Trials of the Blood Dragon im Test: Motorräder im B-Movie-Rausch

Nach Far Cry 3 Blood Dragon mischt Ubisoft erneut Genres zusammen: In Trials of the Blood Dragon geht es um Motorrad-Kunststücke und einen aussichtslosen Krieg. Der Stilmix hat großartige Momente zu bieten - treibt Action- und Fahrfans aber auch immer wieder zur Verzweiflung.

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Trials of the Blood Dragon
Trials of the Blood Dragon (Bild: Ubisoft)

Wie bereits in Far Cry 3 Blood Dragon gibt es auch im neuen Trails eine Geschichte, wie sie sinnloser nicht sein könnte. Actionheld Rex Power Colt ist verstorben - das hält ihn aber nicht davon ab, als Hintergrundsprecher in rauchigem Englisch das Spiel einzuleiten und auf seine beiden Kinder hinzuwiesen, die diesmal als Protagonisten agieren. Die Aufgabe der beiden ist es, im vierten Vietnamkrieg allerlei Gefechte zu bestreiten - und dabei Hindernisse ebenso aus dem Weg zu räumen wie Soldaten, Monster und riesige Endgegner.

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Ein Großteil der Spielzeit wird wie in einem klassischen Trials-Titel auf dem Motorrad verbracht. Es gilt also, Gas und Bremse so im Griff zu haben, dass Sprünge ebenso wie steile Abfahrten, kleine Loopings und knifflige Übergänge ohne Sturz überstanden werden. Es braucht immer wieder einige Versuche, bis die kurzen Abschnitte gemeistert sind. Dank tollem Spielgefühl und fair ansteigendem Schwierigkeitsgrad bleibt die Motivation, immer neue Bestzeiten und weniger Fehler zu schaffen, konstant hoch. Auch die Rücksetzpunkte sind fair gewählt.

Das ungewöhnliche Szenario fügt sich gut in die Trials-Welt ein. Es macht Spaß, vor einem Feuerspeienden Drachen zu fliehen oder durch wilde Actionszenen im Stil eines 80er-Trash-Films zu rasen und dabei Wände zum Einsturz zu bringen, auf einer Lore zu balancieren oder später auch mal mit einem Panzer anstelle des Bikes zu rasen.

Absturz in den Jump-and-Run-Passagen

Weniger gelungen sind die Momente, in denen Trials of the Blood Dragon auf Elemente jenseits der Motorradaction setzt. So ist es später möglich, auch auf dem Bike Schusswaffen oder einen Greifhaken einzusetzen - was in der Bedienung umständlich ist. Noch weniger überzeugen allerdings eingeschobene Jump-and-Run-Level, in denen der Spieler zu Fuß unterwegs ist. Simple Sprünge über Plattformen, dumme KI-Gegner und Schusswaffen, die kaum kontrollierbar via rechtem Analogstick gesteuert werden, lassen diese Passagen ungewöhnlich lieblos wirken.

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Die Präsentation hingegen ist immer wieder für einige Lacher gut. Die Zwischensequenzen mit Comic-Passagen, eingestreute historische Werbeclips, gewolltes Bildflimmern und B-Movie-Charme wissen wie im Far-Cry-Ausflug durchaus zu überzeugen.

Trials Of The Blood Dragon ist für Windows-PC, Xbox One und Playstation4 als Download über Uplay oder in den Stores der Konsolen für rund 15 Euro verfügbar. Es hat von der USK eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten.

Fazit

Ein merkwürdiger Mix, der leider nicht ganz aufgeht: Als Actionspiel funktioniert Trials of the Blood Dragon nicht, dafür sind die Jump-and-Run-Passagen zu lieblos gestaltet. Die Trials-Momente hingegen machen Spaß und sind äußerst abwechslungsreich. Fans der Reihe werden also phasenwiese bestens unterhalten, müssen aber immer wieder zwischendurch Action-Level absolvieren, die die Motivation spürbar drücken - da hilft auch die abgedrehte Inszenierung nur wenig.

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