung seines Homespots zu beeinträchtigen oder zu unterbinden." Die Verbraucherzentrale hielt diese Vorgaben für eine "unangemessene Benachteiligung der Kunden".

Wie es in dem Streit weitergeht, ist derzeit noch offen. Da Unitymedia in einem entscheidenden Punkt nicht einlenkt, könnten die Verbraucherschützer eine Unterlassungsklage einreichen. Zudem liegt der Verbraucherzentrale NRW noch keine neue Version der Geschäftsbedingungen vor. Derzeit gebe es noch Gespräche mit Unitymedia, sagte Miriam Rusch von der Verbraucherzentrale NRW auf Anfrage von Golem.de. Nach Abschluss der Gespräche werde über die weiteren Schritte entschieden.

Kein höherer Stromverbrauch durch zweite SSID

Unitymedia versucht unterdessen, Kritik an der automatischen Aktivierung zu entkräften. "Das zusätzliche WLAN-Signal auf dem Router ist durch einen SoftGRE-Tunnel sicher vom privaten Netzwerk des Kunden getrennt. Und das separate Wifispot-Netz wird mit einer separaten, ausschließlich für den Wifispot zur Verfügung stehenden Bandbreite versorgt. Das gewährleistet ein sogenannter DOCSIS Service Flow. Die Datensicherheit unserer Kunden bleibt gewährleistet, die Bandbreite des Kunden unberührt", sagte Vorbeck in dem Interview mit der C't.

Zudem erhöhe sich der Stromverbrauch durch das Aktivieren des Hotspots und das Verbinden von Endgeräten nicht. "Erst wenn über das Wifispot-Netz ein Datentransfer stattfindet, fließt Strom. Grundsätzlich ist die maximale Sendeleistung des Routers reguliert und verändert sich durch Ausstrahlung weiterer WLAN-Signale nicht", sagte Vorbeck. Mit dem öffentlichen Hotspot gingen zudem keine Haftungsrisiken für den Kunden einher, da Unitymedia als Betreiber die Störerhaftung übernehme.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Golf With Your Friends für 7,29€, Predator - Hunting Grounds für 28,99€, Assassin's...
  2. 69,99€ (Release 18.06.)
  3. 79,99€ (Release 18.06.)
  4. (u. a. Total War Promo (u. a. Total War: Three Kingdoms für 25,99€, Total War: Attila für 9...

WarumLinuxBesse... 03. Jun 2016

Die Verbraucherschützer bemühen sich wirklich außerordentlich, dass Deutschland immer...

My1 27. Mai 2016

anstelle sich über die hotspots und deren "ausbau" zu streiten würde mich mal wundert wie...

aPollO2k 25. Mai 2016

Ich habe noch mal ohne Geräte gemessen, hier ist wirklich kein Unterschied festzustellen...

My1 25. Mai 2016

die gründe sind egal. hauptsache dass sicherheitsupdates ÜBERHAUPT gemacht werden.

My1 25. Mai 2016

also vorher im ursprünglichen artikel als das los ging gabs da auch große sorgen erst in...


Folgen Sie uns
       


Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /