Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Trotz Protesten: Tesla-Erweiterung in Grünheide genehmigt

Das Gemeindeparlament von Grünheide hat in einer turbulenten Sitzung mehrheitlich für die Erweiterung der Tesla Gigafactory Berlin gestimmt.
/ Andreas Donath
59 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Der neu gestaltete Eingang zum Tesla-Werk in Grünheide (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de))
Der neu gestaltete Eingang zum Tesla-Werk in Grünheide Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Trotz Kontroversen hat das Gemeindeparlament von Grünheide grünes Licht für die Erweiterung des Tesla-Werkes gegeben. In einer turbulenten Sitzung stimmten die Gemeindevertreter am 16. Mai 2024 mehrheitlich für den Bebauungsplan 60(öffnet im neuen Fenster) und einen städtebaulichen Vertrag mit dem US-Elektroautohersteller. Elf Vertreter stimmten nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa mit Ja, sechs mit Nein, zudem gab es zwei Enthaltungen.

Die Entscheidung ermöglicht es Tesla nach Angaben des Tagesspiegels(öffnet im neuen Fenster) , sein Werk um 118 Hektar nach Osten zu erweitern und dort einen Güterbahnhof zu errichten. Dafür sollen 50 Hektar Wald gerodet werden. Allerdings wurde der Bebauungsplan in letzter Minute noch einmal verschärft, um den verbleibenden Wald zu schützen.

Gespaltenheit in Grünheide

Die Sitzung offenbarte erneut die Spaltung des 9.000-Einwohner-Ortes wegen der Tesla-Ansiedlung. Die Atmosphäre war angespannt und die Berichterstattung eingeschränkt. Vor allem Tesla-Kritiker meldeten sich zu Wort und beklagten den "Demokratieabbruch" seit Beginn des Projektes.

Proteste begleiteten den Tag der Entscheidung, blieben aber friedlich. Aktivisten und Umweltschützer wiesen auf das Ergebnis des Referendums hin, bei dem die Mehrheit der Grünheider eine Werkserweiterung abgelehnt hatte .

Weitere Schritte nötig

Tesla nahm dem Bericht nach damit eine wichtige Hürde, sein Werk zur größten deutschen Automobilfabrik auszubauen. Allerdings sind noch weitere Schritte nötig, um den Bahnhof tatsächlich zu realisieren.

Das Areal gehört bisher dem Land Brandenburg und müsste verkauft werden. Ein Teil liegt im Landschaftsschutzgebiet und erfordert eine Entwidmung, damit dort gebaut werden kann. Zudem muss das Waldgebiet noch von Bombenräumdienst beräumt werden.

Parallel dazu plant Tesla, die Kapazität auf dem bestehenden Werksgelände auf eine Million Fahrzeuge pro Jahr zu verdoppeln. Bisher sind 500.000 Fahrzeuge genehmigt. Im ersten vollen Betriebsjahr 2023 erreichte die Fabrik knapp 40 Prozent dieser Kapazität.


Relevante Themen