Trotz Mitarbeiterprotesten: Amazon will Rekognition weiter an US-Behörden verkaufen

Die Geschäftsleitung von Amazon hat eine Mitarbeiterversammlung einberufen, um auf die Kritik der Angestellten am Verkauf der Gesichtserkennungs-Software an US-Behörden einzugehen. Fazit: Wir schätzen eure Meinung - aber sie ist uns egal.

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Amazon-Chef Jeff Bezos: Nutzungsbedingungen sollen verantwortungsbewussten Einsatz sicherstellen.
Amazon-Chef Jeff Bezos: Nutzungsbedingungen sollen verantwortungsbewussten Einsatz sicherstellen. (Bild: Alex Wong/Getty Images)

Umstrittene Entscheidung: Amazon hat das Gesichtserkennungssystem Rekognition an eine US-Polizei- und Zollbehörde verkauft. Die Angestellten des Unternehmens kritisieren die Entscheidung der Geschäftsleitung. Die besteht aber darauf, auch weiterhin Behörden mit dem System zu beliefern.

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Am Donnerstag habe Amazon eine Mitarbeiterversammlung einberufen, bei der auch Jeff Bezos anwesend war. Dort habe die Geschäftsleitung ihr Vorgehen verteidigt, berichtet das US-Onlinenachrichtenangebot The Verge unter Berufung auf einen Amazon-Mitarbeiter, der die Versammlung zum Teil protokolliert hat.

Es gebe viele Beispiele, die den Wert dieser Anwendung zeigten, sagte Andrew Jassy, Chef von Amazon Web Services (AWS). AWS hat das System entwickelt. So habe das System vermisste Kinder gefunden, die zu ihren Eltern zurückgebracht werden konnten, es sei Menschenhandel verhindert worden. Das System werde zudem in der Bildung oder zur Zugangskontrolle eingesetzt.

Um die verfassungsmäßigen Rechte der Menschen zu schützen und sicherzustellen, dass das System verantwortungsvoll eingesetzt werde, habe AWS Nutzungsbedingungen festgelegt. Wer gegen diese verstoße, dürfe das System nicht mehr nutzen, sagte Jassy.

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In einem Unternehmen mit fünfhunderttausend Mitarbeitern gebe es viele verschiedene Ansichten über Rekognition. Diese respektiere die Geschäftsleitung, sagte Jassy. "Aber wir haben ein gutes und starkes Gefühl über den Wert, den Amazon Rekognition unseren Kunden in allen Größen und Branchen, in der Strafverfolgung und außerhalb, bietet."

Das System ist voreingenommen

Das System ist bereits bei der Polizei in Orlando, Florida, und im Sheriffbüro in Oregon im Einsatz. Angestellte, Aktionäre und Bürgerrechtler haben das mehrfach kritisiert. Sie befürchten, dass das System zur Überwachung eingesetzt wird und sehen darin eine Gefahr für die Privatsphäre der Bürger, gerade angesichts der aktuellen politischen Lage in den USA. Die American Civil Liberties Union (ACLU) hat Rekognition getestet und dabei herausgefunden, dass durch das System Menschen mit dunkler Haut häufiger falsch identifiziert werden als solche mit heller Haut.

Amazon hat Rekognition 2016 vorgestellt. Das System erkennt Menschen und Objekte in Videos und Bildern, wenn es über Vorlagen verfügt. Laut Amazon haben US-Behörden das System dazu eingesetzt, um vermisste Personen oder Ladendiebe zu finden.

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