Abo
  • Services:
Anzeige
Disassemblierter Duqu-Code
Disassemblierter Duqu-Code (Bild: Kaspersky)

Trojaner: Duqu-Code erweist sich als "Oldschool"

Disassemblierter Duqu-Code
Disassemblierter Duqu-Code (Bild: Kaspersky)

Eine erste Analyse des Trojaners Duqu ergab, dass die Schadsoftware weitgehend mit C++ programmiert wurde - bis auf das C-&-C-Modul. Zunächst vermuteten Sicherheitsexperten eine bislang unbekannte Programmiersprache, bis die Community bei der Entschlüsselung mithalf.

Die Sicherheitsunternehmen Kaspersky und Symantec hatten monatelang versucht, dem auf Stuxnet basierenden Trojaner Duqu sein Geheimnis zu entlocken. Denn große Teile des etwa 500 KByte großen Trojaners waren zwar in der Programmiersprache C++ geschrieben. Ein kleiner Teil aber, der für die Verbindung zum Command-&-Control-Server zuständig ist, ließ sich partout nicht entschlüsseln.

Anzeige
  • Disassemblierter Duqu-Code
  • Disassemblierter OO-C-Beispielcode
Disassemblierter Duqu-Code

Nicht identifizierbare Programmiersprache

"Die Sprache ist definitiv nicht C++, Objective C, Java, Python, Ada, Lua oder eine der anderen vielen Sprachen, auf denen wir den Trojaner untersucht haben", hatte Kasperskys Sicherheitsexperte Igor Soumenkov noch am 7. März 2012 geschrieben. Es handele sich womöglich um eine bislang unbekannte Programmiersprache.

Jetzt hat Soumenkov mit Hilfe der Community die unbekannte Programmiersprache identifiziert, die allerdings gar nicht so unbekannt ist - sie wird nur fast nicht mehr verwendet. Daraus schließen die Sicherheitsexperten, dass der Programmierer nicht nur ein Experte, sondern auch ein erfahrener Entwickler ist. Denn das Modul für die Kommunikation wurde in Object Oriented C (OO C) - C mit einem eigenen Dialekt erstellt. OO C sei populär gewesen, als viele Entwickler von Assembler zu C wechselten, aber um C++ noch einen großen Bogen machten, sagte Vitaly Kamluk von Kaspersky.

Läuft zuverlässig und überall

Solcher Code findet sich in modernen Trojanern und Viren nicht. "Die Entwickler wollten sicherstellen, dass der Trojaner zuverlässig und überall läuft", resümiert Kamluk. Die Kaspersky-Mitarbeiter gehen davon aus, dass mehr als eine Person an der Entwicklung von Duqu beteiligt war.

Compiler unterstützen OO C mit entsprechenden Schaltern weiterhin, etwa Microsofts Visual Studio Compiler 2008, mit dem mutmaßlich auch der gesamte Duqu-Trojaner kompiliert wurde. Mit den Schaltern 01 und Ob1 konnten die Entwickler bei Kaspersky einen annähernd ähnlichen Code generieren wie die im Duqu-Trojaner verpackten Payload.

Duqu soll Daten stehlen

Duqu ist für das Stehlen von Daten konzipiert worden. Einer Analyse von Symantec zufolge basiert Duqu auf Stuxnet und das Sicherheitsunternehmen ist sich sicher, dass die Entwickler von Duqu Zugriff auf den Quelltext von Stuxnet hatten, nicht nur auf dessen ausführbare Dateien. Der Windows-Trojaner verhält sich wie ein klassischer Botnet-Trojaner: Dateien werden vom kompromittierten PC verschlüsselt an einen Command-&-Control-Server verschickt, zusätzlich wird andere Malware installiert, die Tastatureingaben abfangen kann.

Als Botnet-Trojaner war Duqu jedoch wohl nicht gedacht, denn das Programm verbreitet sich nicht selbst weiter und deinstalliert sich nach 36 Tagen selbst. Die von Duqu erbeuteten Daten werden unter anderem in Dateien verpackt, die wie JPEG-Bilder aussehen, eine Verschleierungstechnik, die in herkömmlichen Trojanern nicht vorkommt. Duqu installiert mit einem von Symantec gestohlenen und inzwischen widerrufenen Zertifikat einen Treiber, über den weitere Systemkomponenten nachinstalliert werden können.

Verwandtschaft zu Stuxnet

Symantec zufolge soll die Malware unter anderem bei Organisationen gefunden worden sein, die "in Verbindung mit der Herstellung von industriellen Anlagensteuerungen stehen", und damit mit Stuxnet, das gezielt nach Software zur Steuerung von Scada-Industrieanlagen suchte. Stuxnet nutzte zur Verbreitung vier bis dahin unbekannte Windows-Lücken aus.


eye home zur Startseite
petra-verheugen 24. Mär 2012

"....Die Programmierung sei ausgeklügelt und in komplexer Malware zu finden, die...

wth 22. Mär 2012

Er meint vermutlich: http://ooc-coding.sourceforge.net/

fool 22. Mär 2012

Och, irgendjemand wird sicher mal eine Sprache namens OOC gebastelt haben. Gibt ja...

fool 22. Mär 2012

Naja, dem "Rest der Welt" würde es vielleicht gar nicht schaden, auch mal mit Assembler...

wth 21. Mär 2012

Nicht unbedingt. Ich kenne solche Überlegungen aus anderen Motiven und tatsächlich macht...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Hauni Maschinenbau GmbH, Hamburg
  2. ING-DiBa AG, Nürnberg
  3. OSRAM GmbH, Regensburg
  4. ROHDE & SCHWARZ GmbH & Co. KG, Teisnach


Anzeige
Top-Angebote
  1. 299,00€
  2. 47,99€
  3. 29,97€

Folgen Sie uns
       


  1. Datenbank

    Microsofts privater Bugtracker ist 2013 gehackt worden

  2. Windows 10

    Fall Creators Update wird von Microsoft offiziell verteilt

  3. Robert Bigelow

    Aufblasbare Raumstation um den Mond soll 2022 starten

  4. Axon M

    ZTE stellt Smartphone mit zwei klappbaren Displays vor

  5. Fortnite Battle Royale

    Epic Games verklagt Cheater auf 150.000 US-Dollar

  6. Microsoft

    Das Surface Book 2 kommt in zwei Größen

  7. Tichome Mini im Hands On

    Google-Home-Konkurrenz startet für 82 Euro

  8. Düsseldorf

    Telekom greift Glasfaserausbau von Vodafone an

  9. Microsoft

    Neue Firmware für Xbox One bietet mehr Übersicht

  10. Infrastrukturabgabe

    Kleinere deutsche Kabelnetzbetreiber wollen Geld von Netflix



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Elektromobilität: Niederlande beschließen Aus für Verbrennungsautos
Elektromobilität
Niederlande beschließen Aus für Verbrennungsautos
  1. World Solar Challenge Regen in Australien verdirbt Solarrennern den Spaß
  2. Ab 2030 EU-Komission will Elektroauto-Quote
  3. Mit ZF und Nvidia Deutsche Post entwickelt autonome Streetscooter

Verschlüsselung: Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
Verschlüsselung
Niemand hat die Absicht, TLS zu knacken
  1. TLS-Zertifikate Zertifizierungsstellen müssen CAA-Records prüfen
  2. Apache-Lizenz 2.0 OpenSSL-Lizenzwechsel führt zu Code-Entfernungen
  3. Certificate Transparency Webanwendungen hacken, bevor sie installiert sind

Zotac Zbox PI225 im Test: Der Kreditkarten-Rechner
Zotac Zbox PI225 im Test
Der Kreditkarten-Rechner

  1. Re: eh alles Mumpitz...

    azeu | 21:07

  2. Re: wie funktioniert phase 3?

    mag | 21:02

  3. Re: Datenschutz

    Tigtor | 20:56

  4. Wie wär's mal wenn

    Keridalspidialose | 20:49

  5. Re: Eine nette idee

    x2k | 20:44


  1. 21:08

  2. 19:00

  3. 18:32

  4. 17:48

  5. 17:30

  6. 17:15

  7. 17:00

  8. 16:37


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel