Trollino Hydrogen: Solaris liefert Oberleitungsbusse mit Brennstoffzelle

Das Oberleitungsbusnetz in Riga bekommt neue Fahrzeuge mit Brennstoffzellen. Solaris wird in den kommenden Jahren neue Busse an Rigas Satiksme vom Typ Trollino 18(öffnet im neuen Fenster) (18,75 Meter, Urbino 3. Generation) mit Sonderausstattung ausliefern. Geplant sind zehn Niederflurbusse, die Ende 2017 und hauptsächlich 2018 zum Einsatz kommen. Laut Solaris werden es die ersten Busse Europas sein, die auf das neue Konzept setzen.
Das Range-Extender-Set arbeitet nicht nur mit Strom aus der Oberleitung. Eigentlich könnte der Akku über die Oberleitung aufgeladen und für Fahrten unabhängig vom Stromnetz genutzt werden. Solaris verbaut aber zusätzlich eine Brennstoffzelle im Bus, die das Fahrzeug mit elektrischer Energie versorgt, die dann entweder vom Akku oder vom Elektromotor genutzt wird. Die Reichweite des Range Extenders samt Akku soll 100 km betragen.
Solaris sammelte Erfahrung in Hamburg
Ein ähnlicher Bustyp mit Brennstoffzelle wird von der Hamburger Hochbahn auf der Linie 109 eingesetzt. Der Urbino 18.75 ist dort laut Solaris bereits seit zwei Jahren unterwegs, allerdings ohne Oberleitung.
Oberleitungsbussysteme, auch Trolley-Busse genannt, sind mittlerweile selten geworden. Sie liegen kostentechnisch zwischen der Straßenbahn und dem meist dieselbetriebenen Bus und vereinen Vor- und Nachteile der beiden Systeme. Zum Vergleich: In Eberswalde in Brandenburg wird ein anderes Konzept verwendet. Ein Großtell der O-Bus-Flotte dort hat einen Dieselmotor samt Generator (APU, Auxiliary Power Unit), der die stromunabhängige Reichweite auf 200 km erhöht. Es gibt allerdings auch einen Bus, der als APU nur auf einen Akku setzt, der bei Fahrten unter dem Fahrdraht aufgeladen wird. Die Reichweite beträgt bei diesem Typ jedoch nur 15 km.

Weitere Informationen zur Elektromobilität im ÖPNV inklusive O-Bus-Systemen finden sich in unserem Hintergrundartikel Effiziente Induktion, Wasserstoff für Akkus und Schwungräder sowie in dem Artikel Eine E-Busfahrt, die ist lustig , der Bombardiers Primove-System in Berlin näher betrachtet.



