Werbewirtschaft muss sich mäßigen

So wird heute schon vermehrt die Möglichkeit genutzt, mittels Localstorage Daten im Browser des Nutzers zu speichern und diese in modernen Browsern vorhandene Funktion statt Cookies zu verwenden. Hier müssten also ähnliche Einschränkungen gemacht werden wie bei Cookies. Einige Vorschläge für Browserhersteller finden sich bereits in der HTML-Spezifikation der WhatWG.

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Und Localstorage ist nicht die einzige moderne Webtechnik, die sich für Tracking missbrauchen lässt. Auch IndexedDB oder das File-API bedürfen entsprechender Einschränkungen. Selbst damit lassen sich Umwege finden - und sei es nur, dass die Daten in First-Party-Cookies gespeichert und dann an die Drittanbieter weitergereicht werden.

Aber selbst wenn der Browser das Speichern von Daten zu Tracking-Zwecken effektiv unterbinden könnte, lassen sich Browser mittels Fingerprinting recht gut wiedererkennen.

Es geht nur miteinander

Das Netz lebt von seiner großen Vielfalt, es ist nur ein Klick bis zur nächsten Alternative. Die Vielfalt lebt aber von der Werbung, denn sie ermöglicht es, Inhalte für Nutzer kostenlos anzubieten. Für beide Seiten ist es also notwendig, dass der Nutzer die Werbung akzeptiert. Das tut er nur, wenn die Werbung nicht nervt und für den Nutzer eine gewisse Relevanz hat.

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Die Realität sieht heute anders aus: Oft werden Webseiten einfach mit Werbung vollgestopft, die Dienste immer neuer Anbieter zusätzlich integriert. Da die Wahrnehmung einzelner Anzeigen und damit auch deren Klickrate sinkt, wenn immer mehr Anzeigen auf einer Seite miteinander konkurrieren, werden von Werbetreibenden immer aggressivere Werbeformen gefordert, die sich über die Inhalte legen oder die Nutzung unterbrechen. Von weniger Werbung dank steigender Relevanz kann da keine Rede sein.

Relevanz ist aber subjektiv und deshalb kann Tracking nützlich sein. Geht man davon aus, dass die Mehrheit der Nutzer nicht auf für sie kostenlose, über Werbung finanzierte Inhalte verzichten will und lieber relevante als irrelevante Werbung und eher weniger als mehr Werbung sehen will, ist das weitgehende Blockieren von Third-Party-Cookies keine sinnvolle Lösung.

Viele der Anbieter setzen auf Masse, denn es bedarf einer gewissen Mindestgröße, um im Markt überhaupt wahrgenommen zu werden. Das bedeutet auch: Je besser eine Targeting-Technik funktioniert, desto mehr Reichweite ist notwendig, damit in den einzelnen Nischen ausreichend viele Nutzer übrig bleiben. Und so werden oft gleich mehrere Targeting-Systeme in Reihe geschaltet, der Werbeaufruf also von einem zum anderen weitergereicht. Sollte einer eine für den Nutzer passende Werbung haben, wird diese angezeigt. Zugleich aber kann jeder Anbieter in der Kette sein Tracking-Cookie platzieren und so das Nutzerprofil schärfen. Für den Nutzer ist das intransparent. Er stellt bestenfalls fest, dass nach dem Aufruf von vier Websites 300 Tracking-Cookies in seinem Browser landen und bekommt das Gefühl, von Hunderten Anbietern heimlich ausspioniert worden zu sein. Will man hier verlorenes Vertrauen zurückgewinnen, muss Tracking maßvoll und transparent eingesetzt werden.

Eine Lösung ist dafür bisher nicht in Sicht. Mozillas Blockieren von Third-Party-Cookies ist hier ebenso wenig bedrohlich wie hilfreich. Auch die Selbstregulierung in Sachen Tracking über Cookies zu regeln statt auf eine Browsereinstellung wie Do-Not-Track zu setzen, wirkt eher wie eine Vermeidungsstrategie. Denn der Weg ist für Nutzer unnötig aufwendig und die Einstellung geht beim Löschen von Cookies auch wieder verloren.

Und während über den Umgang mit Tracking-Cookies weiter diskutiert wird, greifen viele Nutzer zu einer einfachen Lösung: Sie blockieren Werbung komplett und bringen damit ihrerseits die kleinen Unternehmen in Gefahr, die von Werbung leben.

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 Und wo liegt jetzt das Problem?
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daazrael 03. Jun 2013

Ich hatte den Adblocker nun wirklich lange aus, aber nun sehe ich täglich mehrmals diese...

Levantiner 13. Mai 2013

Mich stört Web-Werbung ungemein und lenkt mich vom eigentlichen Ziel ab, nämlich einen...

Anonymer Nutzer 13. Mai 2013

das sehe ich auch so, bei unserem Wohnblock gibt es genormte "keine Werbung" Aufkleber...

mnementh 02. Apr 2013

Kapitalismus funktioniert sogar komplett ohne bezahlte Werbung. Werbung hat nichts aber...



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