Trotz Texas-Standort: Neues Google-Rechenzentrum braucht Wasser nur für Toiletten
Rechenzentren werden oft als Wasserverschwender dargestellt, Google ist da keine Ausnahme . Für Anwohner bedeuten neue Rechenzentren zudem oft höhere Strompreise (g+) . Beides will Google bei einem geplanten Neubau im Wilbarger County(öffnet im neuen Fenster) im US-Bundesstaat Texas besser machen(öffnet im neuen Fenster) .
Die Kühlung soll hier vollständig ohne die insbesondere im Süden der USA oft genutzt adiabatische Kühlung auskommen. Bei dieser wird Wasser verdampft, um die Kühlleistung der Wärmetauscher zu steigern. Das geplante neue Rechenzentrum hingegen soll Wasser nur noch "in kritischen Bereichen wie Küchen" benötigen, die Kühlung soll rein konvektiv erfolgen.
Zur technischen Umsetzung nannte Google keine Details. Praktisch sind Warmwasserkühlung (g+) , der Einsatz von Wärmepumpen oder eine Kombination von beidem denkbar. Microsoft hatte Ende 2024 bereits ein Design für Rechenzentren vorgestellt , das auf Warmwasserkühlung setzt und so ebenfalls auf adiabatische Kühlung verzichten soll.
Eigene Energieversorgung gleich mitgeplant
Mit dem Rechenzentrum plant Google auch gleich die benötigte Energieversorgung. Bauen und betreiben wird die der Dienstleister ASE Corporation(öffnet im neuen Fenster) , mit dem Google bereits zuvor zusammenarbeitete.
Die Energiegewinnung soll teils direkt auf dem Gelände des Rechenzentrums, teils in der näheren Umgebung erfolgen. So sollen die lokalen Stromnetze weniger belastet werden, was Ausbaukosten minimieren oder gar ganz unnötig machen könnte. ASE dürfte dabei auf Solarzellen mit Batteriespeicher setzen. Im dünnbesiedelten Wilbarger County dürfte das kein Problem sein. Google und ASE schließen dabei einen Energieliefervertrag (Power Purchase Agreement, PPA).
Google stellt in Aussicht, dass durch den Zubau an Energieinfrastruktur die Preise für Anrainer sogar sinken könnten. Der Fokus des neuen Rechenzentrum liegt nicht primär auf KI, sondern klassischen Clouddiensten wie Google Cloud, Workspace, Suche und Maps. KI-Hardware könnte dennoch installiert werden, da in der Pressemitteilung (PDF)(öffnet im neuen Fenster) hervorgehoben wird, dass diese KI-unterstützt sind.
Komplett uneigennützig sind Googles Pläne selbstverständlich nicht. Der Hyperscaler hatte in der Vergangenheit mehrfach Probleme, insbesondere wegen des Wasserbedarfs. In Chile musste ein Projekt umgeplant werden , nachdem die ursprüngliche Genehmigung zurückgezogen wurde. Auch in Deutschland musste Google bereits Baupläne einstampfen .



