Abo
  • Services:
Anzeige
Mozilla versetzt Werbewirtschaft in Panik.
Mozilla versetzt Werbewirtschaft in Panik. (Bild: Katrin Morenz/CC BY-SA 2.0)

Werbewirtschaft muss sich mäßigen

So wird heute schon vermehrt die Möglichkeit genutzt, mittels Localstorage Daten im Browser des Nutzers zu speichern und diese in modernen Browsern vorhandene Funktion statt Cookies zu verwenden. Hier müssten also ähnliche Einschränkungen gemacht werden wie bei Cookies. Einige Vorschläge für Browserhersteller finden sich bereits in der HTML-Spezifikation der WhatWG.

Anzeige

Und Localstorage ist nicht die einzige moderne Webtechnik, die sich für Tracking missbrauchen lässt. Auch IndexedDB oder das File-API bedürfen entsprechender Einschränkungen. Selbst damit lassen sich Umwege finden - und sei es nur, dass die Daten in First-Party-Cookies gespeichert und dann an die Drittanbieter weitergereicht werden.

Aber selbst wenn der Browser das Speichern von Daten zu Tracking-Zwecken effektiv unterbinden könnte, lassen sich Browser mittels Fingerprinting recht gut wiedererkennen.

Es geht nur miteinander

Das Netz lebt von seiner großen Vielfalt, es ist nur ein Klick bis zur nächsten Alternative. Die Vielfalt lebt aber von der Werbung, denn sie ermöglicht es, Inhalte für Nutzer kostenlos anzubieten. Für beide Seiten ist es also notwendig, dass der Nutzer die Werbung akzeptiert. Das tut er nur, wenn die Werbung nicht nervt und für den Nutzer eine gewisse Relevanz hat.

Die Realität sieht heute anders aus: Oft werden Webseiten einfach mit Werbung vollgestopft, die Dienste immer neuer Anbieter zusätzlich integriert. Da die Wahrnehmung einzelner Anzeigen und damit auch deren Klickrate sinkt, wenn immer mehr Anzeigen auf einer Seite miteinander konkurrieren, werden von Werbetreibenden immer aggressivere Werbeformen gefordert, die sich über die Inhalte legen oder die Nutzung unterbrechen. Von weniger Werbung dank steigender Relevanz kann da keine Rede sein.

Relevanz ist aber subjektiv und deshalb kann Tracking nützlich sein. Geht man davon aus, dass die Mehrheit der Nutzer nicht auf für sie kostenlose, über Werbung finanzierte Inhalte verzichten will und lieber relevante als irrelevante Werbung und eher weniger als mehr Werbung sehen will, ist das weitgehende Blockieren von Third-Party-Cookies keine sinnvolle Lösung.

Viele der Anbieter setzen auf Masse, denn es bedarf einer gewissen Mindestgröße, um im Markt überhaupt wahrgenommen zu werden. Das bedeutet auch: Je besser eine Targeting-Technik funktioniert, desto mehr Reichweite ist notwendig, damit in den einzelnen Nischen ausreichend viele Nutzer übrig bleiben. Und so werden oft gleich mehrere Targeting-Systeme in Reihe geschaltet, der Werbeaufruf also von einem zum anderen weitergereicht. Sollte einer eine für den Nutzer passende Werbung haben, wird diese angezeigt. Zugleich aber kann jeder Anbieter in der Kette sein Tracking-Cookie platzieren und so das Nutzerprofil schärfen. Für den Nutzer ist das intransparent. Er stellt bestenfalls fest, dass nach dem Aufruf von vier Websites 300 Tracking-Cookies in seinem Browser landen und bekommt das Gefühl, von Hunderten Anbietern heimlich ausspioniert worden zu sein. Will man hier verlorenes Vertrauen zurückgewinnen, muss Tracking maßvoll und transparent eingesetzt werden.

Eine Lösung ist dafür bisher nicht in Sicht. Mozillas Blockieren von Third-Party-Cookies ist hier ebenso wenig bedrohlich wie hilfreich. Auch die Selbstregulierung in Sachen Tracking über Cookies zu regeln statt auf eine Browsereinstellung wie Do-Not-Track zu setzen, wirkt eher wie eine Vermeidungsstrategie. Denn der Weg ist für Nutzer unnötig aufwendig und die Einstellung geht beim Löschen von Cookies auch wieder verloren.

Und während über den Umgang mit Tracking-Cookies weiter diskutiert wird, greifen viele Nutzer zu einer einfachen Lösung: Sie blockieren Werbung komplett und bringen damit ihrerseits die kleinen Unternehmen in Gefahr, die von Werbung leben.

 Und wo liegt jetzt das Problem?

eye home zur Startseite
daazrael 03. Jun 2013

Ich hatte den Adblocker nun wirklich lange aus, aber nun sehe ich täglich mehrmals diese...

Levantiner 13. Mai 2013

Mich stört Web-Werbung ungemein und lenkt mich vom eigentlichen Ziel ab, nämlich einen...

Anonymer Nutzer 13. Mai 2013

das sehe ich auch so, bei unserem Wohnblock gibt es genormte "keine Werbung" Aufkleber...

mnementh 02. Apr 2013

Kapitalismus funktioniert sogar komplett ohne bezahlte Werbung. Werbung hat nichts aber...

mnementh 02. Apr 2013

Wie schon an anderer Stelle geschrieben, halte ich 5 Euro pro Monat für Werbefreiheit...




Anzeige

Stellenmarkt
  1. ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, München
  2. teamix gmbH, Nürnberg, Mainz, München, Bayreuth
  3. BVU Beratergruppe Verkehr + Umwelt GmbH, Freiburg
  4. Daimler AG, Leinfelden-Echterdingen


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 8,99€
  2. 4,99€
  3. (-15%) 25,49€

Folgen Sie uns
       


  1. Konkurrenz zu Amazon Echo

    Hologramm-Barbie soll digitale Assistentin werden

  2. Royal Navy

    Hubschrauber mit USB-Stick sucht Netzwerkanschluss

  3. Class-Action-Lawsuit

    Hunderte Ex-Mitarbeiter verklagen Blackberry

  4. Rivatuner Statistics Server

    Afterburner unterstützt Vulkan und bald die UWP

  5. Onlinewerbung

    Youtube will nervige 30-Sekunden-Spots stoppen

  6. SpaceX

    Trägerrakete Falcon 9 erfolgreich gestartet

  7. Hawkeye

    ZTE bricht Crowdfunding-Kampagne ab

  8. FTTH per NG-PON2

    10 GBit/s für Endnutzer in Neuseeland erfolgreich getestet

  9. Smartphones

    FCC-Chef fordert Aktivierung ungenutzter UKW-Radios

  10. Die Woche im Video

    Die Selbstzerstörungssequenz ist aktiviert



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mobile-Games-Auslese: Schiffbruch auf der Milchstraße für mobile Spieler
Mobile-Games-Auslese
Schiffbruch auf der Milchstraße für mobile Spieler

München: Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
München
Wie Limux unter Ausschluss der Öffentlichkeit zerstört wird
  1. US-Präsident Zuck it, Trump!
  2. Begnadigung Danke, Chelsea Manning!
  3. Glasfaser Nun hängt die Kabel doch endlich auf!

Pure Audio: Blu-ray-Audioformate kommen nicht aus der Nische
Pure Audio
Blu-ray-Audioformate kommen nicht aus der Nische

  1. Re: Und was macht die Boulevardpresse draus?

    Vögelchen | 04:44

  2. Re: "Obi-Wan Kenobi, ihr seid meine letzte Hoffnung!"

    Prinzeumel | 04:38

  3. Re: Und wo liegt nun der Unterschied zu Alexa?

    Prinzeumel | 04:30

  4. Re: Die Entwicklung ist doch abzusehen...

    LinuxMcBook | 04:19

  5. Re: Ich kanns auch nicht mehr hören...

    FattyPatty | 03:18


  1. 14:00

  2. 12:11

  3. 11:29

  4. 11:09

  5. 10:47

  6. 18:28

  7. 14:58

  8. 14:16


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel