Abo
  • IT-Karriere:

Tracking: Google trickste Apple aus

Google und einige andere Werbefirmen haben Apples mobilen Browser Safari ausgetrickst, um das Surfen von iPhone-Nutzern mit Cookies zu überwachen. Safari blockiert solche Tracking-Cookies eigentlich.

Artikel veröffentlicht am ,
+1 Button platziert Third-Party-Cookie
+1 Button platziert Third-Party-Cookie (Bild: Google)

Apples Browser Safari unter iOS blockiert eigentlich sogenannte "Third-Party-Cookies", wie sie zum Nutzertracking verwendet werden. Dabei platzieren Dritte, beispielsweise ein Werbeanbieter, dessen Anzeige in eine Webseite eingebettet ist, einen Cookie beim Nutzer, so dass er diesen websiteübergreifend identifizieren kann.

Stellenmarkt
  1. Dr. Fritz Faulhaber GmbH & Co. KG, Schönaich
  2. HRG Hotels GmbH, Berlin

"Eigentlich" heißt in diesem Zusammenhang: Google hat, ebenso wie die Werbeanbieter Vibrant Media, WPP und Pointroll, einen Weg gefunden, dennoch websiteübergreifende Tracking-Cookies zu hinterlegen und dies auch getan, berichtet das Wall Street Journal.

So nutzen sie eine Ausnahme, die Apple zulässt: Interagiert ein Nutzer mit einer Werbung, füllt also beispielsweise ein Formular aus, dann darf auch ein Dritter ein Cookie setzen. Und so wurde ein unsichtbares Formular integriert, um dem Browser diese Interaktion vorzutäuschen und einen Tracking-Cookie zu platzieren. Und ist ein solches Cookie erst einmal platziert, kann Google den Nutzer auf einer Vielzahl von Websites wiedererkennen.

Der Zeitung zufolge platzierten 23 von 100 der größten Websites Googles Tracking-Cookie.

Bei Google steckte der Code demnach im +1-Button, den Google seit geraumer Zeit in einige Anzeigen integriert. Allerdings hat Google das Tracking sofort abgestellt, nachdem das Wall Street Journal das Unternehmen mit seinen Recherchen konfrontierte. Denn Google sicherte Nutzern bislang zu, sie könnten sich auf die Tracking-Sperre von Safari verlassen, ändert diese Darstellung aber in dieser Woche.

Gegenüber dem Wall Street Journal wies Google dennoch die Anschuldigungen zurück: Man habe lediglich eine bekannte Eigenschaft von Safari genutzt, um eingeloggte Nutzer von ihnen aktivierte Funktionen zur Verfügung zu stellen. Dafür spricht auch, dass Googles Cookies nur eine Lebensdauer von 12 bis 24 Stunden hatten. Tracking-Cookies werden üblicherweise länger gespeichert. Dennoch kann dieses Cookie genutzt werden, um ein langlebiges Tracking-Cookie zu setzen, denn wurde erst einmal ein Cookie platziert, erlaubt Safari es auch, weitere zu speichern. Das aber hatte Google nach eigener Aussage nicht vor.

Vibrant Media verteidigte sein Verhalten damit, Safaris Verhalten so zu ändern, dass sich der Browser verhalte wie jeder andere. Die Pointroll-Mutter Gannett sprach von einem begrenzten Test, der allerdings ohne Wissen der Websites ablief, auf denen die Werbung angezeigt wurde. WPP lehnte einen Kommentar ab.

Apple kündigte gegenüber dem Wall Street Journal an, die Tracking-Praxis unterbinden zu wollen. Der von Google und den anderen Werbeanbietern genutzte Trick ist seit mindestens zwei Jahren bekannt und wird Entwicklern unter anderem von Facebook empfohlen.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 229,00€
  2. 44,99€
  3. 3,99€
  4. (-12%) 52,99€

XeniosZeus 18. Feb 2012

Mit Ghostery für keinen der gängigen Browser ein Problem. Auf Optionen nur im Browser...

Junior-Consultant 17. Feb 2012

Nö, wenn deren Businessmodell aufgrund rechtlich legalen Kundenverhaltens nicht...

mackes 17. Feb 2012

Irgendwie habe ich hier ein Verständnisproblem: Google setzt ein Cookie, um angemeldeten...

Rungard 17. Feb 2012

Ich gehe davon aus, dass über 3/4 aller Webseiten, die Werbung schalten, garnicht...

Solano 17. Feb 2012

dont be evil.


Folgen Sie uns
       


Nokia 6.2 und 7.2 - Hands on

Das Nokia 6.2 und das Nokia 7.2 sind zwei Android-Smartphones im Mittelklassesegment. Beide sind Teil des Android-One-Programms und dürften entsprechend schnelle Updates erhalten.

Nokia 6.2 und 7.2 - Hands on Video aufrufen
Apple TV+: Apples Videostreamingdienst ist nicht konkurrenzfähig
Apple TV+
Apples Videostreamingdienst ist nicht konkurrenzfähig

Bei so einem mickrigen Angebot hilft auch ein mickriger Preis nicht: Apples Streamingdienst hat der Konkurrenz von Netflix, Amazon und bald Disney nichts entgegenzusetzen - und das wird sich auf Jahre nicht ändern.
Eine Analyse von Ingo Pakalski

  1. Apple TV+ Disney-Chef tritt aus Apple-Verwaltungsrat zurück
  2. Apple TV+ Apples Streamingangebot kostet 4,99 Euro im Monat
  3. Videostreaming Apple TV+ startet mit fünf Serien für 10 US-Dollar monatlich

TVs, Konsolen und HDMI 2.1: Wann wir mit 8K rechnen können
TVs, Konsolen und HDMI 2.1
Wann wir mit 8K rechnen können

Ifa 2019 Die Ifa 2019 ist bezüglich 8K nüchtern. Wird die hohe Auflösung wie 4K fast eine Dekade lang eine Nische bleiben? Oder bringen kommende Spielekonsolen und Anschlussstandards die Auflösung schneller als gedacht?
Eine Analyse von Oliver Nickel

  1. Kameras und Fernseher Ein 120-Zoll-TV mit 8K reicht Sharp nicht
  2. Sony ZG9 Erste 8K-Fernseher werden bald verkauft
  3. 8K Sharp schließt sich dem Micro-Four-Thirds-System an

Party like it's 1999: Die 510 letzten Tage von Sega
Party like it's 1999
Die 510 letzten Tage von Sega

Golem retro_ Am 9.9.1999 kam in den USA mit der Sega Dreamcast die letzte Spielkonsole der 90er Jahre auf den Markt. Es sollte auch die letzte Spielkonsole von Sega werden. Aber das wusste zu diesem Zeitpunkt noch niemand.
Von Martin Wolf


      •  /