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Trotz geringer Nachfrage: BMW hält an Wasserstoff-Serienfahrzeug fest

Die Infrastruktur für Brennstoffzellenantriebe ist eher rückläufig. Daher hat BMW mit anderen Industriepartnern eine neue Initiative gestartet.
/ Friedhelm Greis
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BMW zeigt eine getarnte Version des iX5 Hydrogen. (Bild: BMW)
BMW zeigt eine getarnte Version des iX5 Hydrogen. Bild: BMW

Der Autohersteller BMW hat seine Pläne für ein Serienauto mit Brennstoffzellen bekräftigt. Der neue X5 werde künftig mit fünf Antriebsarten auf den Markt kommen, darunter von 2028 an auch als iX5 Hydrogen mit Brennstoffzelle auf Wasserstoffbasis, teilte das Unternehmen am 22. September 2025 mit(öffnet im neuen Fenster) . Parallel dazu will sich BMW um den Ausbau der Infrastruktur kümmern.

Vor rund einem Jahr hatte BMW angekündigt, seine Kooperation mit dem japanischen Hersteller Toyota bei der Entwicklung eines Brennstoffzellenantriebs vertiefen zu wollen . Auf Basis von Brennstoffzellen der dritten Generation wollen beide Hersteller individuelle BMW- und Toyota-Modelle auf den Markt bringen. BMW sieht darin eine "konsequente Umsetzung der Technologieoffenheit" .

Zahl der Brennstoffzellenautos rückläufig

Allerdings ist die Nachfrage nach solchen Fahrzeugen derzeit gering. Vom Toyota Mirai wurden in diesem Jahr nur 34 Fahrzeuge in Deutschland neu zugelassen. Zum 1. Januar 2025 registrierte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)(öffnet im neuen Fenster) einen Bestand von 1.802 Pkw mit Brennstoffzellenantrieb in Deutschland. Das waren 14,8 Prozent weniger als zum 1. Januar 2024.

Rückläufig ist auch die Zahl der Wasserstofftankstellen. Aktuell sind laut H2.live(öffnet im neuen Fenster) 61 Tankstellen mit 700 bar hierzulande in Betrieb. Inklusive Anlagen mit 350 bar, die für Lkw und Busse infrage kommen, sind es 72. Seit einem Spitzenwert von rund 100 Tankstellen im Jahr 2021 sind die Zahlen eher rückläufig.

Nachfrage bündeln

BMW will diesen Trend offenbar stoppen. Es sei die Initiative Hymos( "Hydrogen Mobility at Scale" ) gegründet worden, "um als Kooperationsprojekt mehrerer Industriepartner und Institutionen Wasserstoff-Ökosysteme für die Mobilität zu entwickeln und fördern" . Ziel sei es, "die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Wasserstoff-Mobilitäts-Ökosystemen zu erhöhen, indem die Nachfrage aller Fahrzeugtypen gebündelt wird, einschließlich Lkw, Busse und Pkw" .

Wie sich die Nachfrage nach Wasserstoff im Pkw-Bereich bündeln lässt, ist allerdings unklar. Schließlich entsteht die Nachfrage dort, wo Kunden sich ein Brennstoffzellenauto anschaffen. De facto könnte dies aber darauf hinauslaufen, dass es in bestimmten Gebieten mangels Tankstellenangebot nicht sinnvoll sein wird, ein Brennstoffzellenauto zu nutzen.

iX3 mit deutlich größerer Reichweite

Bisherigen Angaben zufolge liefert der Brennstoffzellen-Stack eine kontinuierliche Leistung von 125 Kilowatt (kW). Um zusätzliche Leistung für Motoren bereitstellen zu können, verfügt der iX5 Hydrogen über einen Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von etwa 10 kWh. Der Akku liefert 170 kW, so dass das Gesamtsystem 295 kW (401 PS) erreicht. Die beiden Drucktanks können sechs Kilogramm Wasserstoff speichern, was für 504 km nach dem Prüfzyklus WLTP reichen soll.

Damit liegt die Reichweite des iX5 Hydrogen deutlich unter derjenigen des neuen iX3 , der mit einer Akkuladung bis zu 800 km weit kommen soll. Bei einer Ladeleistung von bis zu 400 kW soll das Elektro-SUV in zehn Minuten genug Strom für bis zu 372 Kilometer laden können.

Nachtrag vom 22. September 2025, 13:37 Uhr

Auf Anfrage von Golem teilte eine BMW-Sprecherin mit: "Bei Pkw lässt sich die Nachfrage über Flotten bündeln, zum Beispiel über Flottenbetriebe wie Taxikonzepte." Ebenfalls verwies die Sprecherin darauf, dass in Deutschland gemäß der Afir-Verordnung bis 2030 eine Abdeckung von mindestens 109 Tankstellen erreicht werden solle. "Es wird jedoch eine deutlich größere Abdeckung angestrebt, insbesondere in Metropolregionen, um eine flächendeckende Verfügbarkeit sicherzustellen" , sagte sie weiter.


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