Trotz sinkender Verkaufszahlen: Musk will Tesla-Chef bleiben

Beim Qatar Economic Forum präsentiert sich Elon Musk zuversichtlich im Hinblick auf die Geschäftsentwicklung bei. Europa sei zwar der "schwächste Markt" für Tesla, aber das Geschäft habe sich "bereits gewendet" und laufe in anderen Regionen gut. Die Zahlen zeichneten jedoch ein anderes Bild, schreibt Electrek kritisch in einem Bericht(öffnet im neuen Fenster) .
In China, einem der wichtigsten Märkte für Tesla, liegen die Auslieferungen im zweiten Quartal 2025 etwa 10.000 Fahrzeuge unter dem Vorjahresniveau – und das trotz attraktiver Kaufanreize und der Markteinführung des überarbeiteten Model Y. Auch in den USA deuten Marktbeobachter auf sinkende Zahlen hin, obwohl Tesla dort so hohe Rabatte wie nie zuvor gewährt.
Führungsfrage überschattet operative Probleme
Besonders in Europa schwächelt Tesla merklich. Die Verkäufe bleiben deutlich hinter dem Vorjahr zurück – selbst mit dem neuen Model Y, das seit diesem Quartal verfügbar ist. Der Trend ähnelt dem schwachen ersten Quartal 2025, das Tesla noch mit Modellwechseln erklären konnte.
Um die Nachfrage anzukurbeln, bietet der Autobauer in vielen europäischen Ländern inzwischen Null-Prozent-Finanzierungen an. Dennoch beharrt Musk auf seiner positiven Einschätzung und verweist auf den Aktienkurs als Gradmesser für den Unternehmenserfolg.
"Die Tesla-Aktie würde nicht nahe ihrem Allzeithoch notieren, wenn das Geschäft schlecht liefe" , so Musk beim Forum in Katar. Unerwähnt bleibt dabei, dass die Papiere seit Jahresbeginn 13 Prozent verloren haben und rund 30 Prozent unter ihrem Höchststand liegen.
Auf die Frage nach seiner Zukunft bei Tesla antwortete Musk mit einem klaren Bekenntnis zum Unternehmen – allerdings nicht ohne Bedingung. "Ich kann nicht dasitzen und mich fragen, ob ich rausgeworfen werde" , erklärte er und unterstrich damit seinen Wunsch nach mehr Kontrolle durch zusätzliche Unternehmensanteile.
Diese Forderung erscheint brisant, da Tesla-Aktionäre aktuell gegen Musk klagen. Der Vorwurf: Er habe gedroht, keine KI-Produkte für Tesla zu entwickeln, wenn er nicht mehr Einfluss im Unternehmen bekomme.
Die hohe Bewertung des Unternehmens soll auch durch das Versprechen erreicht werden, autonomes Fahren zu ermöglichen. Musk selbst verknüpft den Unternehmenswert direkt mit dem Erreichen vollständiger Autonomie. Trotz wiederholter Ankündigungen seit 2019 steht der Durchbruch noch aus, während Wettbewerber wie Waymo ihre Dienste bereits in mehreren Städten erfolgreich anbieten.



