Trojaner: NSO soll Regierungsbeamte per Whatsapp gehackt haben

Whatsapp hat den Trojaner-Hersteller NSO verklagt. Dieser soll 1.400 Whatsapp-Nutzer gehackt haben. Laut Reuters waren darunter neben Journalisten und Menschenrechtsaktivisten auch hochrangige Regierungsbeamte aus mindestens 20 Staaten. Laut NSO wurden nur Kriminelle und Terroristen angegriffen.

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Ein Whatsapp-Anruf reichte, um die NSO-Schadsoftware zu installieren.
Ein Whatsapp-Anruf reichte, um die NSO-Schadsoftware zu installieren. (Bild: Antonbe/Pixabay)

Der israelische Trojaner-Hersteller NSO soll allein zwischen April und Mai diesen Jahres 1.400 Whatsapp-Nutzer gehackt haben. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters sollen darunter hochranginge Regierungsbeamte unterschiedlicher Staaten gewesen sein. Reuters beruft sich auf Quellen, die mit der Untersuchung der NSO-Angriffe auf die Whatsapp-Nutzer vertraut seien. Whatsapp hatte die Angriffe gemeinsam mit dem Citizen Lab der Universität Toronto über Monate untersucht und Beweise gesammelt. Daraufhin verklagte das Unternehmen, das 2014 von Facebook übernommen wurde, den Trojaner-Hersteller NSO am 29. Oktober 2019.

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Bereits im Mai hatte Whatsapp eine gefährliche Sicherheitslücke entdeckt und geschlossen, die zuvor von NSO dazu genutzt worden war, die Spionagesoftware Pegasus auf die Smartphones von Whatsapp-Nutzern aufzuspielen. Ein Whatsapp-Anruf, der nicht angenommen werden musste, reichte aus, um die Kontrolle über Telefone mit Android oder iOS zu übernehmen.

Aus Kreisen, die mit internen Untersuchung bei Whatsapp vertraut sind, erfuhr Reuters, dass hohe Regierungs- und Militärbeamte aus über 20 Staaten auf fünf Kontinenten zu den Betroffenen der Angriffe zählen sollen. Viele der betroffenen Länder seien zudem US-Verbündete. Um welche Länder es sich genau handelt, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Whatsapp soll die betroffenen Nutzer bereits vor mehreren Wochen informiert haben. Diese seien jedoch zuvor mit einer Liste von bestehenden Auskunftsanfragen der Strafverfolgungsbehörden in Kindesmissbrauchs- und Terrorismusermittlungen abgeglichen worden. Hierbei habe es keine Übereinstimmungen gegeben, schreibt Reuters.

In weniger als zwei Wochen 1.400 Whatsapp-Nutzer gehackt

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Allein zwischen dem 29. April und dem 10. Mai sollen 1.400 Whatsapp-Nutzer angegriffen worden sein, die Gesamtzahl der Betroffenen könnte noch deutlich darüber liegen. Die Angriffe hätten sich gegen Personen aus den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Mexiko, Pakistan und Indien gerichtet, schreibt Reuters.

Neben Beamten aus Regierung und Militär sollen laut dem Citizen Lab auch mindestens 100 Personen aus der Zivilgesellschaft angegriffen worden sein, darunter Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Anwälte. Der Trojaner-Hersteller hatte zuvor betont, dass die Spionagesoftware ausschließlich an staatliche Akteure verkauft würde und nur gegen Terroristen und Kriminelle zum Einsatz komme. Doch Terrorismus und Kriminalität können sehr individuell und weit definiert werden und hängen zudem vom Rechtsrahmen im jeweiligen Staat ab. Entsprechendes gab Shalev Hulio, Gründer und CEO der NSO Group, im März in einem Interview zu.

Den leitenden Forscher des Citizen Lab wundert es nicht, dass auch Staatsbeamte ins Visier genommen wurden: "Es ist ein offenes Geheimnis, dass viele Technologien, die für Ermittlungen zur Strafverfolgung entwickelt wurden, für staatliche und politische Spionage eingesetzt werden", sagte er Reuters. Laut einem Bericht des Onlinemagazins Arstechnica hat Facebook die Konten von NSO-Mitarbeitern dauerhaft gelöscht. Facebook wollte auf Nachfrage von Golem.de dazu keine Stellung nehmen.

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chefin 04. Nov 2019

weist du was dein Problem ist? Du suchst dir Lösungen und Schuldige die in dein Weltbild...

011010111101 03. Nov 2019

Deswegen braucht man nicht gleich komplett fahrlässig Handeln indem man WA benutzt.

011010111101 03. Nov 2019

Sogar noch sicher, wenn die Server gehacked werden würden

ElMario 01. Nov 2019

...das auch hochrangige Regierungsmitarbeiter auf alles scheissen. ;D



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