Trotz Kaufprämie: Rabatte für elektrische Neuwagen weiterhin hoch
Die Rabatte auf neu gekaufte Elektroautos bleiben weiterhin hoch. Im Februar 2026 hätten sie für die wichtigsten in Deutschland verkauften Modelle bei 19,5 Prozent gelegen, berichtete die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf Berechnungen des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer.
Damit habe sich die Befürchtung nicht bewahrheitet, wonach die Autohersteller auf die angekündigte Kaufprämie mit höheren Preisen reagierten. Dies sei eigentlich eine typische Verhaltensweise, sagte Dudenhöffer. In der alten Umweltprämie seien solche Mitnahmeeffekte zum Teil vorgekommen.
Auf der anderen Seite gebe es aber auch so gut wie keine höheren Rabatte. "Das Problem sind die Einkommens- und Kindergrenzen. Wer 45.000 Euro Familieneinkommen hat und zwei Kinder unter 18 Jahren, wird wohl kaum Neuwagen kaufen" , sagte Dudenhöffer weiter.
Allerdings gilt die Förderung auch für Single-Haushalte sowie Familien mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 90.000 Euro . Das Bruttoeinkommen kann mehrere 10.000 Euro über den genannten Förderlimits liegen. Entscheidend sind die Angaben auf den beiden zurückliegenden Einkommensteuerbescheiden. Eine Obergrenze für den Neupreis des Fahrzeugs gibt es im Gegensatz zur früheren Umweltprämie jedoch nicht. Zudem wird auch das Leasing gefördert.
Kritik an der Konstruktion der Prämie
Dudenhöffer hält die Konstruktion der Prämie jedoch für schwierig. Bei früheren Förderungen habe man gewusst, welche Prämie anfalle, wenn man wusste, was das Auto kostet. Die schlechte Kalkulierbarkeit mache die neue Prämie im Vergleich dazu quasi zum Würfelspiel. "Und Autobauer würfeln nicht" , sagte Dudenhöffer.
Zudem ist der Autoexperte der Ansicht, dass die Prämie den deutschen Herstellern kaum helfen werde. Deren Autos seien für die Menschen, die die höchste Förderung beziehen könnten, zumindest im Fall von Mercedes, BMW, Audi und Porsche tendenziell zu teuer. Er befürchtet daher, dass die Prämie chinesischen Anbietern die Tür zum deutschen Markt öffnen könnte. Von dort sieht er aktuell auch einzelne Angebote mit sehr hohen Rabatten. Insgesamt glaubt Dudenhöffer aber nicht, dass die Prämie große Kaufimpulse auslösen wird.
Die genaue Umsetzung der angekündigten Prämie ist noch offen. Das Förderprogramm startet rückwirkend zum 1. Januar 2026. Das Bundesumweltministerium will voraussichtlich bis Mai 2026 ein Antragsportal freischalten. Käufer haben die Möglichkeit, bis zu einem Jahr nach der Zulassung einen Förderantrag zu stellen. Hürden wie fehlende private Lademöglichkeiten in Mehrfamilienhäusern sowie hohe Ladepreise bleiben zudem bestehen.
- Anzeige Hier geht es zu Elektromobilität: Grundlagen und Praxis bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



