• IT-Karriere:
  • Services:

Transparenzbericht 2014: Posteo übt scharfe Kritik an fehlerhaften Anfragen

Der E-Mail-Anbieter Posteo hat seinen jährlichen Transparenzbericht veröffentlicht und übt dabei massive Kritik an den Behörden, die teils formal unzulässige Anfragen gestellt haben.

Artikel veröffentlicht am ,
Posteo kritisiert in seinem aktuellen Transparenzbericht, dass Behörden rechtswidirge Anfragen bei dem E-Mail-Anbieter eingereicht haben.
Posteo kritisiert in seinem aktuellen Transparenzbericht, dass Behörden rechtswidirge Anfragen bei dem E-Mail-Anbieter eingereicht haben. (Bild: Screenshot Golem.de)

In seinem jährlichen Transparenzbericht hat Posteo offengelegt, wie viele Ersuchen der E-Mail-Anbieter 2014 erhalten hat und wie vielen er tatsächlich nachgekommen ist. Nach eigenen Angaben verwaltet das Berliner Unternehmen etwa 100.000 Postfächer. 2014 erhielt Posteo laut Transparenzbericht 22 Ersuche von ausschließlich deutschen Behörden. Lediglich zwei Postfachbeschlagnahmungen kam das Unternehmen nach, da sie formal korrekt waren.

Stellenmarkt
  1. Stadtverwaltung Bretten, Bretten
  2. finanzen.de, Berlin

Der E-Mail-Anbieter weist darauf hin, dass es nach aktueller Rechtslage und auf Grund eines konsequenten Datensparsamkeitskonzepts weder über personenbezogene Daten seiner Kunden, etwa Bestandsdaten wie Namen und Adressen, noch über deren dynamische IP-Adressen verfügt. Demnach lehnte Posteo insgesamt 15 Ersuchen ab, weil sie nicht nach den erforderlichen Datenschutzbestimmungen übermittelt wurden. Eine Telekommunikationsüberwachung lehnte Posteo ab, weil der Originalbeschluss nicht rechtzeitig einging.

Zweifel an der Neuauflage der Datenvorratsspeicherung

Posteo bemängelt, dass sämtliche Anfragen unverschlüsselt per E-Mail bei dem Unternehmen eingegangen seien. Einige seien beim Support eingegangen und nicht bei dem dafür zuständigen Abuse-Team. Außerdem seien einige Ersuchen darüber hinaus rechtswidrig gewesen. Posteo weist darauf hin, dass nach Paragraf 113 des Telekommunikationsgesetzes eine Anfrage nach einer Bestandsdatenauskunft auf sicherem Wege erfolgen müsse, etwa über den Postweg oder verschlüsselt per E-Mail. Die Herausgabe von IP-Adressen ist untersagt. Dagegen hatte Posteo bei den zuständigen Landesdatenschutzbeauftragten Beschwerde eingereicht, denen diese rechtswidrige Praxis offenbar bereits bekannt ist.

Auf Grund seiner bisherigen Erfahrung lehnt Posteo die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung ab und appelliert an Justizminister Heiko Maas (SPD) "dass die Abfrage bzw. Übertragung von sensiblen Bürgerdaten durch Behörden nach §113 TKG grundsätzlich auf einem sicheren Wege (keine proprietären Lösungen) und auch sonst gemäß der gesetzlichen Bestimmungen erfolgt - und wenn sie per E-Mail erfolgt, dann ausschließlich per verschlüsselter E-Mail. Darüber hinaus fordern wir, dass die Bundesregierung schnellstmöglich Maßnahmen trifft, die sicherstellen, dass im Rahmen von Bestandsdatenabfragen nicht mehr rechtswidrig nach Verkehrsdaten ersucht wird oder um andere Informationen, die weit über den Regelungsgehalt der Norm hinausgehen."

Denn der E-Mail-Anbieter befürchtet, dass "sich die Anzahl der unsicheren und unzulässigen Datenübermittlungen und der Rechtsbrüche im Rahmen des Auskunftsverfahrens nach Paragraf §113 TKG durch die Einführung des Gesetzes noch weiter erhöhen würde."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  2. 1439,90€ (Vergleichspreis: 1530,95€)

Youssarian 25. Aug 2015

Das wird den Fall Posteo jetzt wohl nicht betreffen, aber statistisch ist es relevant...

dachau 25. Aug 2015

Da es Behörden vermutlich nicht hinbekommen, sich eine Mailverschlüsselung einzurichten...

dopemanone 25. Aug 2015

ich finde immer noch eine eigene domain die beste lösung für mich. beliebig viele...


Folgen Sie uns
       


Lenovo Thinkpad X1 Fold angesehen (CES 2020)

Das Tablet mit faltbarem Display läuft mit Windows 10X und soll Mitte 2020 in den Handel kommen.

Lenovo Thinkpad X1 Fold angesehen (CES 2020) Video aufrufen
Lovot im Hands-on: Knuddeliger geht ein Roboter kaum
Lovot im Hands-on
Knuddeliger geht ein Roboter kaum

CES 2020 Lovot ist ein Kofferwort aus Love und Robot: Der knuffige japanische Roboter soll positive Emotionen auslösen - und tut das auch. Selten haben wir so oft "Ohhhhhhh!" gehört.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Orcam Hear Die Audiobrille für Hörgeschädigte
  2. Schräges von der CES 2020 Die Connected-Kartoffel
  3. Viola angeschaut Cherry präsentiert preiswerten mechanischen Switch

Elektroautos in Tiefgaragen: Was tun, wenn's brennt?
Elektroautos in Tiefgaragen
Was tun, wenn's brennt?

Was kann passieren, wenn Elektroautos in einer Tiefgarage brennen? Während Brandschutzexperten dringend mehr Forschung fordern und ein Parkverbot nicht ausschließen, wollen die Bundesländer die Garagenverordnung verschärfen.
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Mercedes E-Econic Daimler elektrifiziert den Müllwagen
  2. Umweltprämie für Elektroautos Regierung verzögert Prüfung durch EU-Kommission
  3. Intransparente Preise Verbraucherschützer mahnen Ladenetzbetreiber New Motion ab

Amazon, Netflix und Sky: Disney bringt 2020 den großen Umbruch beim Videostreaming
Amazon, Netflix und Sky
Disney bringt 2020 den großen Umbruch beim Videostreaming

In diesem Jahr wird sich der Video-Streaming-Markt in Deutschland stark verändern. Der Start von Disney+ setzt Netflix, Amazon und Sky gehörig unter Druck. Die ganz großen Umwälzungen geschehen vorerst aber woanders.
Eine Analyse von Ingo Pakalski

  1. Peacock NBC Universal setzt gegen Netflix auf Gratis-Streaming
  2. Joyn Plus+ Probleme bei der Kündigung
  3. Android TV Magenta-TV-Stick mit USB-Anschluss vergünstigt erhältlich

    •  /