Tracing-Technologie: Diskussion um Freiwilligkeit der Corona-App

Viele setzen Hoffnung in eine App, um Coronavirus-Infektionen eindämmen zu können. Damit das funktioniert, braucht es genügend Freiwillige.

Artikel veröffentlicht am , Anna Biselli
Die Hoffnung ist, mit einer Smartphone-App wieder einen Schritt näher Richtung Normalität zu gehen.
Die Hoffnung ist, mit einer Smartphone-App wieder einen Schritt näher Richtung Normalität zu gehen. (Bild: Isengardt/CC-BY 2.0)

Um Corona-Infektionsketten schnell unterbrechen zu können, arbeiten seit einigen Wochen Forschende international an einer Tracing-Technologie. Sie soll mittels Bluetooth ermitteln können, wie nah sich Personen gekommen sind. Stellt sich heraus, dass eine Person infiziert ist, sollen ihre Kontakte schnell und datenschutzfreundlich informiert werden können.

Stellenmarkt
  1. Projektleiter Softwareentwicklung E-Mobilität (m/w/d)
    DRÄXLMAIER Group, Vilsbiburg bei Landshut
  2. Senior Service Manager ServiceNow (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, verschiedene Standorte
Detailsuche

Das kann nur funktionieren, wenn sich genügend Menschen eine entsprechende App auf ihren Smartphones installieren und nutzen. Eine solche App könnte noch in dieser Woche veröffentlicht werden. Das ruft Ängste hervor, dass die Installation einer solchen Anwendung verpflichtend sein könnte. Das hatte unter anderen der Junge-Union-Vorsitzende Tilman Kuban gefordert. Er schlug eine Lösung vor, bei der Nutzer die Anwendung automatisch mit dem nächsten Smartphone installiert bekommen und dann über die aktive Nutzung entscheiden.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht von der SPD widerspricht in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland möglichen Zwangsmodellen.

Die diskutierte App-Lösung sei nur sinnvoll, "wenn Freiwilligkeit herrscht und der Datenschutz gewährleistet ist. Freiwilligkeit ist nämlich Voraussetzung für Akzeptanz. Die ist wiederum erforderlich, damit die App effektiv ist." Wer darüber nachdenke, die App auch für andere Zwecke zu nutzen, mache ein sinnvolles Instrument "von vornherein kaputt" und verletze das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.

56 Prozent der Bevölkerung würden die App installieren

Golem Karrierewelt
  1. ITIL 4® Foundation: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    27./28.06.2022, virtuell
  2. Cloud Competence Center: Strategien, Roadmap, Governance: virtueller Ein-Tages-Workshop
    26.07.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Olaf Scholz hatte in einer Talksendung davon geredet, dass seiner Einschätzung nach "so ziemlich jeder" eine entsprechende App nutzen würde. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für BR24 wären etwa 56 Prozent der Befragten bereit, sich eine Corona-Tracing-App zu installieren. Ein Viertel der Bürger schließt eine Installation jedoch aus.

Die größten Bedenken liegen beim Datenschutz. Etwa 43 Prozent fürchten, nach der Coronakrise mit der App überwacht werden zu können, 40 Prozent sorgen sich darum, dass ihre Daten unerlaubt abgegriffen werden könnten. Für die Umfrage wurden etwa 10.000 volljährige Personen befragt.

Doch wie viele Menschen müssen die App überhaupt nutzen, damit sie ihre Wirkung entfalten kann? Der Virologe Christian Drosten schätzte, dass etwa 60 Prozent der Bevölkerung die App nutzen müssten. Wenn sich dann wiederum 60 Prozent an die Quarantäne-Empfehlungen halten, die eine App im Fall von Kontakt mit einer infizierten Person aussendet, könnten Neuinfektionen wirksam eingedämmt werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


DieTatsaechlich... 16. Apr 2020

Ich identifiziere hier vor allem 2 Gruppen, die sich teilweise überschneiden...

DieTatsaechlich... 14. Apr 2020

Sich jetzt hier auf die Hinterbeinchen zu stellen, weil eine App Deinen Covid-19-Status...

WillsWissen 14. Apr 2020

Wenn "kaum bedenklich" mit "unbedenklich" ersetzt wird, sollte jeder sie einsetzen. Und...

DieTatsaechlich... 14. Apr 2020

Nicht die App sagt Dir, dass Du infiziert bist., Die App klärt Dich nur auf, das Du mit...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Liberty Lifter
US-Militär lässt ein eigenes Ekranoplan entwickeln

In den 1960er Jahren schockten die Sowjets den Westen mit dem Kaspischen Seemonster. Die Darpa will ein eigenes, besseres Bodeneffektfahrzeug bauen.

Liberty Lifter: US-Militär lässt ein eigenes Ekranoplan entwickeln
Artikel
  1. Abo: Spielebranche streitet über Game Pass
    Abo
    Spielebranche streitet über Game Pass

    Nach Kritik von Sony gibt es mehr Stimmen aus der Spielebranche, die Game Pass problematisch finden - aber auch klares Lob für das Abo.

  2. Microsoft: Der Android-App-Store für Windows 11 kommt nach Deutschland
    Microsoft
    Der Android-App-Store für Windows 11 kommt nach Deutschland

    Build 2022 Der Microsoft Store soll noch attraktiver werden. So können Kunden ihre Apps künftig ohne lange Wartezeiten direkt veröffentlichen.

  3. Dev Box: Die schnelle und einfache Entwicklungmaschine aus der Cloud
    Dev Box
    Die schnelle und einfache Entwicklungmaschine aus der Cloud

    Build 2022Das Einrichten einzelner Rechner zur Entwicklung kann viel Aufwand machen. Mit der Dev Box aus der Cloud will Microsoft das vereinfachen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Xbox Series X bestellbar • Samsung SSD 1TB 79€ • LG OLED TV 77" 56% günstiger: 1.099€ • Alternate (u. a. Cooler Master Curved Gaming-Monitor 34" UWQHD 144 Hz 459€) • Sony-Fernseher bis zu 47% günstiger • Cyber Week: Alle Deals freigeschaltet • Samsung schenkt 19% MwSt.[Werbung]
    •  /