Transport: Üo, der fahrbare Ball
Segways , Ninebots , Hoverboards – in den vergangenen Jahren sind einige neuartige Verkehrsmittel auf den Markt gekommen – mit zwei Rädern und einer elektronischen Steuerung. Das nächste Verkehrsmittel kommt aus Deutschland, und es braucht nicht einmal zwei Räder: Üo rollt auf einem Ball.

Vom Prinzip her funktioniert Üo – die Abkürzung steht für Über-Ball – ähnlich wie die genannten Fahrzeuge: Der Nutzer steht auf zwei Metallplatten und hält sich an einer Deichsel fest. Gelenkt, beschleunigt und verzögert wird durch eine Verlagerung des Körpergewichts. Anders als etwa bei einem Segway bietet Üo eine weitere Möglichkeit zum Steuern: Oben auf der Deichsel sitzt ein kleiner Joystick, mit dem der Üo gelenkt werden kann.
Drei omnidirektionale Räder drehen den Ball
Üo fährt nicht auf Rädern, sondern auf einem Ball. Das macht das Gefährt agiler als etwa einen Segway: Üo kann nicht nur vorwärts oder rückwärts fahren, sondern auch seitwärts und in jede beliebige andere Richtung. Diese Wendigkeit ermöglicht der Antrieb: Der besteht aus drei Elektromotoren, jeder von ihnen treibt ein omnidirektionales Rad an.
Jeder Motor hat eine Leistung von 450 Watt. Damit schafft Üo eine Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h. Als Energiespeicher dient ein Lithium-Polymer-Akku mit einer Kapazität von 16.000 mAh. Über die Reichweite und die Laufzeit macht Entwickler Olaf Winkler keine Angaben. Eine kleinere Version, der Üo EZ, hat 350-Watt-Motoren.
Der Entwickler hat eine Crowdfunding-Kampagne initiiert
Winkler, der für dieses Projekt seine Arbeitsstelle in der Automobilindustrie aufgegeben hat, hat eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Kickstarter(öffnet im neuen Fenster) eingerichtet. Darüber will er bis Anfang Mai 40.000 Euro einsammeln. Bisher haben allerdings erst 14 Unterstützer 2.600 Euro zugesagt.
Einen Üo EZ ohne Akku gibt es für 900 Euro – der soll später 1.400 Euro kosten. Den normalen Üo ohne Akku gibt es für 1.250 Euro statt für 1.700 Euro. Wer einen Üo mit Akku haben möchte, muss 1.400 Euro zusagen. Im Geschäft soll das Gefährt später 2.000 Euro kosten. Die ersten Üo will Winkler im August 2017 ausliefern.