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Trotz schwerer Verätzungsfälle: Nevada nimmt Bußgelder gegen Musks Tunnelfirma zurück

Nach Verätzungen zweier Feuerwehrleute hat Nevada Strafen gegen die Tunnelfirma von Elon Musk verhängt – und überraschend wieder einkassiert.
/ Michael Linden
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Tunnel von The Boring Company (Bild: The Boring Company)
Tunnel von The Boring Company Bild: The Boring Company

Die Arbeitsschutzbehörde des US-Bundesstaats Nevada (Occupational Safety and Health Administration, OSHA) hat überraschend Bußgelder in Höhe von 425.595 US-Dollar gegen Elon Musks Tunnelfirma The Boring Company wieder zurückgenommen. Das berichtete das Wirtschaftsmagazin Fortune(öffnet im neuen Fenster) .

Die Strafen waren im Mai 2025 wegen eines Vorfalls, bei dem zwei Feuerwehrleute bei einer Notfallübung chemische Verätzungen erlitten hatten, verhängt worden. Laut früheren OSHA-Mitarbeitern ist die Rücknahme der Bußgelder sehr ungewöhnlich.

Intervention auf höchster Ebene

Am Tag der Bekanntgabe der Strafen meldete sich dem Bericht zufolge Boring-Company-Präsident Steve Davis im Büro des Gouverneurs von Nevada. Davis, der auch eine Führungsrolle im staatlichen Department of Government Efficiency (Doge) innehat, sprach dort mit einem hochrangigen Regierungsbeamten – einem früheren Tesla-Mitarbeiter.

Am folgenden Tag kam es zu einem Treffen zwischen Staatsbeamten und Vertretern der Boring Company. Kurz nach diesem Gespräch zog die Behörde die Bußgelder zurück. Fortune deutet an, dass kleine Unregelmäßigkeiten in den Akten der OSHA als Begründung für die Rücknahme herangezogen worden seien.

Hintergrund: Verätzungen bei Übung in Las-Vegas-Tunneln

Der zugrunde liegende Vorfall ereignete sich Ende 2024. Feuerwehrleute hatten bei einer routinemäßigen Notfallübung auf einer Baustelle der Boring Company durch den Kontakt mit Materialien aus dem Tunnelvortrieb chemische Verbrennungen erlitten. Bei der Chemikalie handelt es sich offenbar um ein Beschleunigungsmittel zum Aushärten der Betontunnelwände. Vermischt mit Grundwasser und Schmutz bildet es Pfützen von Rückständen auf der gesamten Baustelle.

Obwohl Mitarbeiter der Boring Company versuchten, das Material vor der Übung zu entfernen, verblieb ein Teil davon in den Tunneln, in denen die Feuerwehrleute trainierten.

Es war laut Fortune nicht der erste Fall von chemischen Verbrennungen an diesem Standort. Arbeiter in den Las-Vegas-Tunneln der Boring Company sollen über mehrere Jahre hinweg ähnliche Verletzungen erlitten haben. Das Unternehmen entwickelt ein Tunnelnetzwerk, durch das Menschen mit Tesla-Fahrzeugen quer durch die Stadt transportiert werden sollen.


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