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Kleine Brötchen und neue Abnehmer

Je komplexer das Transportnetz wird, desto wichtiger ist die Übersichtlichkeit im Spiel. "Das User Interface ist noch nicht fertig", räumt Frischknecht ein. Dennoch ist es schon jetzt übersichtlicher als im Vorgänger. Beispielsweise kann man jetzt direkt erkennen, warum eine Stadt gewachsen ist - im ersten Transport Fever war das noch mit Rätselraten verbunden.

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Auch sonst hat sich im Sequel so einiges verändert: Eine nette Neuerung sind modulare Stationen, die bei Bedarf nachträglich ausgebaut werden können. Allerdings hilft die Skalierung nicht immer. Das merkt man beispielsweise, wenn man ein riesiges Brot-Zwischenlager baut, um "auf Halde" zu backen: Wird mehr produziert als transportiert, dann kommt es im Spiel zu Warenverlusten. Nicht nur bei verderblichen Dingen wie Brot, sondern auch bei Holzbrettern oder Ziegelsteinen. Wer nicht transportiert, verliert.

Modulare Stationen und übersichtliche Info-Layer sind nur zwei von zahlreichen Neuerungen. Einen guten Überblick der neuen Features liefert Tom Schrettl im Video-Interview. Als Project and Community Manager von Urban Games spielt Schrettl bei der Umsetzung der Wünsche von Fans eine zentrale Rolle. Urban Games habe versucht, so viele Ideen aus der Community wie möglich umzusetzen, sagt er. "Eine davon ist das gesamte World Editing, wie wir das nennen. Das heißt, die Möglichkeit für den Spieler, die Welt noch viel mehr selbst zu gestalten."

So kann man beim Start eines freien Spiels unter anderem die Position der Städte, die Art der Industrien und die Straßenverbindungen festlegen. Aber auch mitten im Spiel lässt sich prinzipiell jedes Savegame in den Editor packen und umgestalten. "Das heißt, wenn man irgendwann keine Aufgaben mehr hat, platziert man neue Städte, ändert Industrien - und kann sich auch selbst so die Aufgaben schaffen", sagt Schrettl.

Der World Editor wird leistungsfähiger: Spieler können das Gelände künftig flexibler aufschütten und absenken, Wasserlinien verändern, Bäume pflanzen und die Landschaft anmalen, um verschiedene Klimazonen visuell zu gestalten. Das Spiel selbst bekommt entwicklerseitig eine neue Klimazone hinzu: Neben Europa und Wildem Westen gibt es jetzt auch tropische Gebiete mit Inseln und Traumstränden - die an den Warentransport allerdings besondere Herausforderungen stellen.

Riesiger Fuhrpark

Transport Fever 2 wird aber umfangreicher als der Vorgänger. Urban Games bietet über 200 verschiedene Fahrzeuge auf, das Angebot reicht vom Zug über Busse und Straßenbahnen hin zu Lastwagen, Flugzeugen und Schiffen. Natürlich kann das Ganze noch durch emsige Modder über den Steam Workshop erweitert werden. Transport Fever 2 beschränkt sich keineswegs auf die Gegenwart: Die Spieler können drei verschiedene Äras beackern - von 1850 bis 1920, von 1920 bis 1970 und von 1970 bis in die Gegenwart. "Das heißt, die Gebäude werden mit der Zeit auch moderner, wenn sich die Städte entwickeln", sagt Schrettl.

"Vom Umfang her sollten etwa 700 verschiedene Gebäude im Spiel sein, wenn alles gutgeht. Die entsprechenden Sets haben wir wesentlich vergrößert und verbreitert. Das Ganze ist auch in drei verschiedene Zonen unterteilt. Es gibt Wohngebäude, Industriegebäude und Gewerbegebäude." Allein die Kampagne soll den Entwicklern zufolge rund 20 Stunden Spielspaß bieten und 18 Missionen umfassen.

  • Sonderzug in der Dauerschleife: Urban Games hat sein Transport Fever 2 bei einer Bahnfahrt um Berlin präsentiert.  (Foto: Achim Fehrenbach)
  • Zocken im Zug: Anspiel-Session mit Entwickler Lukas Frischknecht von Urban Games (Foto: Achim Fehrenbach)
  • Studiochef Basil Weber (l.) präsentiert das neue Spiel. (Foto: Achim Fehrenbach)
Zocken im Zug: Anspiel-Session mit Entwickler Lukas Frischknecht von Urban Games (Foto: Achim Fehrenbach)

In einer Mission hat man im Nevada des Jahres 1860 eine Goldmine geerbt, die sich aber als Silbermine entpuppt. Also satteln wir von Minenbesitzer auf Transportunternehmer um, transportieren Bodenschätze und später auch Passagiere - auf dem Weg zum Transport-Tycoon im Wilden Westen.

In Zeiten des Klimawandels stellt sich die Frage, welchen Stellenwert der Umweltschutz im Spiel einnimmt. Schließlich glaubt ja heutzutage kaum noch jemand, dass Wirtschaftswachstum ohne Nachhaltigkeit selig machen kann. Transport Fever 2 führt Umweltschutz über den Faktor "Emissionen" ein - damit ist, zumindest in der vorliegenden Version, die Lärmbelastung gemeint.

Wenn wir also eine Autobahn durch ein Wohngebiet bauen, dann sinkt die Attraktivität des Ortes - und die Stadt schrumpft wieder, was unserer Nachfrage schadet. Also sind kreative Lösungen gefragt: Laut Lukas Frischknecht können wir zum Beispiel auf elektrische Fahrzeuge umrüsten, Tunnel und Schallschutzwände bauen, aber eventuell auch die Streckenführung ändern. "Man muss überlegen, wo baue ich an, vielleicht etwas außerhalb, und mache dann einen Bustransfer in die Stadt", erklärt uns Frischknechts Kollege Tom Schrettl. Wachstum habe eben seinen Preis - auch in einer Simulation wie Transport Fever 2.

Offenlegung: Der Autor hat auf Einladung von Urban Games an der Präsentation von Transport Fever 2 teilgenommen, die Reisekosten wurden von dem Entwicklerstudio übernommen. Die Berichterstattung ist davon nicht beeinflusst und bleibt gewohnt neutral und kritisch. Der Artikel ist, wie alle anderen auf unserem Portal, unabhängig verfasst und unterliegt keinerlei Vorgaben seitens Dritter.

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 Transport Fever 2 angespielt: Wachstum ist doch nicht alles
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superdachs 16. Jul 2019

Bei Transport Fever haben mich zwei Dinge massiv gestört. Zum einen der nahezu...

IsMaWurscht 11. Jul 2019

+1

IsMaWurscht 11. Jul 2019

Habe über 1100h TransportFever auf dem Buckel. Richtig Spaß hat es aber erst nach dem...

lester 10. Jul 2019

Also im Prinzip wie in der Realität, die Concorde war unter dem Strich ja auch nur ein...

flaaschwoscht 10. Jul 2019

Ich bin Fan von dem Genre und schau mir gerade Voxel Tycoon an. Das hat zwar einen ganz...


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