Tracing: Oracle will Dtrace mit Linux-Technik neu implementieren

Das ursprünglich von Sun entwickelte Analysewerkzeug Dtrace soll laut dem Willen der Entwickler bei Hersteller Oracle mit aktueller Linux-Technik neu erstellt werden. Als Grundlage dafür soll die Kernel-VM BPF dienen.

Artikel veröffentlicht am ,
Oracle will für Dtrace mit der Linux-Community zusammenarbeiten.
Oracle will für Dtrace mit der Linux-Community zusammenarbeiten. (Bild: Laikolosse/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Schon vor mehr als einem Jahr hat Oracle - für viele überraschend - den Code des Linux-Kernel-Moduls seines Analysewerkzeugs Dtrace unter die GPLv2 gestellt. Bekanntgeworden ist dies einer größeren Öffentlichkeit erst durch den Blogeintrag eines Red-Hat-Entwicklers. Wohl aufbauend auf diesem Lizenzwechsel und der Zuwendung in Richtung Linux-Community kündigt der Oracle-Entwickler Kris Van Hees an, Dtrace auf Grundlage aktueller Linux-Technik zu reimplementieren.

Stellenmarkt
  1. Referent Distributionslogistik/IT (m/w/d)
    BSH Hausgeräte GmbH, Giengen
  2. Technischer Redakteur (m/w/d) Software in der öffentlichen Verwaltung
    Dittrich Software GmbH, Ottobrunn bei München
Detailsuche

Zur Begründung heißt es in der E-Mail: "In den vergangenen Jahren wurde viel an unterschiedlichen Teilen der Tracing-Infrastruktur von Linux gearbeitet und mit der Weiterentwicklung von BPF ist auch eine leistungsfähige Ausführungsumgebung verfügbar geworden. Eine der Schwierigkeiten, die wir bei der Weiterentwicklung von DTrace unter Linux hatten, ist, dass wir die bereits im Kernel vorhandene Funktionalität duplizieren müssen, da diese Funktionalität nicht einfach zu nutzen ist".

Das Dtrace-Team habe im vergangenen Jahr viel darin investiert, dies zu ändern. Es gebe schließlich keinen Grund, das Rad neu zu erfinden. Derzeit verfolgen die Entwickler das Ziel, ihre Dtrace-Implementierung so umzuarbeiten, dass diese modularer und weniger eigenständig werde. Darüber hinaus soll Dtrace seine Stärken in besonders wichtigen Bereichen ausspielen, wie etwa bei der hauseigenen Sprache D oder der Vertrautheit der Nutzer mit den Werkzeugen, gleichzeitig aber auf der existierenden Tracing-Infrastruktur in Linux aufbauen.

Einheitliche Grundlage im Kernel

Oracle selbst sieht dies offenbar als Einstieg in eine engere Community-Arbeit zusammen mit anderen Entwicklern, die an ähnlichen Tracing-Werkzeugen arbeiten. Immerhin greifen alle Beteiligten auf die universelle Kernel-VM BPF zu, die gemeinsam weiterentwickelt werden soll. Der ehemalige Sun- und Oracle-Angestellte Brendan Gregg, der nun bei Netflix arbeitet, hat bereits in der Vergangenheit darauf verwiesen, dass das ursprüngliche Dtrace-Kernel-Modul nicht zu gebrauchen sei, da BPF inzwischen mehr Möglichkeiten bietet.

Golem Akademie
  1. Linux-Systemadministration Grundlagen
    25.-29. Oktober 2021, online
  2. Linux-Systeme absichern und härten
    8.-10. November 2021, online
  3. Python kompakt - Einführung für Softwareentwickler
    28.-29. Oktober 2021, online
Weitere IT-Trainings

Wichtig für Nutzer sei jedoch das Userspace-Frontend von Dtrace, so Gregg. Bereits Anfang dieses Jahres ging der Entwickler davon aus, dass es künftig eine funktionierende Portierung der Dtrace-Anwendung zum Ausführen der sogenannten D-Skripte geben werde, die auf BPF aufbaut. Nach der Ankündigung von Oracle scheint Gregg mit dieser Einschätzung wohl recht zu behalten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Geschäftsethik bei Videospielen
Auf der Suche nach dem Wal

Das Geschäftsmodell von aktuellen Free-to-Play-Games nimmt das Risiko in Kauf, dass Menschen von Spielen abhängig werden. Eigentlich basiert es sogar darauf.
Von Evan Armstrong

Geschäftsethik bei Videospielen: Auf der Suche nach dem Wal
Artikel
  1. Sexismus-Skandal: 20 Angestellte müssen Activision Blizzard verlassen
    Sexismus-Skandal
    20 Angestellte müssen Activision Blizzard verlassen

    In einer offiziellen Stellungnahme erklärt Activision Blizzard, dass im Rahmen der jüngsten Skandale 20 Menschen ihren Posten räumen mussten.

  2. Nintendo Switch: Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien
    Nintendo Switch
    Deutscher Jugendschutz sperrt Dying Light in Australien

    Das frisch für die Switch veröffentlichte Dying Light ist in Europa und in Australien nicht erhältlich - wegen des deutschen Jugendschutzes.

  3. Non-Fungible Animals: Naturschutzorganisation WWF verkauft NFT-Kunst
    Non-Fungible Animals
    Naturschutzorganisation WWF verkauft NFT-Kunst

    Die Naturschutzorganisation WWF will auf vom Aussterben bedrohte Tierarten aufmerksam machen und nutzt dazu den Hype um digitale Blockchain-Kunst.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week Finale: Bis 33% auf Digitus-Monitorhalterungen & bis 36 Prozent auf EVGA-Netzteile • Samsung-Monitore (u. a. 24" FHD 144Hz 169€) • Bosch Professional zu Bestpreisen • Sandisk Ultra 3D 500GB 47,99€ • Google Pixel 6 vorbestellbar ab 649€ + Bose Headphones als Geschenk [Werbung]
    •  /