Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Tracking: Sammelklage wirft Apple illegale Datensammelei vor

Apple sammelt umfassend Daten über seine Nutzer - auch wenn diese das eigentlich deaktiviert haben. Nun haben iPhone -Nutzer aus den USA Klage eingereicht.
/ Moritz Tremmel
5 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Apples App Store sammelt fleißig Nutzerdaten. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Apples App Store sammelt fleißig Nutzerdaten. Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

In einer Sammelklage gegen Apple wird der iPhone-Hersteller beschuldigt, Daten über seine Nutzer zu sammeln, auch wenn eine Datenschutzeinstellung gesetzt wurde, die dies eigentlich nicht vorsieht.

Die Klage wirft Apple vor, durch das Verhalten gegen kalifornische Datenschutzgesetze verstoßen zu haben. Diese orientieren sich an der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Laut dem Onlinemagazin Gizmodo(öffnet im neuen Fenster) verbreitet Apple den Slogan "Privacy. That's iPhone." über Plakatwände in den USA.

"Der Datenschutz ist eines der Hauptthemen, mit denen Apple seine Produkte von der Konkurrenz abhebt," schreibt der Kläger Elliot Libman in der Klageschrift. "Aber die Datenschutzgarantien von Apple sind völlig illusorisch."

Jedes Tippen wird an Apple übertragen

Die Klage folgt auf eine Analyse von Apples App Store durch zwei Forscher. Demnach sammelt der App Store umfassende Informationen über fast alles, was ein Nutzer in der App tut, und sendet die Informationen an Apple. Auch dann, wenn iPhone Analytics in den Einstellungen ausgeschaltet wurde. Dort wird behauptet "die Weitergabe von Device Analytics vollständig zu deaktivieren."

So werden die Aktivitäten, einschließlich worauf die Nutzer in der App tippen, nach welchen Apps sie suchen oder wie lange sie die Seite zu einer App betrachten in Echtzeit gesammelt. Dazu kommen gerätespezifische Informationen wie ID-Nummern, die Art des verwendeten iPhones, die Sprache der Tastatur sowie die Art der Internetverbindungen - also lauter Daten, die zum Fingerprinting und damit zum Wiedererkennen eines Gerätes beziehungsweise eines Nutzers oder einer Nutzerin verwendet werden können.

Das sind allesamt Daten, die nach der oben genannten Datenschutzeinstellung nicht übertragen werden sollten. Die Forscher haben daraufhin auch weitere Apps von Apple analysiert, darunter Apple Music und Apple TV. Demnach sind die Probleme bei den meisten von Apple mit iOS ausgelieferten Apps identisch.

Datenschutz nur mit alternativen Androids

In einer Studie aus dem Jahr 2021 wurden Apps aus den Appstores unter iOS und Android auf Tracking untersucht. Im Ergebnis stellten die Forscher fest, dass die Datenschutzprobleme auf beiden Plattformen ähnlich umfangreich sind.

Wer der Datensammelei entgehen möchte, kann auf Google-freie Android-Systeme wie GrapheneOS , CalyxOS oder LineageOS setzen. Diese enthalten standardmäßig keine Google-Apps, keinen Play Store und damit auch keine Werbe-ID .


Relevante Themen