Trezor: Nutzer werfen Apple Untätigkeit bei Krypto-Scam vor
Ende Januar und Anfang Februar 2021 stand in Apples App Store eine App zur Verfügung, die sich als Anwendung für die Hardware-Krypto-Wallets des tschechischen Herstellers Trezor ausgab. Wie die Washington Post berichtet(öffnet im neuen Fenster), wurden mehrere Personen dank der App um Bitcoin und andere Kryptowährungen im Wert von mehreren Hunderttausend US-Dollar erleichtert.
So hat sich der Bitcoin-Besitzer Phillipe Christodolou die App heruntergeladen, da sie bei der Suche auf der ersten Position auftauchte, das Logo und den Namen von Trezor trug und zahlreiche 5-Sterne-Bewertungen hatte. Nachdem Christodolou sich mit den Daten seiner Krypto-Wallet angemeldet hatte, wurden die darauf gespeicherten Bitcoins abgehoben.
Insgesamt hat Christodolou 17,1 Bitcoins verloren, die zum damaligen Zeitpunkt einen Wert von über 600.000 US-Dollar hatten. Der Nutzer wirft Apple vor, trotz des Versprechens, dass es sich beim App Store um den sichersten App-Marktplatz handeln soll, eine derartige App zugelassen zu haben. Apple rühmt sich damit, jede Anwendung vor der Veröffentlichung zu prüfen.
App-Inhalt nach Veröffentlichung verändert
Apple zufolge soll die Fake-Trezor-App als Verschlüsselungs-App eingereicht worden sein, die angeblich mit dem Hersteller der Krypto-Wallets nicht zu tun haben sollte. Das hätten die Entwickler Apple versichert. Dass das Logo der App dem von Trezor entsprach, schien niemanden gestört zu haben.
Nach der Freischaltung im App Store wurde die Funktion der Anwendung heimlich ausgetauscht und durch eine Eingabemaske für die Zugangsdaten der Krypto-Wallets ersetzt. Das ist natürlich nicht erlaubt, kontrolliert wird es von Apple aber nicht automatisch. Erst, wenn sich Nutzer beschweren, handelt das Unternehmen – auch die Trezor-App wurde Anfang Februar 2021 nach knapp zwei Wochen gesperrt.
Zu diesem Zeitpunkt hatten Nutzer der Washington Post zufolge aber bereits insgesamt 1,6 Millionen US-Dollar in Kryptowährungen verloren. Auch im Play Store für Android soll es eine entsprechende App gegeben haben. Die Betroffenen ärgern sich aber auch darüber, dass gerade Apple einen derartigen Betrug nicht verhindert hatte.
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Keine Daten leichtfertig weitergeben
Eine Mitschuld tragen aber natürlich auch die Betroffenen selbst. Trezor bietet selbst noch keine eigene App an, was sich sicherlich schnell hätte herausfinden lassen. Wer Bitcoin im Wert von über einer halben Million US-Dollar auf einer Krypto-Wallet gespeichert hat, sollte möglicherweise etwas sorgfältiger sein, wenn es darum geht, die Daten irgendwo einzugeben. Im Zweifel reichen Betrügern wenige ahnungslose Benutzer mit vielen Bitcoin aus, um abzusahnen.
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