Tourismus: Daimler baut Ladenetz für Reisebusse auf

Mit dem Aufbau eines eigenen Ladenetzes will Daimler den Einsatz von Elektrobussen erweitern. "Im Fokus stehen hochfrequentierte touristische Standorte in Europa – etwa Busparkplätze bei Freizeitparks oder in Städten" , teilte Daimler Buses am 1. Oktober 2025 mit(öffnet im neuen Fenster) . In einem Pilotprojekt sollen vier Schnellladesäulen mit bis zu 400 kW Ladeleistung in der Nähe der Kölner Innenstadt entstehen.
Hintergrund der Entscheidung ist die Vorstellung des ersten serienmäßigen elektrischen Überlandbusses von Daimler. Der Mercedes-Benz eIntouro(öffnet im neuen Fenster) , der für Überlandlinien und kurze Reisen konzipiert ist, soll am 3. Oktober 2025 auf der Branchenmesse Busworld 2025 in Brüssel präsentiert werden. Das Fahrzeug ist demnach mit einer oder zwei Lithium-Eisenphosphat-Batterien (LFP) mit jeweils 207 kWh ausgestattet und kann eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern erzielen. Die ermittelte Reichweite entspricht jedoch keinem offiziellen Prüfzyklus. Die maximale Ladeleistung beträgt 400 kW.
Bislang sind Elektrobusse vor allem im Nahverkehr im Einsatz. Vor wenigen Tagen stellte der schwedische Hersteller Volvo Buses ebenfalls eine Plattform für Reisebusse vor . Diese soll mit einer Akkukapazität von bis zu 720 Kilowattstunden (kWh) Reichweiten von bis zu 700 km ermöglichen.
Erste Reisebusse bis Ende des Jahrzehnts
Daimler Buses plant erst bis Ende des Jahrzehnts batterieelektrisch angetriebene Reisebusse für sein Portfolio. Brennstoffzellen-Reisebusse sollen dann in einem weiteren Schritt in Serie gehen.
Mit einer maximalen Ladeleistung von 400 kW dauert das Laden des eIntouro laut Daimler maximal 90 Minuten. Für einen Zwischenstopp an einer Autobahnraststätte ist das jedoch zu lange. Zudem sind die üblichen Ladestationen für Pkw und nicht für Busse ausgelegt.
Till Oberwörder, Chef von Daimler Buses, sagte daher: "Die Zukunft des Busses ist elektrisch. Der Aufbau der notwendigen öffentlichen Ladeinfrastruktur dauert jedoch zu lange." Daher wolle das Unternehmen mit dem Aufbau der eigenen Ladestationen "einen wichtigen Impuls geben" .
Planung, Bau, Betrieb und Wartung der Ladesäulen übernimmt die Firmentochter Daimler Buses Solutions. Das Unternehmen finanziere die Ladesäulen sowie den Betrieb selbst. Die Refinanzierung erfolge über den Verkauf des Stroms.



