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Trotz Grenzwertüberschreitungen: Tesla-Abwässer werden weiter entsorgt

Der Chef des Wasserverbandes wollte Teslas Abwässer wegen überschrittener Grenzwerte nicht mehr entsorgen. Er konnte sich nicht durchsetzen.
/ Werner Pluta , dpa
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Tesla-Fabrik in Grünheide (Symbolbild): weitere Gespräche mit Tesla (Bild: Annegret Hilse/Reuters)
Tesla-Fabrik in Grünheide (Symbolbild): weitere Gespräche mit Tesla Bild: Annegret Hilse/Reuters

Teslas Abwässer werden weiterhin entsorgt: Trotz überschrittener Grenzwerte wird der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) vorerst die Abwässer aus der Fabrik in Grünheide verarbeiten. Die Entscheidung über einen Versorgungsstopp wurde aufgeschoben.

Die 16 Verbandskommunen hätten bei einer Versammlung mehrheitlich für einen Aufschub der Entscheidung über den Versorgungsstopp gestimmt, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Diesen hatte WSE-Verbandsvorsteher André Bähler gefordert. Am nicht öffentlichen Teil der Sitzung nahmen auch Vertreter des US-Elektroautoherstellers teil.

Bähler begründete seinen Antrag auf den Versorgungsstopp damit, dass Tesla "ständig und in erheblicher Weise" Abwassergrenzwerte überschreite . Das betreffe die Werte für refraktären Phosphor sowie für Gesamtstickstoff.

Es wird weiter verhandelt

Dem Antrag stimmten die Verbandsgemeinden nicht zu. Stattdessen wurde ein Änderungsantrag angenommen, nach dem Bähler bis Mitte des Jahres mit Tesla über eine Lösung des Problems verhandeln soll.

Der Wasserverband und Tesla streiten sich schon seit Beginn des Projekts. Dabei ging es vor allem um die Wassermengen , die Tesla entnehmen will. Zuletzt sprach sich der WSE gegen eine Erweiterung des Tesla-Werks in Grünheide aus. Das Vorhaben sei nicht mit dem festgesetzten Wasserschutzgebiet in Einklang zu bringen.

Naturschützer in der Region sind wegen der überschrittenen Abwassergrenzwerte besorgt. Die gesamte Trinkwasserversorgung in der Region sowie die Schmutzwasserentsorgung seien gefährdet, warnte Sprecher Steffen Schorcht. Tesla, die Landesregierung, aber auch die Verbandskommunen seien in der Verantwortung. Diese hätten dem Vertrag des Versorgers mit dem Elektroautohersteller zugestimmt.

Ein Entsorgungsstopp hätte für Tesla dramatische Folgen: "Ihnen ist bekannt, dass der Stopp einer Einleitung der Abwässer der Gigafactory zu einem Produktionsstopp der Gigafactory führen würde. Ein solcher Beschluss verursacht täglich einen Schaden in Millionenhöhe" , hieß es in einem Schreiben des Unternehmens an den Wasserverband.


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