Tropico 6 im Test: Wir basteln eine Bananenrepublik

Das Militär droht mit Streik, die Nachbarländer mit Krieg und wir haben keinen Rum mehr: Vor solchen Problemen stehen wir als (nicht allzu böser) Diktator in Tropico 6, das für anspruchsvolle Aufbauspieler mehr als einen Blick wert ist.

Ein Test von veröffentlicht am
Artwork von Tropico 6
Artwork von Tropico 6 (Bild: Kalypso Media)

Wir tun uns selbst leid. Da herrschen wir über ein karibisches Inselparadies, haben aber nichts als Ärger. Mit den USA müssen wir über Handelsbeziehungen verhandeln, irgendwie mit kommunistisch-revolutionären Widerstandskämpfern fertig werden, die Bevölkerung mit Lebensmitteln vorsorgen - und morgens die am besten zur Paradeuniform passende Sonnenbrille auswählen. Das sind nur einige der Herausforderungen, denen wir uns im Aufbauspiel Tropico 6 stellen müssen.

Inhalt:
  1. Tropico 6 im Test: Wir basteln eine Bananenrepublik
  2. Verfügbarkeit und Fazit

Das vom hessischen Entwicklerstudio Limbic Entertainment (unter anderem Might & Magic X: Legacy) produzierte Spiel schickt uns wie die Vorgänger in ein an Kuba erinnerndes Inselparadies, wo wir als männlicher oder weiblicher Herrscher mit dem Spitznamen El Presidente das Sagen haben. Eigentlich sind wir ein Diktator, haben also unbeschränkte Macht - aber sehr weit her ist es damit in der Praxis nicht: Vom ersten Moment an sind wir damit beschäftigt, die Interessen alle möglichen Gruppen kennenzulernen, abzuwägen und sie entweder zu erfüllen oder so zu ignorieren, dass uns das nicht schadet.

Zwar droht kein richtiger Putsch, aber wenn wir die Hauptaufgaben in den 15 Kampagnenmissionen nicht erfüllen, müssen wir wegen eines Übermaßes an demokratischen Elementen trotz toller Reden um unsere Wiederwahl bangen oder kommen schlicht nicht weiter. Also machen wir uns an die Arbeit und bauen wie in Anno und anderen Aufbauspielen zuerst einmal eine funktionierende Infrastruktur auf: Mit einem Mausklick ordnen wir etwa den Bau einer Rumfabrik und einer Zuckerrohrplantage in der Landschaft an und verbinden die beiden Gelände mit einer Straße.

Wenn wir genug arbeitswillige Untertanen haben, stampfen die wenig später mit einer hübschen 3D-Animation die Gebäude aus dem Boden und beginnen mit der Produktion des Fusels. Einen Teil davon verbrauchen wir und unsere Untertanen selbst, den Rest exportieren wir über unsere Hafenanlagen in die Nachbarländer, um an Devisen zu gelangen.

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Beim Aufbau der Industrie- und Agrargebiete und der Wohnanlagen stoßen wir meist recht schnell an natürliche Grenzen, sprich ans Meeresufer. Hier kommt dann eine der wichtigeren Neuheiten von Tropico 6 ins Spiel: Unser Reich kann sich erstmals über mehrere Inseln hinweg erstrecken. Die Eilande werden über Schifffahrtswege, vor allem aber über Brücken und Tunnel miteinander verbunden - sonst funktioniert vor allem der Warenaustausch nicht. Sehr kompliziert ist es zum Glück nicht, die nötigen Gebäude und Anlagen zu erreichten.

Neben diesem Wirtschaftsteil müssen wir uns aber auch um die Politik kümmern, um unser Land von der Kolonialzeit durch Weltkriege und den Kalten Krieg bis in die Moderne zu führen, so dass wir irgendwann im karibischen Sonnenlicht gleißende Wolkenkratzer besitzen. Politik besteht in Tropico 6 primär aus Texttafeln, auf denen uns etwa die eine Supermacht mit einer Seeblockade droht, wenn wir nicht umgehend ganz offiziell Handelsbeziehungen aufnehmen.

  • Wenn alles gut läuft, herrschen wir früher oder später über eine schicke Hightech-Metropole. (Bild: Kalypso Media)
  • Zu Spielbeginn wählen wir unser Alter Ego sowie einen Politikstil. (Bild: Kalypso Media/Screenshot: Golem.de)
  • Ein Flugzeugträger stört das Inselparadies. (Bild: Kalypso Media)
  • Mit farblichen Overlays analysieren wir die Lage auf unseren Inseln. (Bild: Kalypso Media/Screenshot: Golem.de)
  • Das Baumenü ist sehr umfangreich geraten. (Bild: Kalypso Media/Screenshot: Golem.de)
  • Auch auf dem Wasser können wir bauen. (Bild: Kalypso Media)
  • Weltwunder verschönern das Inselreich - und locken Touristen an. (Bild: Kalypso Media)
  • Das Grafikmenü der PC-Version erlaubt vielfältige Einstellungen. (Bild: Kalypso Media/Screenshot: Golem.de)
Wenn alles gut läuft, herrschen wir früher oder später über eine schicke Hightech-Metropole. (Bild: Kalypso Media)

Revolutionäre Gruppen fordern Schulen und Bibliotheken für die Ärmsten, die Industrie will niedrigere Steuern und das Militär endlich die schicken neuen Raketen. Wir müssen uns entscheiden, welcher Art von Forderung wir nachgeben, und steuern unser Land so in die eine oder andere Richtung, etwa in Richtung Kapitalismus oder Kommunismus. Was es im Spiel übrigens nicht gibt, sind soziale Medien - wir müssen oder dürfen uns also keine wie auch immer gearteten Botschaften an Follower in aller Welt ausdenken.

Das Erfüllen der Ziele ist in jedem der drei Schwierigkeitsgrade nicht ganz einfach: Wer dem Volk etwa versprochen hat, die Lebenszufriedenheit zu steigern, kann nicht einfach ein bisschen mehr Essen und dazu Rum produzieren. Manchmal hilft da wirklich nur die Holzhammermethode und wir müssen in jedem Bezirk ein Opernhaus und einen Nachtclub eröffnen, damit die Menschen ausreichende Glückseligkeitswerte erreichen.

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Lemo 09. Apr 2019

Winzig sind die Inseln nicht, man hat schon Platz.

Katharina... 08. Apr 2019

Vor allem stört mich an CSL und SimCity die eingestaubte Grafik. Irgendwann hat man auch...

Frittenjay 03. Apr 2019

Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die .... Nicht er bekommt einen Anteil am...

Denker 03. Apr 2019

Passt irgendwie perfekt zur Türkei XD


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