Trenching: Leerrohre nutzen, statt neu darüber zu verlegen

Netzbetreiber verlegten Glasfaser mit Trenching neu, während darunter freie Leerrohre unbenutzt blieben. Das sagte Stefan Sauer (CDU), Mitglied des Bundestags-Ausschusses Digitale Agenda am 23. März 2021 während der Veranstaltung VATM Virtuell(öffnet im neuen Fenster) . "Ich weiß aus meiner Zeit als Bürgermeister, dass Netzbetreiber Glasfaser neu verlegen, während darunter Leerrohre leer bleiben" , berichtete Sauer.
Um das zu vermeiden, müsse genau offengelegt werden, "wo Leerrohre verlegt sind, wobei die Kleinigkeit, wer sie gebaut hat, weniger bedeutend ist" , betonte Sauer mit Blick auf einen schnelleren FTTH-Ausbau in Deutschland.
Ein tatsächlicher Nachteil von Trenching sei, dass darunter liegende Versorgungsleitungen im Wartungsfall schwerer zu erreichen seien. "Hier muss Handschachten zum Einsatz kommen und das kommt tatsächlich teurer" , sagte Sauer. Wer die Mehrkosten übernimmt, sei weiter ungeklärt.
Mit Vectoring viel Zeit verloren
Laut Norbert Westfal, Sprecher der Geschäftsführung des Netzbetreibers Ewe Tel, ist der alternative Ausbau "kein Allheilmittel, in den Städten wird man sehr viel klassisch bauen müssen" .
Deutschland habe mit dem Vectoring von Kupfer "Zeit verloren, das müssen wir aufholen" , betonte Sauer und auch Westfal erklärte, dass beim Glasfaserausbau wertvolle Zeit mit Vectoring verloren wurde. Es sei wichtig, die künftige "Glasfaserregulierung gut zu machen. Wo immer Glasfaser liegt, muss Open Access ins Gesetz." Beim Übergang von Kupfer zu Glas sei ein Migrationskonzept gefragt, das der Branche Stabilität bringe.
David Zimmer, Präsident des VATM und Geschäftsführer der Deutsche Glasfaser erklärte, dass der eigenwirtschaftliche Ausbau Vorrang vor dem geförderten haben müsse. "Förderung sollte es nur da geben, wo es eigenwirtschaftlich nicht geht." Sonst habe die Branche keine dauerhafte Planungssicherheit.



