Treffen der Generationen: Marlon Brando als Star-Trek-Bösewicht? Warum es nie dazu kam

Fast wäre Marlon Brando, einer der bekanntesten Schauspieler Hollywoods, Teil des Star-Trek-Universums geworden, wie die US-amerikanische Entertainment-Website Slashfilm(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Während der Produktion von Star Trek: Treffen der Generationen im Jahr 1994 bekundete Marlon Brando demnach Interesse daran, den Antagonisten Dr. Soran zu spielen. Das geht aus einer Biografie über die frühere Paramount-Chefin Sherry Lansing hervor und wurde zuerst von der US-amerikanischen Popkultur- und Entertainment-Webseite Den of Geek(öffnet im neuen Fenster) aufgegriffen wurde.
Brando war zu teuer
Star Trek : Treffen der Generationen war der siebte Kinofilm der Reihe und der erste, der die Crew von Star Trek: The Next Generation ins Kino brachte. Zugleich sollte der Film eine Brücke zur Originalserie schlagen: Captain Jean-Luc Picard, gespielt von Patrick Stewart, trifft darin auf Captain James T. Kirk, verkörpert von William Shatner. Um diese Übergabe erzählerisch zu ermöglichen, verlangte das Studio von den Drehbuchautoren Ronald D. Moore und Brannon Braga eine Zeitreise-Konstruktion sowie einen zentralen Gegenspieler.
Diese Rolle fiel letztlich an Malcolm McDowell, der den Wissenschaftler Dr. Soran spielte. Laut Rick Berman, langjähriger Produzent der Star-Trek-Reihe, meldete sich jedoch während der Vorproduktion überraschend Marlon Brando bei Paramount. Brando, der zu diesem Zeitpunkt bereits als Hollywood-Legende galt, ließ sein Interesse an der Rolle ausrichten.
Die Studiochefin lehnte jedoch ab. Der Grund war vor allem finanzieller Natur: Brandos Gage hätte sich Berichten zufolge im zweistelligen Millionenbereich bewegt. Angesichts eines Gesamtbudgets von rund 35 Millionen US-Dollar erschien das nicht vertretbar. Zudem äußerte Berman Zweifel, ob Brando für eine körperlich anspruchsvolle Rolle geeignet gewesen wäre.
Erfolg auch ohne Brando
Aus heutiger Sicht war die Entscheidung nachvollziehbar. Brando war Anfang der 1990er Jahre niemand mehr, der Zuschauer ins Kino lockte, auch wenn sein Name weiterhin Strahlkraft besaß. Star Trek: Treffen der Generationen spielte weltweit rund 118 Millionen US-Dollar ein – ein solider Erfolg, der wohl kaum größer ausgefallen wäre, hätte Brando den Film dominiert.
Warum Brando sich überhaupt für Star Trek interessierte, bleibt offen. Eine öffentliche Erklärung des Schauspielers gibt es nicht. Sicher ist nur: Sein Name bleibt eine kuriose Fußnote in der Geschichte der Science-Fiction-Reihe.



