TPG1000C: Chinesische Mikrowellen-Waffe könnte Starlink treffen
Eine chinesische Forschungsgruppe soll einen Durchbruch bei der Technologie für leistungsstarke Mikrowellen-Waffen(öffnet im neuen Fenster) (HPM: high-powered microwave) erlangt haben. Während in den USA solche Waffen für Drohnenschwärme in kurzer Entfernung eine zerstörende Gefahr sind, könnte die TPG1000C stark genug sein, um Satelliten wie Starlink unbrauchbar zu machen.
Das Nordwestinstitut für Nukleartechnologien (Nint: Northwest Institute of Nuclear Technology) in Xi'an in der Provinz Shaanxi hat die vier Meter lange und fünf Tonnen schwere Waffe entwickelt.
Energiewaffen für die moderne Kriegsführung
Aufgrund ihrer geringen Größe, im Vergleich zu gleichwertigen Energiewaffen, wird die TPG1000C von chinesischen Medien auch als "weltweit erste kompakte Mikrowellenwaffe" bezeichnet. Sie ist kompakt und leicht genug, um auf militärischen Lkws, Schiffen, Flugzeugen oder sogar Satelliten montiert zu werden.
Eine solche Waffe sendet einen Mikrowellenimpuls aus, der innerhalb der effektiven Reichweite elektrische Systeme lahmlegen oder zerstören kann. Das entspricht demselben Effekt wie bei einem elektromagnetischen Impuls (EMP). Damit funktioniert diese Waffentechnologie anders als etwa Laserwaffen, die kleine Löcher mit ihren heißen Laserstrahlen in Drohnen und Raketen brennen.
Höheres Gefahrenrisiko für Starlink durch Flughöhenabsenkung
Bisher galt die Gefahr von Mikrowellen-Waffen für Satelliten als gering. Denn einerseits können sie ihre Impulse nur wenige Sekunden aussenden und andererseits fliegen Satelliten mit einer hohen Geschwindigkeit in einer weit entfernten Umlaufbahn. Bei Starlink ist dies eine ungefähre Höhe von 550 km und eine Geschwindigkeit von etwa 27.500 km/h. Selbst bei einem möglichen Treffer, wobei die Chance hierfür gering ist, wäre ein solcher Satellit dem Impuls vermutlich nicht lang genug ausgesetzt, um dauerhaften Schaden zu erleiden.
Allerdings plant SpaceX seine Starlink-Satelliten künftig in einer niedrigeren Umlaufbahn zu platzieren . Mit der Absenkung auf 480 km möchte das Unternehmen eine bessere Latenz erreichen und zur Kollisionsvermeidung durch Weltraumschrott und andere Raumfahrzeuge beitragen.
Doch durch die niedrigere Flughöhe wären die Starlink-Satelliten anfälliger für den Einsatz von Anti-Satelliten-Waffen und Jamming-Angriffen im Weltraum, bei denen Störsender Signale auf denselben Frequenzen aussenden, wie sie die Satelliten nutzen.
Leistungsstarke Mikrowellen-Waffe aus China
Laut chinesischen Experten würde eine Mikrowellen-Waffe mit 1 GW Leistung ausreichen, um einen Starlink-Satelliten zu beschädigen oder sogar zu zerstören.
Und die chinesische TPG1000C-Waffe soll mit ihren 20 GW deutlich leistungsfähiger sein als andere Energiewaffen dieser Art. Zudem soll sie Impulse nicht nur wenige Sekunden, sondern bis zu einer Minute lang aussenden können – wodurch sie laut dem Forschungsteam 3.000 Impulse abfeuert.
Bei den bisherigen Tests soll die Waffe 200.000 Impulse abgefeuert haben, ohne dabei an Stabilität oder Zuverlässigkeit verloren zu haben. Trotz dieser Informationen bleibt unklar, wie langlebig und erfolgreich diese Mikrowellen-Waffe tatsächlich ist.
Die Ergebnisse wurden vom Forschungsteam in der Fachzeitschrift High Power Laser and Particle Beams(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht, wobei die eigentliche Studie dort nicht zu finden ist. Das ist aber nicht ungewöhnlich, Informationen zu moderner militärischer Technologie u. a. aus China sind schwerer zugänglich als etwa im Westen.
Es bleibt also unklar, ob die TPG1000C darauf ausgelegt ist, Starlink-Satelliten zu beschädigen – schließlich hätte die chinesische Regierung die Veröffentlichung dieser Informationen problemlos verhindern können.
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