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Transatlantik: Hyperloop von London nach New York oder ein Gibraltar-Tunnel

Dass ein transatlantischer Unterwassertunnel tatsächlich gebaut wird, ist unwahrscheinlich. Vorschläge gibt es aber genug.
/ Patrick Klapetz
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Satellitenaufnahme der Straße von Gibraltar (Bild: Esa, Nasa)
Satellitenaufnahme der Straße von Gibraltar Bild: Esa, Nasa

Die Entwicklungen in der Vakuumröhrentechnologie machen das Konzept eines transatlantischen Tunnels praktikabler. An der Umsetzung arbeitet jedoch derzeit niemand, auch wenn es einige Konzepte gibt.

Laut einem Bericht von Newsweek(öffnet im neuen Fenster) könnte ein Hyperloop, der von Großbritannien in die USA führt, knapp 19 Billionen Euro kosten. Zum Vergleich: Der Bau des (Eisenbahn-)Eurotunnels, auch Kanaltunnel genannt, kostete 15 Milliarden Euro und dauerte sechs Jahre.

Der Tunnel verbindet Folkestone in Kent (Vereinigtes Königreich) mit Coquelles nahe Calais (Frankreich). Er ist 50,45 Kilometer lang, wovon 38 Kilometer unter Wasser liegen.

Höhere Geschwindigkeiten durch Vakuum = kürzere Reisedauer

Zwischen London und New York liegen dagegen 5.570 Kilometer (Luftlinie). Bei gleicher Baugeschwindigkeit würde die Konstruktion etwa 800 Jahre dauern. Selbst mit neuen Technologien wäre ein solcher Tunnel vermutlich ein Generationenprojekt.

Ein Flug zwischen den beiden Weltstädten dauert acht Stunden. Bisher war unklar, ob die Reisedauer auf herkömmlichen Schienen in einem solchen Unterwassertunnel die Baukosten rechtfertigen würde.

Durch die Erzeugung eines Vakuums im Tunnel und den Einsatz spezieller Fahrzeuge könnten Züge theoretisch Geschwindigkeiten von mehr als 4.800 (laut Newsweek) oder 8.000 km/h ( laut The Mirror(öffnet im neuen Fenster) ) erreichen. In Indien und China wird die Technologie getestet, um sie landesweit in die Hochgeschwindigkeitsbahnsysteme zu integrieren.

Dadurch würde die Fahrtdauer zwischen London und New York lediglich 54 Minuten betragen. Die Verkürzung der interkontinentalen Reise auf wenige Minuten könnte den Bau eines Transatlantiktunnels tatsächlich rechtfertigen. Zudem wäre diese Art des Transports deutlich effizienter und umweltfreundlicher als das Fliegen.

Vorschläge für einen Transatlantiktunnel

Bisher gibt es diverse Vorschläge für einen solchen Tunnel, wenngleich weder die USA noch Großbritannien ernsthafte Pläne für den Bau eines solchen Megaprojektes haben.

Ein Transatlantiktunnel könnte unterhalb des Meeresbodens oder auf dem Grund verlaufen oder es könnte eine Kombination aus beiden Varianten gebaut werden. In einigen Bereichen auf der Strecke würde ein solcher Tunnel jedoch in eine Tiefe von über 5.000 Metern vordringen müssen. Dort herrscht jedoch ein enorm hoher Druck.

Ein schwimmender Tunnel in einer Tiefe von etwa 50 Metern unter der Meeresoberfläche hätte dieses Problem nicht. Auf zahlreichen vorgefertigten Abschnitten würde dieser mit stabilen Seilen verankert werden. Jedoch sind all diese Vorschläge nicht ausgereift.

Statt von England in die USA geht es von Spanien nach Marokko

Daher bleibt der Transatlantiktunnel vorerst ein Traum. Dafür wird derzeit die 18 Kilometer lange feste Fehmarnbeltquerung(öffnet im neuen Fenster) zwischen Deutschland und Dänemark gebaut – auch wenn es kein Hyperloop ist. Die Inbetriebnahme könnte 2029 erfolgen.

In der Straße von Gibraltar soll ebenfalls ein Unterwassertunnel entstehen, um Spanien mit Marokko zu verbinden. Nachdem die spanische Regierung im Sommer 2023 eine Studie in Höhe von 2,3 Millionen Euro in Auftrag gab(öffnet im neuen Fenster) , wurde der Bau mittlerweile genehmigt.

Der Eisenbahntunnel soll bis zum Jahr 2030 – vor der Fußballweltmeisterschaft 2030(öffnet im neuen Fenster) , die voraussichtlich in Spanien, Portugal und Marokko stattfinden wird – für über sieben Milliarden Euro fertiggestellt werden.

Er soll 28 Kilometer lang werden und Punta Paloma in Südspanien und Malabata in der Nähe von Tanger in Marokko verbinden. Die maximale Tiefe der Straße von Gibraltar beträgt 475 Meter unter dem Meeresspiegel.


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