Trending Topics: Facebook weist Manipulationsvorwürfe zurück

Konservative Zeitungsartikel sind unerwünscht bei den Trending Topcis von Facebook - das berichtet zumindest ein US-Magazin mit Bezug auf ehemalige Angestellte. Ein Facebook-Manager weist die Anschuldigungen zurück.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Mitarbeiter von Facebook sollen die Trending Topics manipuliert haben.
Mitarbeiter von Facebook sollen die Trending Topics manipuliert haben. (Bild: Manjunath Kiran/AFP/Getty Images)

Facebook hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Auswahl von Artikeln für die Rubrik Trending Topics manipuliert zu haben. Ehemalige Mitarbeiter des IT-Konzerns hatten anonym berichtet, nicht ein "neutraler" Algorithmus identifiziere die wichtigsten Trends. Vielmehr sei der Nachrichtenstrom unter chaotischen Rahmenbedingungen zulasten von konservativen Politikern und Websites wie breitbart.com beeinflusst worden.

Der zuständige Facebook-Manager Tom Stocky erklärte nun, das Onlinenetzwerk habe keine Belege dafür gefunden. Solche Manipulationen seien nach den internen Richtlinien verboten, schrieb er in einem Facebook-Eintrag.

In einem Bericht von Gizmodo.com hatten namentlich nicht genannte frühere freie Mitarbeiter berichtet, bei der Überprüfung der News-Trends seien Nachrichten über Politiker wie den einstigen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney oder Treffen konservativer Gruppen herausgefiltert worden. Dagegen seien Themen wie die Bewegung gegen Rassendiskriminierung Black Lives Matter künstlich hinzugefügt worden. Die Nachrichtentrends sollen widerspiegeln, welche Ereignisse die Nutzer gerade interessieren.

Facebook-Manager Stocky schreibt nun, es gebe technische Barrieren gegen Manipulationen der Trending Topics. Zudem würden die Aktionen der Mitarbeiter aufgezeichnet und kontrolliert. Aufgabe des Teams sei es vor allem, die von einer Software ermittelten Trendnachrichten lediglich auf Doppelungen, Fälschungen oder schwache Quellenlage zu prüfen.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte vor einigen Wochen mit einem politischen Statement für Aufsehen gesorgt, im dem er sich gegen das Errichten von Mauern wandte. In den USA wurde das als Breitseite gegen den republikanischen Präsidentschaftsanwärter Donald Trump aufgefasst, der eine Mauer zwischen den USA und Mexiko bauen will. Mit über 1,6 Milliarden Mitgliedern weltweit wäre Facebook in der Lage, die Ansichten vieler Menschen über eine gezielte Nachrichtenauswahl zu beeinflussen.

"Wir fügen keine Artikel künstlich den Trendthemen hinzu und weisen auch unsere Prüfer nicht an, dies zu tun", schrieb Stocky. Auch eine Überprüfung habe gezeigt, dass der Vorwurf, Black Lives Matter sei gezielt zum Trend gemacht worden, falsch sei. Vor einigen Monaten war eine interne E-Mail Zuckerbergs bekanntgeworden, in der er Mitarbeitern verbot, den Slogan der Bewegung auf einer Kritzelwand in der Facebook-Zentrale durchzustreichen. Das Silicon Valley ist traditionell eher für eine liberale Gesinnung bekannt.

Den von Gizmodo zitierten Mitarbeitern zufolge seien Themen manchmal zu den Trends hinzugefügt worden, um sie aktueller oder politisch relevanter wirken zu lassen. Einer von ihnen, der sich als Anhänger der Konservativen zu erkennen gab, erzählte, es seien individuelle Entscheidungen einzelner Personen gewesen, die Artikel blockiert hätten. Zugleich räumte auch Gizmodo ein, dass es keine Belege dafür habe, dass dies Firmenpolitik gewesen sei.

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