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(Bild: Marc Sauter/Golem.de)

Treiber-EULA: Nvidia untersagt Geforces in Rechenzentren

Wer eine Geforce oder Titan verwendet, darf diese Nvidia-Karten der aktualisierten Endbenutzer-Lizenzvereinbarung zufolge nicht mehr in Rechenzentren, etwa für Deep Learning, einsetzen. Für Server-Anbieter oder Universitäten ist das ein Problem.

Der Grafikkartenhersteller Nvidia hat die Endbenutzer-Lizenzvereinbarung (EULA) des Geforce-Treibers aktualisiert, was weitreichende Folgen haben dürfte: Die überarbeitete EULA untersagt den Einsatz der Software für den Einsatz in Rechenzentren. Betroffen sind davon Anwendungen wie Cloud-Server mit Deep Learning auf Basis von Geforce- und Titan-Karten, die der Endbenutzer-Lizenzvereinbarung zufolge nicht mehr gestattet sind.

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Video: Nvidia zeigt die Titan V [0:59]

Für private Anwender sollte das zwar irrelevant sein, nicht aber für den kommerziellen Einsatz oder an Universitäten, sofern dort Geforces in Rechenzentren stecken. So hat sich Nvidia beispielsweise bei Sakura gemeldet: Deren Systeme mit Titan X würden eine Verletzung der Lizenzvereinbarung darstellen, weshalb das japanische Unternehmen seine Quad-CPU-Server vorerst nicht mehr als Service anbietet.

Mining bleibt weiterhin erlaubt

Hintergrund könnte sein, dass Nvidia möchte, dass Kunden auf Tesla-oder zumindest Quadro-Rechenkarten setzen. Die sind bei gleicher Geschwindigkeit weitaus teurer als Geforce- und Titan-Modelle, was allerdings teilweise durch Hardware-Unterschiede, vor allem aber durch die Software-Unterstützung gerechtfertigt ist. Die Profi-Karten und -Treiber weisen Funktionen wie eine höhere FP16-Leistung auf, die in den für Consumer gedachten Ablegern nicht enthalten sind.

Einzige Ausnahme der untersagten Rechenzentren-Nutzung sind Blockchain-Anwendungen, also etwa das Schürfen (Mining) von Kryptowährungen wie Ethereum oder Monero. Es ist somit recht eindeutig, dass Nvidia darauf abzielt, Deep Learning in Datacentern auf Consumer-Grafikkarten zu unterbinden. Das sorgt unter anderem in Japan für Unmut und für nicht ganz ernst gemeinte Vergleiche, die Nvidia und Jensen Huang auf eine Stufe mit der Ersten Ordnung und Kylo Ren stellen.

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