Tracking: Google kündigt Privacy Sandbox für Android an

Das Nutzer-Tracking durch Android-Apps soll schwieriger werden. Google will dabei aber nicht so "unverblümt" vorgehen wie Apple bei iOS.

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Android soll datenschutzfreundlicher werden.
Android soll datenschutzfreundlicher werden. (Bild: Pixabay)

Mit einer sogenannten Privacy Sandbox will Google künftig den Datenschutz beim Smartphone-Betriebssystem Android verbessern. "Diese Lösungen kommen ohne App-übergreifende Identifier aus und beschränken die Weitergabe von Nutzerdaten an Dritte. Außerdem beschäftigen wir uns mit Technologien, mit denen sich die Wahrscheinlichkeit unbemerkter Datenerhebung reduzieren lässt", teilte der Suchmaschinenkonzern am Mittwoch in einem Blogbeitrag mit. Dazu zähle unter anderem "die sicherere Einbindung von Apps in Werbe-SDKs".

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Die Privacy Sandbox für Android knüpft demnach an Initiativen für das Web an und solle die Möglichkeit bieten, "den Datenschutz zu verbessern, ohne dabei den Zugang zu freien Inhalten und Diensten einzuschränken". Google will sich mit der Umsetzung aber einige Jahre Zeit lassen.

Betaversion bis Ende des Jahres

Erste Pläne für ein solches Konzept waren bereits im Juni 2021 vergangenen Jahr bekanntgeworden. Google kündigte in einer E-Mail an die Play-Store-Entwickler am 2. Juni 2021 an, "den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten geben und die Sicherheit und den Datenschutz stärken" zu wollen. Demnach sollen Play-Store-Nutzer die Werbe-ID künftig deaktivieren können.

Erste Details zu dem Konzept hat Google unter www.privacysandbox.com/android/ sowie unter developer.android.com/design-for-safety/ads veröffentlicht. So heißt es zum Thema Werbe-ID: "Ziel ist es, effektive Lösungen zu entwickeln, die keine Kennungen auf Geräteebene benötigen und die Verfolgung auf Benutzerebene über die Apps verschiedener Entwickler hinweg einschränken. Die Entwicklung, Erprobung und Übernahme dieser neuen Technologien wird mindestens zwei Jahre dauern. Android plant vor diesem Zeitpunkt keine wesentlichen Änderungen an bestehenden Funktionen oder Richtlinien im Zusammenhang mit der Werbe-ID und wird im Voraus über mögliche Änderungen rechtzeitig informieren."

Seitenhieb auf Apple

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In einem Seitenhieb auf Apple heißt es dazu in dem Blogbeitrag: "Wir wissen, dass andere Plattformen einen anderen Ansatz für Ads Privacy gewählt haben, beispielsweise dadurch, dass sie vorhandene Tools, die von Entwickler und Werbetreibenden verwendet werden, unverblümt einschränken. Wir sind der Meinung, dass solche Strategien ineffektiv sein können, den Datenschutz beeinträchtigen und zu schlechteren Ergebnissen für Entwickler führen, wenn nicht zuerst eine alternative Technologie angeboten wird."

Google will im Laufe dieses Jahres Vorschauen für Entwickler veröffentlichen. "Eine Betaversion ist bis Jahresende vorgesehen. Außerdem werden regelmäßig Updates zu Designs und Zeitplänen veröffentlicht; zudem besteht die Möglichkeit, sich für weitere Updates anzumelden", heißt es weiter.

Vier Design-Vorschläge

Bislang hat Google vier Design-Vorschläge veröffentlicht. Diese lauten Themen (Topics), Attribution Reporting, SDK Runtime und Fledge for Android. So soll die Themen-API für interessenbezogene Werbung (IBA) verwendet werden. Diese leite "grobe Interessensignale auf dem Gerät basierend auf der App-Nutzung eines Benutzers ab. Diese Signale, Themen genannt, werden mit Werbetreibenden geteilt und unterstützen IBA-Anwendungsfälle, ohne dass einzelne Benutzer über Apps hinweg verfolgt werden müssen."

Die Attribution Reporting API soll hingegen die sogenannte Konversion messen, mit der die Wirksamkeit von Werbemaßnahmen ermittelt wird. Die geplanten Mechanismen sollen die Möglichkeit einschränken, die Benutzeridentität über zwei verschiedene Apps oder Domänen hinweg zu verknüpfen.

Fledge for Android wiederum setzt zwei APIs ein, um unter anderem Werbetreibenden Anzeigen zu ermöglichen, die sich aus der Interaktion von Nutzern mit ihren Apps ergeben. Beispielsweise, um Nutzer daran zu erinnern, einen Kauf noch abzuschließen.

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