Abo
  • Services:
Anzeige
Mozilla versetzt Werbewirtschaft in Panik.
Mozilla versetzt Werbewirtschaft in Panik. (Bild: Katrin Morenz/CC BY-SA 2.0)

Und wo liegt jetzt das Problem?

Verkürzt gesagt bedeutet das für Onlinewerbeanbieter: Tracking, wie es heute gemacht wird, funktioniert demnächst bei einem großen Teil der Webnutzer nicht mehr.

Bei den daraus resultierenden Folgen muss man allerdings differenzieren. So lassen sich nicht mehr wie gewohnt Daten sammeln und Nutzerprofile erstellen, was letztendlich das Ziel der Maßnahme ist. Wer mit Daten von Nutzern handelt, wird es schwerer haben. Zugleich aber wird es auch schwieriger, Nutzern Werbung zu zeigen, die für sie relevant ist, die ihren Interessen entspricht. Und das ist ein Problem für Websites, die sich über Werbung finanzieren, denn die Akzeptanz von Werbung wird nicht steigen, wenn diese für Nutzer an Relevanz verliert.

Anzeige

Im einfachsten Fall bedeutet das: Der Adserver kann sich nicht merken, ob er einem Nutzer eine Werbung schon einmal gezeigt hat und stattdessen eine andere Werbung anzeigen soll. Dazu bedarf es nicht einmal einer Profilbildung über Websites hinweg, aber eines Third-Party-Cookies, da der Adserver in aller Regel von einem Dritten betrieben wird.

Große Anbieter im Vorteil

Mozillas Ansatz hat ein grundlegendes Problem: Er bevorzugt große Anbieter wie Google, Facebook oder Microsoft. Diese könnten ihre Adserver einfach unter ihrer Hauptdomain betreiben, die von vielen Internetnutzern freiwillig besucht wird. Sie wären dann in der Lage, bei einer großen Zahl an Nutzern auch Third-Party-Cookies zu platzieren und deren Verhalten im Web weiterhin zu tracken. Und dabei handelt es sich dann genau um die Anbieter, die ohnehin schon viel über den einzelnen Nutzer wissen. Kleine, auf Werbung spezialisierte Anbieter haben das Nachsehen.

Tracking kann die Relevanz von Werbung verbessern, aber nicht für alle Anbieter in gleichem Maße. Von Tracking profitieren vor allem sehr große Anbieter, die sich an ein breites Massenpublikum wenden. Sie erhalten über Tracking die Möglichkeit, ihre Nutzerschaft nach Interessen zu segmentieren, so dass Werbekunden ihre Zielgruppe besser erreichen können, wofür sie bereit sind, höhere Preise zu zahlen, da die Streuverluste kleiner ausfallen. Für kleinere Anbieter mit klar definierter und dadurch recht homogener Zielgruppe bieten sich, wenn überhaupt, vergleichsweise geringe Vorteile. Im Gegenteil, für sie wird es im Markt dank Tracking sogar schwieriger zu bestehen, da die Konkurrenz größer wird und die erzielbaren Preise aus ihrer Sicht deutlich fallen.

Anti-Tracking-Einstellungen werden untergraben

Ein weiteres Problem ist, dass die Versuche der Werbewirtschaft den Nutzern die Möglichkeit zu geben, das Tracking für einzelne Anbieter zu deaktivieren, mit dem Blockieren von Third-Party-Cookies untergraben werden. Denn die von der Werbewirtschaft dafür eingerichteten Systeme, wie hierzulande meine-cookies.org, nutzen ihrerseits Third-Party-Cookies, um den Opt-Out-Wunsch der Nutzer zu speichern. Das von Mozilla initiierte System Do-Not-Track stößt in der Werbewirtschaft hingegen auf wenig Akzeptanz, auch da Microsoft es im Internet Explorer standardmäßig aktiviert hat und damit gegen den Grundsatz der Freiwilligkeit verstößt.

Das mag auf den ersten Blick unsinnig klingen, schließlich werden ja genau die für Tracking genutzten Cookies blockiert, so dass gar kein Opt-Out mehr benötigt wird. Das ist aber zu kurz gedacht, denn Cookies sind keineswegs das einzige Mittel, um Tracking umzusetzen. So ist davon auszugehen, dass sich die Anbieter den neuen Bedingungen anpassen. Das erhöht aber den Aufwand, da die Systeme mehrere unterschiedliche Techniken unterstützen müssen, um möglichste viele Browser abzudecken. Das kostet Geld und endet im schlimmsten Fall in einer Art Katz-und-Maus-Spiel, was auf allen Seiten unnötig viele Ressourcen verschlingt.

 Tracking: Krieg der CookiesWerbewirtschaft muss sich mäßigen 

eye home zur Startseite
daazrael 03. Jun 2013

Ich hatte den Adblocker nun wirklich lange aus, aber nun sehe ich täglich mehrmals diese...

Levantiner 13. Mai 2013

Mich stört Web-Werbung ungemein und lenkt mich vom eigentlichen Ziel ab, nämlich einen...

Anonymer Nutzer 13. Mai 2013

das sehe ich auch so, bei unserem Wohnblock gibt es genormte "keine Werbung" Aufkleber...

mnementh 02. Apr 2013

Kapitalismus funktioniert sogar komplett ohne bezahlte Werbung. Werbung hat nichts aber...

mnementh 02. Apr 2013

Wie schon an anderer Stelle geschrieben, halte ich 5 Euro pro Monat für Werbefreiheit...




Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Ratbacher GmbH, Karlsruhe
  2. über Ratbacher GmbH, München
  3. KNECHT Kellerbau GmbH über Tauster GmbH, Metzingen
  4. TAMPOPRINT® AG, Korntal-Münchingen


Anzeige
Top-Angebote
  1. 28,99€
  2. 189,00€

Folgen Sie uns
       


  1. Arrow Launcher 3.0

    Microsofts Android-Launcher braucht weniger Energie und RAM

  2. Die Woche im Video

    Angeswitcht, angegriffen, abgeturnt

  3. Hardlight VR Suit

    Vibrations-Weste soll VR-Erlebnis realistischer machen

  4. Autonomes Fahren

    Der Truck lernt beim Fahren

  5. Selektorenaffäre

    BND soll ausländische Journalisten ausspioniert haben

  6. Kursanstieg

    Bitcoin auf neuem Rekordhoch

  7. Google-Steuer

    Widerstand gegen Leistungsschutzrecht auf EU-Ebene

  8. Linux-Kernel

    Torvalds droht mit Nicht-Aufnahme von Treibercode

  9. Airbus A320

    In Flugzeugen wird der Platz selbst für kleine Laptops knapp

  10. Urheberrecht

    Marketplace-Händler wegen Bildern von Amazon bestraft



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Galaxy-A-Serie vs. P8 Lite (2017): Samsungs und Huaweis Kampf um die Mittelklasse
Galaxy-A-Serie vs. P8 Lite (2017)
Samsungs und Huaweis Kampf um die Mittelklasse
  1. Wettbewerbsverstoß Google soll Tizen behindert haben
  2. Strafverfahren De-facto-Chef von Samsung wegen Korruption verhaftet
  3. Samsung Preisliches Niveau der QLED-Fernseher in der Nähe der OLEDs

Fire TV Stick 2 mit Alexa im Hands on: Amazons attraktiver Einstieg in die Streaming-Welt
Fire TV Stick 2 mit Alexa im Hands on
Amazons attraktiver Einstieg in die Streaming-Welt
  1. Fernsehstreaming Fire-TV-App von Waipu TV bietet alle Kanäle kostenlos
  2. Fire TV Amazon bringt Downloader-App wieder zurück
  3. Amazon Downloader-App aus dem Fire-TV-Store entfernt

Intel C2000: Weiter Unklarheit zur Häufung von NAS-Ausfällen
Intel C2000
Weiter Unklarheit zur Häufung von NAS-Ausfällen
  1. Super Bowl Lady Gaga singt unter einer Flagge aus Drohnen
  2. Lake Crest Intels Terminator-Chip mit Terabyte-Bandbreite
  3. Compute Card Intel plant Rechnermodul mit USB Type C

  1. Eine Generation verwöhnter Idioten

    pool | 12:18

  2. Re: warum ist eure hauptseite nicht erreichbar?

    gs (Golem.de) | 12:18

  3. Re: SHA1 Kollision

    Astorek | 12:09

  4. Re: First World Problems

    pool | 12:03

  5. Re: Anscheinend gibt es keine gesetzlichen Vorgaben.

    pool | 11:52


  1. 11:57

  2. 09:02

  3. 18:02

  4. 17:43

  5. 16:49

  6. 16:21

  7. 16:02

  8. 15:00


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel