Trinkwasserversorgung: Drohnen treffen Entsalzungsanlage am Golf
Bei einem Drohnenangriff auf Bahrain ist am Wochenende auch eine Wasserentsalzungsanlage für die Aufbereitung von Trinkwasser beschädigt worden. Bahrains Innenministerium bestätigte am Sonntag laut dem arabischen Sender Al-Dschasira(öffnet im neuen Fenster) materielle Schäden, machte jedoch keine Angaben zum Ausmaß der Beeinträchtigung der Wasserproduktion. Die Electricity and Water Authority teilte dagegen mit, der Angriff habe keinen Einfluss auf die Wasserversorgung oder das Leitungsnetz gehabt.
Der Iran bekannte sich bis Sonntagabend nicht öffentlich zu dem Angriff. Außenminister Abbas Araghchi schrieb auf X(öffnet im neuen Fenster) , die USA hätten zuvor eine Entsalzungsanlage auf der iranischen Golfinsel Qeschm angegriffen und dabei die Wasserversorgung von 30 Dörfern beeinträchtigt. " Die USA haben diesen Präzedenzfall geschaffen, nicht der Iran ", betonte er. Ein Sprecher des US-Central Command wies dies zurück(öffnet im neuen Fenster) und erklärte, US-Streitkräfte zielten nicht auf Zivilisten.
60 Prozent des Trinkwassers aus Entsalzung
Der Nahe Osten beherbergt mehr als 40 Prozent der weltweiten Entsalzungskapazität(öffnet im neuen Fenster) – rund 5.000 Anlagen versorgen die Region mit Trinkwasser. Bahrain bezieht rund 60 Prozent seines Trinkwassers aus Entsalzung und ist zusätzlich auf eine Pipeline aus Saudi-Arabien angewiesen. Natürliche Grundwasservorkommen existieren kaum.
Die rund 1,6 Millionen Einwohner des Landes wären bei einem längeren Ausfall schnell in ernste Schwierigkeiten geraten. Kuwait deckt etwa 90 Prozent seines Wasserbedarfs auf diesem Weg, Israel rund 80 Prozent des Trinkwassers(öffnet im neuen Fenster) ; bezogen auf die gesamte Wasserversorgung inklusive Landwirtschaft liegt der Anteil deutlich niedriger, da Israel aufbereitetes Abwasser intensiv für die Bewässerung nutzt.
Hussein Ibish vom Arab Gulf States Institute in Washington(öffnet im neuen Fenster) bezeichnete Entsalzungsanlagen als noch kritischere Schwachstelle als Energieinfrastruktur: " Das geht wirklich an die Lebensader – und das in erheblichem Ausmaß. Diese Anlagen sind, mehr noch als die Energieinfrastruktur der Golfmonarchien, ihre Achillesferse ." Kleinere Staaten wie Bahrain könnten die Folgen innerhalb weniger Tage zu spüren bekommen.
Der Konflikt weitet sich aus
Der Angriff auf Bahrain steht nicht allein. Am Samstag explodierte eine Drohne neben dem Concourse A des Flughafens Dubai(öffnet im neuen Fenster) und löste eine vorübergehende Sperrung des Flughafenbetriebs aus. Das saudi-arabische Ölfeld Berri von Saudi Aramco wurde offenbar ebenfalls getroffen. Kuwait meldete Treffer auf zwei Treibstofftanks an seinem Hauptflughafen(öffnet im neuen Fenster) , wobei einer der Tanks in Brand geriet. Katar stellte bereits Anfang März nach iranischen Drohnenangriffen auf die Industriestadt Ras Laffan seinen Flüssiggasexport vorübergehend ein(öffnet im neuen Fenster) .
Israels Militär gab am Samstagnacht bekannt, Treibstofflager in und um Teheran angegriffen zu haben(öffnet im neuen Fenster) . Es war das erste Mal in diesem Konflikt, dass Energieinfrastruktur auf iranischem Territorium ins Visier genommen wurde. Die Teheraner Provinzregierung reagierte mit einer Senkung der Kraftstoffzuteilung von 30 auf 20 Liter pro Fahrzeug; an Tankstellen bildeten sich lange Schlangen(öffnet im neuen Fenster) .
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