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Tourismus gegen Drohnen: Protest gegen Paketkopter der Deutschen Post

DHL will die Zustellung von kleinen Sendungen per Quadcopter vor allem in entlegenen Gebieten testen und hat sich Reit im Winkel in Oberbayern dazu ausgesucht. Das stößt vor Ort auf Widerstand. Die Tourismusbranche will den Drohnenlandeplatz nicht.
/ Andreas Donath
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DHL Paketkopter 2.0 auf Juist (Bild: Nikolai Wolff, Fotoetage/DHL)
DHL Paketkopter 2.0 auf Juist Bild: Nikolai Wolff, Fotoetage/DHL

Die Paketdrohnen der Deutsche-Post-Tochter DHL sollen da getestet werden, wo sie später sinnvoll eingesetzt werden könnten: auf Inseln und in abgelegenen Bergregionen. Als Erprobungsgebiet hat sich DHL Reit im Winkel ausgesucht. Dort regt sich laut einem Bericht des Traunsteiner Tagblatts(öffnet im neuen Fenster) jedoch Widerstand gegen die Paket- und Landestation, die mit dem Quadcopter bedient werden soll.

Paketkopter fliegt autonom nach Juist - Microdrones
Paketkopter fliegt autonom nach Juist - Microdrones (01:47)

Die Betreiber von Hotels und Restaurants haben sich an die örtliche Verwaltung und die Zeitung mit Protestschreiben gewandt, weil die Packstation auf einer Fläche gebaut werden soll, die bisher landwirtschaftlich genutzt wird. Diese Flächen sollten eigentlich nur für touristische Belange genutzt werden, wurde den besorgten Tourismusunternehmen zugesagt. Ein Drohnenlandeplatz dürfte kaum touristischen, sondern eher wirtschaftlichen Wert haben, zumal in der Nähe ein Winterwanderweg und Loipen liegen.

Die Packstation solle dort nur vorübergehend entstehen, heißt es in dem Bericht. DHL wolle nur ein Forschungsprojekt betreiben, wofür alle Genehmigungen eingeholt worden seien, zitiert das Traunsteiner Tagblatt einen Unternehmenssprecher.

Die Deutsche Post hatte im Herbst 2014 in einem Pilotversuch eine Apotheke auf der Nordseeinsel Juist per Drohnenflug mit Nachschub versorgt. Das von vier Rotoren angetriebene unbemannte Fluggerät (Unmanned Aerial Vehicle, UAV) konnte damals etwa 90 Minuten in der Luft bleiben und 1,2 kg Last tragen. Es legte die Strecke von zwölf Kilometern vom Festland zur Insel autonom zurück, wurde aber ständig von einer Bodenkontrolle überwacht und hätte notfalls manuell gesteuert werden können.

Ende 2013 brachte eine DHL-Drohne eine Lieferung mit Arzneimitteln über den Rhein in die Postzentrale .


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