Trend in Deutschland: 90 Prozent der jungen Befragten nutzen KI im Alltag

Die Nutzung von KI-Tools wie ChatGPT, Dall-E, Gemini und Co. ist für viele mittlerweile keine Seltenheit mehr. Tatsächlich verwenden immer mehr Menschen laut einer Umfrage des Forschungsinstituts Forsa ein KI-Tool. Vor allem junge Menschen seien davon betroffen. Neun von zehn der Befragten im Alter von 16 bis 29 Jahren verwendet KI. Insgesamt wurden 1.005 Menschen im Auftrag des Tüv-Verbands befragt(öffnet im neuen Fenster) . Die Ergebnisse lassen sich auf der Webseite des Verbands nachlesen.
Auch bei den 30- bis 49-Jährigen, die einen Großteil der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland ausmachen, ist KI offenbar bereits sehr beliebt. Hier geben acht von zehn Menschen (80 Prozent) an, KI zu verwenden. Bei der Altersgruppe 50 bis 64 sind es 63, bei den über 65-Jährigen 35 Prozent. 45 Prozent aller Befragten geben an, KI mehrmals pro Woche zu nutzen.
KI als Recherchewerkzeug
Am beliebtesten ist KI dabei wohl als Tool für Recherche- und Informationssuche. Mehr als zwei Drittel der User verwenden KI dafür. Aber auch das Generieren und Optimieren von Texten gehört für etwas weniger als die Hälfte der Befragten (43 Prozent) zum Alltag. An erster Stelle rangiert dabei ChatGPT (85 Prozent), gefolgt von Googles Gemini (33 Prozent).
Das wundert nicht: Die beliebten KI-Modelle wie ChatGPT, Gemini und Microsoft Copilot sind teils kostenlos nutzbare Large-Language-Modelle, die auf das Zusammentragen von Informationen und Verfassen von Text ausgerichtet wurden. Oft wird KI dabei sogar unbewusst verwendet, etwa wenn eine Google-Suche automatisch generierte Zusammenfassungen anzeigt. Diese Nutzung gaben auch nur 14 Prozent der Befragten als bewusste Nutzung von KI an.
Kleine Stichprobe und große Dunkelziffer
Es ist schwierig, die Ergebnisse einer solchen Umfrage auf die gesamte Bevölkerung zu übertragen. Auch bei einer als statistisch repräsentativ anmutenden Menge von mehr als 1.000 Befragten können innerhalb dieser im Vergleich zur Gesamtbevölkerung kleinen Gruppe Abweichungen zum normalen Bevölkerungsbild entstehen.
Zum Beispiel sind Menschen eher dazu geneigt, eine Umfrage zu beantworten, wenn sie sich für dieses Thema auch interessieren. Zum anderen werden viele KI-Features oft nicht bewusst genutzt, da sie versteckt in Form von Bildfiltern auf dem Smartphone, während der Google-Suche oder beim Shopping-Trip auf Amazon auftreten. Die genannten Zahlen können deshalb einer hohen Fehlerquote unterliegen.
Ein genereller Trend lässt sich daraus aber trotzdem ableiten: KI wird auch in Deutschland, einem traditionell eher technikskeptischen Land, immer beliebter und bestimmt vor allem den Alltag der jungen Generationen. Was daraus politisch abgeleitet wird, muss sich zeigen.



