Toyota: Funkende Autos sorgen für Abstand
Der japanische Autohersteller Toyota hat weitere Assistenzsysteme für Serienfahrzeuge entwickelt, die durch teilautonomes Fahren den Fahrer entlasten und mehr Sicherheit bringen sollen. Sie sollen Mitte des Jahrzehnts auf den Markt kommen.
Automated Highway Driving Assist(öffnet im neuen Fenster) (AHDA) nennen die Japaner das System. Es besteht aus zwei Komponenten: Lane Trace Control und Cooperative-adaptive Cruise Control. Lane Trace Control besteht aus Kameras, einem Radar sowie einer Steuerungssoftware. Es beeinflusst Einschlagwinkel, Antriebsmoment und Bremskraft und unterstützt dadurch den Fahrer beim Spurhalten und Lenken.
Kooperativer Abstandsregeltempomat
Cooperative-adaptive Cruise Control ist ein Abstandsregeltempomat. Ein solches System erkennt Geschwindigkeit und Abstand des vorausfahrenden Fahrzeugs und bremst beispielsweise ab, um einen angemessenen Sicherheitsabstand einzuhalten. Als Sensoren werden Radar oder Kameras eingesetzt.
Toyota hingegen setzt auf Kommunikation der Autos untereinander: Sie tauschen Daten über Beschleunigung oder Bremsen aus, so dass nachfolgende Fahrzeuge ihre Geschwindigkeit an die vorausfahrenden anpassen können. Die Kommunikation läuft über das 700-Megahertz-Band.
Sicherheit und Treibstoffverbrauch
Das System sorge nicht nur für mehr Sicherheit, erklärt Toyota. Es verhindere unnötiges Beschleunigen und Bremsen, wodurch der Treibstoffverbrauch gesenkt und zudem Staus verhindert würden. Nachteil dürfte sein, dass der kooperative Abstandsregeltempomat nur dann funktioniert, wenn auch die Autos drumherum mit einem vergleichbaren System ausgestattet sind.
Mehr Sicherheit für Fußgänger soll ein verbesserter Notbremsassistent bringen: Das System erkennt, wenn ein Fußgänger auf die Fahrbahn läuft. Es alarmiert den Fahrer und bremst, falls nötig. Die Erweiterung Pedestrian-Avoidance Steer Assist(öffnet im neuen Fenster) lenkt auch: Wenn das System feststellt, dass eine Notbremsung allein eine Kollision nicht verhindert, weicht es zudem noch aus.
Autonomer Mercedes
Sensorik in Serienfahrzeugen – meist der Oberklasse – ist heutzutage nicht unüblich. Der deutsche Hersteller Daimler ist im August mit einer Limousine der S-Klasse autonom von Mannheim nach Pforzheim gefahren. Dazu hatten die Stuttgarter lediglich die Bordsensorik des Fahrzeugs ergänzt. Ziel des Projekts war, mit möglichst seriennaher Technik autonom zu fahren.
Toyota will AHDA beim 20. Intelligent Transport Systems World Congress(öffnet im neuen Fenster) vorstellen. Der Kongress findet vom 14. bis 18. Oktober 2013 in der japanischen Hauptstadt Tokio statt. Zudem will Toyota das System dann auf der Straße testen. Die Systeme sollen Mitte des Jahrzehnts serientauglich sein.
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