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Transitional Justice: Vorbereitung auf das Ende Nordkoreas dank freier Software

Staat und zivile Vereinigungen in Südkorea wollen auf ein mögliches Ende des Regimes in Nordkoreas vorbereitet sein. Eine kleine NGO sammelt mit Hilfe von freier Software, Kartografie und Interviews Daten über die Verbrechen, um diese später aufarbeiten zu können.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Die TJWG erstellt eine Karte von Verbrechen des Regimes in Nordkorea.
Die TJWG erstellt eine Karte von Verbrechen des Regimes in Nordkorea. (Bild: TJWG)

Das Ende des Regimes in Nordkorea könnte "morgen, in 10 Jahren oder erst in 30 Jahren" stattfinden, sagt Dan Bielefeld auf der Keynote der diesjährigen KDE Akademy, die zurzeit in Wien stattfindet. Besonders wichtig dabei sei aus Sicht von Bielefeld und seiner Mitstreiter, vorbereitet zu sein für den Umbruch, der mit dem Ende der Diktatur in Nordkorea sehr wahrscheinlich eintreten wird. Dazu sammelt das Team Informationen über die Verbrechen des Regimes, was ohne freie und offene Software (FOSS) nur schwer umsetzbar sei, sagt Bielefeld.

Inhalt:
  1. Transitional Justice: Vorbereitung auf das Ende Nordkoreas dank freier Software
  2. Mit Karten und freier Software für Gerechtigkeit

In Südkorea ist der Wunsch an eine mögliche Wiedervereinigung oder zumindest die Vorbereitung darauf und auf ein Ende des derzeit herrschenden Regimes in Nordkorea weit verbreitet. So gibt es etwa ein staatliches Ministerium, das Möglichkeiten der Wiedervereinigung ausarbeitet, damit diese den Staat nicht völlig unvorbereitet trifft. Bielefeld selbst arbeitet als Techniker der kleinen Nichtregierungsorganisation Transitional Justice Working Group (TJWG). Der Begriff Transitional Justice beschreibt dabei den Aufarbeitungsprozess einer Diktatur oder Gewaltherrschaft nach einem Umbruch (englisch: transition), der etwa Wahrheitskommissionen, Strafrechtsprozesse oder Ähnliches umfassen kann.

Dokumentation der Verbrechen

Die TJWG sammelt dafür Informationen, die größtenteils auf Interviews von Personen basieren, die aus Nordkorea flüchten konnten. Einen ersten Bericht dieser Arbeiten hat das Team im vergangenen Sommer veröffentlicht und stellt diesen über seine Webseite bereit. Hauptarbeitsgebiet ist hierbei die Dokumentation von Verbrechen gegen die Menschlichkeit und vor allem den Ort des Auftretens dieser: also etwa den Ort einer öffentlichen Hinrichtung, der berüchtigten Lager oder auch von Massengräbern.

In der Geschichte gibt es viele Beispiele für derartige Verbrechen, die im Nachhinein versteckt werden sollten, damit die Nachwelt diese nicht im Rahmen der Transitional Justice aufarbeiten kann. Bekannt ist etwa der Versuch des Nazi-Regimes, das Vernichtungslager Treblinka komplett einzuebnen und mit der Attrappe eines Bauernhofes zu tarnen. Ebenso fertigten die serbischen Truppen, die den Genozid in Srebrenica verübten, wenige Dokumente über ihre Taten oder Massengräber an und betteten die Leichen der Opfer nach den Taten teilweise sogar in weiter entfernte Gebiete um, um die Gräber und Morde zu vertuschen.

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Die TJWG möchte diesem Vertuschen der Täter im Falle Nordkoreas etwas entgegenstellen, soweit dies eben möglich ist, wofür das Team auf vielfältige freie Software setzt.

Mit Karten und freier Software für Gerechtigkeit 
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Bachsau 14. Jan 2019

Anders kann man das nicht bezeichnen. Was ein Verbrechen ist, hängt immer davon ab, wer...

OmranShilunte 13. Aug 2018

wobei das interessante an der diskussion ja ist, dass die USA 1951 nicht nur 2 millionen...

Anonymer Nutzer 13. Aug 2018

Vielleicht läuft es tatsächlich, wie in Deutschland 1989: - Nordkorea wird offiziell...

blaub4r 13. Aug 2018

Du weißt schon das NK eine inoffizielle versorgungslinie zu China hat. Mit wissen beider...

DLichti 13. Aug 2018

Selbst 25% der Bevölkerung können "weit verbreitet" sein. Solange es sich nicht nur um...


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