Trotz Boykott: Huawei steigert Einkäufe aus den USA um 70 Prozent

Der Huawei-Vorstandsvorsitzende Eric Xu erwartet Vergeltungsmaßnahmen von der chinesischen Regierung, falls die USA den Boykott verschärfen.

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Eric Xu, Vorstandsvorsitzender von Huawei
Eric Xu, Vorstandsvorsitzender von Huawei (Bild: Huawei)

Huawei hat trotz US-Boykott seine Ausgaben für Zulieferer aus den USA im vergangenen Jahr um 70 Prozent gesteigert. Das sagte der rotierende Vorstandsvorsitzende von Huawei, Eric Xu, im Gespräch mit der britischen Financial Times. Im Jahr 2019 wurden von Huawei 18,7 Milliarden US-Dollar für US-Unternehmen ausgegeben, im Vorjahr waren es 11 Milliarden US-Dollar.

Huawei habe etwa Software und Hardware von US-Unternehmen wie Google, Microsoft, Broadcom und Qualcomm für Smartphones und Tablets gekauft, sagte ein Sprecher. Seit vergangenem Mai ist Huawei auf der Sanktionsliste der USA. US-Unternehmen konnten bei der Regierung jedoch beantragen, den Handel mit Huawei für einen jeweils begrenzten Zeitraum fortzusetzen.

"Die Kampagne der US-Regierung gegen Huawei in Europa hat erhebliche Auswirkungen auf unser Geschäft", sagte Xu. Der Druck der USA habe das Wachstum in allen Geschäftsbereichen verlangsamt.

Huawei hatte prognostiziert, dass der Umsatz im Jahr 2019 auf 135 Milliarden US-Dollar USD steigen würde. Stattdessen wurde ein Umsatz von 123 Milliarden US-Dollar ausgewiesen. Dennoch gelang eine Steigerung: Im Jahr 2018 betrug der Umsatz 109 Milliarden US-Dollar.

Auf einer Pressekonferenz nach Bekanntgabe der Ergebnisse sagte Xu, dass die chinesische Regierung wahrscheinlich Vergeltungsmaßnahmen ergreifen werde, wenn die USA ihre Sanktionen verschärfe, um Unternehmen wie TSMC in Taiwan daran zu hindern, US-Chipmaschinen zur Herstellung von Chips für Huawei zu verwenden.

"Die chinesische Regierung wird nicht einfach zusehen, wie Huawei geschlachtet wird. Ich glaube, sie wird Gegenmaßnahmen einleiten. Warum sollte die chinesische Regierung nicht ähnliche Bedenken zur Cybersicherheit einbringen, um die Verwendung von 5G-Chips aus den USA auf dem chinesischen Markt zu verbieten", betonte Xu. In der Zwischenzeit hätten sich die Produktionslinien von Huawei nach der Coronavirus-Pandemie wieder normalisiert, sagte er.

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