• IT-Karriere:
  • Services:

Tracking: Wenn das Smartphone wissen will, was im Fernsehen läuft

Tracking funktioniert längst nicht mehr nur mit Browser-Cookies. Ein indisches Unternehmen analysiert auch Umgebungsgeräusche von Smartphones, um festzustellen, welche Filme im Hintergrund laufen. In Europa soll die Technologie nicht zum Einsatz kommen - wegen der Datenschutz-Grundverordnung.

Artikel veröffentlicht am , Anna Biselli
Neue Trackingtechnologien wollen auch wissen, welche Serien im Hintergrund laufen.
Neue Trackingtechnologien wollen auch wissen, welche Serien im Hintergrund laufen. (Bild: Jonathan Nackstrand/AFP/Getty Images)

"Stellt euch uns als das Shazam für alle Medien vor" - so wirbt das indische Unternehmen Zapr Media Labs für seine Monitoringtechnologie, die Umgebungsgeräusche von Smartphones auswertet und daraus Profile über das Medienkonsumverhalten der Nutzer erstellt. Factor Daily hat verschiedene Apps untersucht, die Zaprs Technologie einbinden, und das Tracking in beliebten indischen Mobilanwendungen gefunden.

Stellenmarkt
  1. ekom21 - KGRZ Hessen, Gießen, Kassel
  2. Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen, Hamburg

Haben Apps Zaprs Tracking eingebunden, werden in variablen Abständen Geräusche mitgeschnitten und Fingerprints erstellt. Laut eigenen Angaben verfügt das Unternehmen über die weltweit größte Datenbank für Offline-Medienkonsum, mit der die Fingerprints verglichen werden. So will Zapr analysieren, welche Filme oder Fernsehsender Smartphone-Besitzer im Hintergrund anschauen, damit auch mit Hilfe dieser Daten gezielte Werbung ausgespielt werden kann.

Audiomitschnitte werden auch bei Kinder-Apps erstellt

Das Unternehmen behauptet, "nicht wissentlich" Daten über Kinder zu sammeln und gegen Apps vorzugehen, die das tun. Doch mit einer einfachen Suche nach "Zapr" im Google Play Store lassen sich zahlreiche Spiele-Apps finden, die sich an Kinder richten und Zaprs einbinden - etwa die App Jungle Adventures, die über 10 Millionen Downloads verzeichnet und für Kinder ab sechs Jahren freigegeben ist.

Über EU-Bürger will Zapr keine Audiodaten erheben, um die vergleichsweise strengen Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung zu erfüllen. Die Verantwortung für die Umsetzung liegt jedoch bei den App-Betreibern: Sie müssen laut Zaprs Datenschutzerklärung die aktuelle Zapr-Version nutzen, die EU-Nutzer automatisch aus der Datensammlung ausschließt.

Zapr ist längst nicht das einzige Unternehmen, das sich auf audiobasiertes Targeting spezialisiert hat. In einer Recherche der New York Times über das Silicon-Valley-Startup Alphonso entdeckten die Journalisten zahlreiche Apps, die derartige Technologie nutzen, auch hier befanden sich viele an Kinder gerichtete Spiele unter den Betroffenen.

Die Unternehmen rechtfertigen die Datensammlung dadurch, den Nutzern würde angezeigt, dass die Apps Zugriff auf die Smartphone-Mikrofone verlangen. Sie könnten dieser Form der Datenerhebung jederzeit widersprechen. Bei den Tests von Factor Daily sei jedoch in vielen Fällen nicht transparent gemacht worden, wozu der Mikrofon-Zugriff benötigt wird.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote

Niaxa 27. Nov 2018

Tja das ist aber nicht nur bei dem Thema so. In einger Gesellschaft ohne Vertrauen, ist...

HiddenX 27. Nov 2018

Eventuell neu in Android 9? Habe ein OnePlus 6T, das ist eig. recht nah an Vanilla...

Niaxa 27. Nov 2018

Pi Hole musst du ja nicht auf Android installieren. Da dieser auf DNS Ebene blockt, muss...

Niaxa 26. Nov 2018

Äh was bitte...

okidoki 26. Nov 2018

Ich hab zwar keinen Hut mit Ultraschall, aber das Dingens hier im Handy hört einfach so...


Folgen Sie uns
       


Death Stranding - Fazit

Das Actionspiel Death Stranding schickt uns in eine düstere Welt voller Gefahren - und langer Wanderungen. Das aktuelle Werk von Stardesigner Hideo Kojima erscheint für Playstation 4 und Mitte 2020 für Windows-PC.

Death Stranding - Fazit Video aufrufen
Concept One ausprobiert: Oneplus lässt die Kameras verschwinden
Concept One ausprobiert
Oneplus lässt die Kameras verschwinden

CES 2020 Oneplus hat sein erstes Konzept-Smartphone vorgestellt. Dessen einziger Zweck es ist, die neue ausblendbare Kamera zu zeigen.
Von Tobias Költzsch

  1. Bluetooth LE Audio Neuer Standard spielt parallel auf mehreren Geräten
  2. Streaming Amazon bringt Fire TV ins Auto
  3. Thinkpad X1 Fold im Hands-off Ein Blick auf Lenovos pfiffiges Falt-Tablet

Open Power CPU: Open-Source-ISA als letzte Chance
Open Power CPU
Open-Source-ISA als letzte Chance

Die CPU-Architektur Power fristet derzeit ein Nischendasein, wird aber Open Source. Das könnte auch mit Blick auf RISC-V ein notwendiger Befreiungsschlag werden. Dafür muss aber einiges zusammenkommen und sehr viel passen.
Eine Analyse von Sebastian Grüner

  1. Open Source Monitoring-Lösung Sentry wechselt auf proprietäre Lizenz
  2. VPN Wireguard fliegt wegen Spendenaufruf aus Play Store
  3. Picolibc Neue C-Bibliothek für Embedded-Systeme vorgestellt

Holo-Monitor angeschaut: Looking Glass' 8K-Monitor erzeugt Holo-Bild
Holo-Monitor angeschaut
Looking Glass' 8K-Monitor erzeugt Holo-Bild

CES 2020 Mit seinem neuen 8K-Monitor hat Looking Glass Factory eine Möglichkeit geschaffen, ohne zusätzliche Hardware 3D-Material zu betrachten. Die holographische Projektion wird in einem Glaskubus erzeugt und sieht beeindruckend realistisch aus.
Von Tobias Költzsch und Martin Wolf

  1. UHD Alliance Fernseher mit Filmmaker-Modus kommen noch 2020
  2. Alienware Concept Ufo im Hands on Die Switch für Erwachsene
  3. Galaxy Home Mini Samsung schraubt Erwartungen an Bixby herunter

    •  /