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Transient Electronics: Darpa will Spionagehardware mit Selbstzerstörung

Spionieren ohne Spuren – das plant die Darpa: Sie lässt elektronische Ausrüstung entwickeln, die sich mit der Zeit auflöst oder sich auf ein Signal hin zerstört.
/ Werner Pluta
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Projekt Vapr: Zerstörung auf Signal oder durch Umweltfaktoren (Bild: Darpa)
Projekt Vapr: Zerstörung auf Signal oder durch Umweltfaktoren Bild: Darpa

Lauschen und beobachten, ohne selbst vor Ort sein zu müssen, ist praktisch – nicht umsonst will die US-Armee Afghanistan mit einem Netz aus als Steinen getarnten Sensoren überziehen . Werden solche Sensoren aber gefunden, beweisen sie nicht nur die Spionage, der Gegner kann sie auch für seine Zwecke einsetzen. Das will die Defense Advanced Research Projects Agency (Darpa) künftig verhindern: mit Spionageausrüstung, die sich nach Gebrauch auflöst.

Elektronische Geräte und Sensoren seien für militärische Operationen unerlässlich geworden, aber es sei "praktisch unmöglich, jedes Gerät wieder aufzustöbern und zu bergen" , schreibt die Darpa in der Ankündigung und fragt: "Was, wenn diese elektronischen Geräte einfach verschwänden, wenn sie nicht mehr gebraucht werden?" . Dieser Grundidee folgt das Programm Vanishing Programmable Resources(öffnet im neuen Fenster) (Vapr), das die Wissenschaftsagentur des US-Verteidigungsministeriums eingerichtet hat.

Implantate aus Seide

Die Idee ist nicht grundsätzlich neu: Transient Electronics, vergängliche Elektronik, heißen solche Sensoren. John Rogers von der Universität des US-Bundesstaates Illinois in Urbana-Champaign will sie in der Medizin einsetzen: Sie sollen Patienten implantiert werden , beispielsweise um Infektionen nach einer Operation zu verhindern, und sich mit der Zeit auflösen. Substrat ist Seide, als Leitermaterial soll Magnesium eingesetzt werden.

John Rogers erklärt Transient Electronics
John Rogers erklärt Transient Electronics (05:00)

Sensoren, die in der freien Natur ausgebracht werden, müssen robuster sein als Implantate. Sie müssten so stabil sein wie handelsübliche Elektronikkomponenten, die beinahe unbegrenzt haltbar seien, erklärt Alicia Jackson, Leiterin des Programms(öffnet im neuen Fenster) . Aber eben nur beinahe unbegrenzt.

Signal zur Selbstzerstörung

"Die Darpa sucht nach einer Möglichkeit, elektronische Komponenten zu bauen, die genauso lange halten, wie sie gebraucht werden" , erläutert Jackson. "Die Zerstörung solcher Geräte könnte durch ein Signal ausgelöst werden, das vom Stab ausgesandt wird, oder durch alle möglichen Umweltfaktoren wie die Temperatur."

Am 14. Februar 2013 will die Darpa eine Konferenz, Proposer's Day(öffnet im neuen Fenster) genannt, abhalten. Dort wird die Agentur Interessenten das Projekt und seine Ziele vorstellen.


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