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Tour One M2 im Test: JBLs Sony-Herausforderer hat ein paar Schwächen zu viel

Der neue Oberklasse-Kopfhörer von JBL hat einige Komfortfunktionen von Sony . Das genügt nicht, um das Spitzenfeld bei ANC-Produkten zu erreichen.
/ Ingo Pakalski
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JBL Tour One M2 im Test (Bild: Nina Völkel/Golem.de)
JBL Tour One M2 im Test Bild: Nina Völkel/Golem.de

Der Tour One M2 ist der neue Oberklasse-Kopfhörer von JBL. Was ihn besonders macht: Technisch ist er ähnlich gut ausgestattet wie Sonys Spitzenmodell WH-1000XM5, aber preiswerter. Zum Beispiel bietet der JBL-Kopfhörer einen Transparenzmodus, der sich quasi auf Zuruf aktivieren lässt.

Die WH-1000XM5 von Sony sind für uns derzeit klar die besten ANC-Kopfhörer am Markt, sie liefern Spitzenleistungen in allen wichtigen Bereichen und bieten viele Komfortfunktionen. Außerdem ist Boses Noise Cancelling Headphones 700 (g+) beim Test dabei, der das Sony-Modell in wenigen Disziplinen übertrifft. In unserem Test zeigte die JBL-Konkurrenz einige Schwächen, mit denen sich manche Kunden womöglich arrangieren können.

Ein Vorteil des Tour One M2 gegenüber dem WH-1000XM5 ist, dass er einen Faltmechanismus hat, sich also für Reisen platzsparend zusammenfalten lässt. Wie bei der Sony-Konkurrenz wird eine robuste Transporttasche mitgeliefert. Die mitgelieferten Kabel lassen sich in einem passenden Fach sicher und bequem verstauen.

Tour One M2 mit gelungener Transporttasche

Besonders gut durchdacht: Die Tasche hat eine Trageschlaufe mit einem Druckknopf, der ebenfalls einen belastbaren Eindruck macht. Wir können die Tasche außen an einem Rucksack befestigen. Kopfhörertaschen anderer Hersteller haben oft auch eine Schlaufe, aber der praktische Druckknopf fehlt meist.

Ebenfalls vorbildlich ist das mitgelieferte Zubehör. Neben einem USB-C-Ladekabel gibt es ein Klinkenkabel sowie ein Doppelklinkenadapter für die Nutzung von In-Flight-Entertainment-Systemen. Das Klinkenkabel hat eine 3,5-mm-Buchse sowie auf der anderen Seite eine 2,5-mm-Buchse, die in den Kopfhörer passt. Mit dem Kabel lässt sich ohne Bluetooth Musik hören. Im Kabelbetrieb sind alle Tasten zur Musik- oder Lautstärkesteuerung funktionslos, das ist lästig.

Der JBL-Kopfhörer sitzt angenehm auf den Ohren, auch wenn man ihn länger trägt – das gilt auch für Brillenträger. Im direkten Vergleich fühlen wir uns allerdings unter dem WH-1000XM5 wohler und finden das Tragegefühl als Brillenträger angenehmer. Die Polster der JBL-Kopfhörer sind mit Kunstleder überzogen, so dass sich darunter nach einiger Zeit ein Schweißfilm bildet.

Steuerung des Tour One M2 mit Schwächen

Auf der linken Hörmuschelseite befindet sich die USB-C-Buchse sowie die Taste zur Steuerung der ANC-Funktion, wobei standardmäßig praktischerweise direkt zwischen ANC-Betrieb und Transparenzmodus gewechselt wird. Auf der rechten Seite ist die 2,5-mm-Klinkenbuchse und es gibt einen Schiebeschalter sowie zwei Lautstärketasten. Der Schiebeschalter dient zum Ein- und Ausschalten des Kopfhörers sowie zum Koppeln mit neuen Geräten.

Die Musik- und Anrufsteuerung erfolgt über ein Sensorfeld auf der Außenseite der rechten Hörmuschel. JBL hat den Fehler gemacht, dass bereits ein einfaches Tippen die Musik anhält oder fortsetzt. Das führt dazu, dass immer wieder ungewollt die Musik gestartet wird, weil wir beim Absetzen oder Zurechtrücken der Kopfhörer versehentlich die Sensorfläche berühren. Die praktische kurzzeitige Aktivierung des Transparenzmodus durch Handauflegen wie bei der Sony-Konkurrenz kennt das JBL-Produkt nicht. Die Sensorfläche lässt sich mit normalen Handschuhen nicht bedienen. In der kalten Jahreszeit ist die Steuerung also mitunter eingeschränkt.

Beim Titelsprung finden wir die nicht änderbare Tastenbelegung wenig intuitiv – an den Komfort der Sony-Konkurrenz kommt JBL hier nicht heran. Statt der Sony-Wischbewegung müssen wir beim JBL-Modell mehrfach tippen. Dafür punktet JBL mit einer Mikrofonsteuerung am Kopfhörer, die beim Sony-Modell fehlt. Die Lautstärketasten am Tour One M2 dürften für unseren Geschmack besser erfühlbar sein.

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Trageerkennung des Tour One M2 funktioniert

JBL hat in den Tour One M2 einen Tragesensor integriert, der erkennt, sobald der Kopfhörer abgenommen wird. Die Musik wird dann angehalten – und setzt erneut ein, wenn er wieder getragen wird. Das funktioniert gut und, anders als bei den Tour Pro 2 von JBL, sowohl mit Android als auch mit iOS.

Der Tragesensor ändert leider nichts daran, dass das Sensorfeld aktiv bleibt, wenn der Kopfhörer abgenommen wird. Es gibt also nur eine Möglichkeit, ungewollte Befehle zu verhindern: das Sensorfeld dauerhaft deaktivieren und dann Komforteinbußen bei der Steuerung in Kauf nehmen.

Der Klang des Tour One M2 gefällt uns gut.

JBLs Tour One M2 klingt toll

Der Tour One M2 klingt lebendig, bietet ein dynamisches Klangbild und hat eine gute Räumlichkeit. Es gibt ein solides und intensives Bassfundament, klare Höhen und einen kräftigen Mittenbereich. Das Klangbild ist angenehm warm und Gesang ist immer gut zu verstehen. Es macht Freude, damit Musik zu hören. Beim Klangvergleich mit Sonys WH-1000XM5 zeigen sich nur in Nuancen Unterschiede.

Der Tour One M2 nutzt ANC-Technik. Dabei werden die Außengeräusche mit Mikrofonen analysiert und der Kopfhörer spielt passend dazu einen Gegenschall ab, so dass die Geräusche im Idealfall komplett verschwinden. Systembedingt arbeiten ANC-Systeme vor allem bei niedrigen Frequenzen besonders gut, etwa beim Brummen in einem Flugzeug, wofür die Technik zuerst eingesetzt wurde. Fahrgeräusche in Zügen, Autos oder Bussen sowie Verkehrs- oder Baustellenlärm lassen sich ebenfalls reduzieren.

Wir haben den Tour One M2 all diesen Schallquellen ausgesetzt, ohne mit dem Kopfhörer Musik zu hören. Wir wollten ermitteln, wie laut Störgeräusche noch wahrzunehmen sind. JBL erreicht in dieser Disziplin eine gute Leistung, schafft aber weniger Stille als die Sony-Konkurrenz. Vor allem in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Baustellen wird der Abstand größer, JBL ist hier noch deutlicher unterlegen. Auch die Bose-Konkurrenz liegt bei der ANC-Leistung vor dem JBL-Kopfhörer.

Gute ANC-Leistung ohne Windempfindlichkeit

Dennoch gehört die ANC-Leistung der Tour One M2 zum Spitzenfeld. Mühelos werden Umgebungsgeräusche so stark verringert, dass wir die Lautstärke nicht erhöhen müssen, auch, wenn wir von viel Krach umgeben sind. Dazu trägt die gute passive Isolierung bei, die bei uns allerdings zu einem lästigen Problem führte.

Es kam aufgrund der starken Abdichtung zu Schritthall, wie wir es bei ANC-Kopfhörern nur sehr selten erleben. Beim Laufen ist jedes Auftreten als dumpfes Geräusch zu hören; das mindert den Musikgenuss entsprechend. Durch die Abschaltung von ANC verringert sich der Schritthall zwar, ist aber weiterhin vorhanden.

Das ist sehr schade, denn ansonsten ist die ANC-Leistung sehr gut, weil die Technik rauschfrei agiert, den Klang nicht verändert und dabei nicht windempfindlich ist. Vor allem die Windempfindlichkeit ist bei vielen ANC-Produkten ein lästiges Ärgernis – nicht aber bei JBL. Und das gilt sogar für den Transparenzbetrieb. Das ist quasi eine umgekehrte ANC-Technik, um die Umgebung wahrnehmen zu können.

JBL-Kopfhörer hat zwei Transparenzmodi

JBL hat sich ähnlich wie bei den kürzlich getesteten Bluetooth-Hörstöpseln Tour Pro 2 auch beim ANC-Kopfhörer dafür entschieden, zwei Transparenzmodi anzubieten. Einer davon ist speziell für Unterhaltungen gedacht und nennt sich Talk Thru.

Die Transparenzmodi haben beim Kopfhörer die gleichen Nachteile wie bei den Stöpseln. Bei den Kopfhörern wirkt es sich allerdings noch stärker negativ aus. Denn beide Modi klingen in der Standardeinstellung viel zu unnatürlich, weil Umgebungsgeräusche zu stark mit verstärkt werden.

Den normalen Transparenzmodus können wir immerhin anpassen und beim Tour One M2 erhalten wir mit einem Drittel der Leistung halbwegs vernünftige Ergebnisse. Dann rauscht es auch nicht so laut. Dennoch bleibt der JBL-Kopfhörer beim Transparenzbetrieb unterhalb der Natürlichkeit, die Sony beim WH-1000XM5 hinbekommt. Ganz weit weg sind die JBL-Kopfhörer von der Bose-Konkurrenz – den Bose-Kopfhörer können wir abnehmen und hören keinerlei Unterschied – die Umgebungsgeräusche werden unverfälscht in den Kopfhörer geleitet.

Talk Thru können wir so gar nicht gebrauchen

Ein noch viel schlechteres Ergebnis liefert der Talk-Thru-Modus, den wir nicht anpassen können. Ein Beispiel: Im Talk-Thru-Modus werden selbst eigentlich leise Tastaturgeräusche so stark verstärkt, dass wir diese viel, viel lauter wahrnehmen. Das gilt auch bei vielen anderen Geräuschquellen. Als wäre das nicht schon schlimm genug, rauscht es im Talk-Thru-Betrieb unangenehm laut.

Es ist nicht das Einzige, was rund um den Transparenzmodus missglückt ist: Im normalen Transparenzmodus wird weder die Musik angehalten noch leiser gemacht. Nur im viel schlechteren Talk-Thru-Betrieb wird die Musik leiser -bei uns so leise, dass sie kaum mehr hörbar ist. Da wäre es viel konsequenter, die Musik gleich anzuhalten. Und dann kommt ein weiterer peinlicher Fehler dazu: Die Musik bleibt auch leise, wenn die Wiedergabe erst startet, nachdem der Talk-Thru-Betrieb aktiviert wurde. Es ist also unmöglich, in diesem Modus Musik zu hören.

Immerhin hat JBL daran gedacht, dass wir den Talk-Thru-Modus gesondert vom übrigen Transparenzmodus direkt am Kopfhörer aktivieren können. Das ist aber schlussendlich vergebliche Liebesmüh. Es wäre sinnvoller, JBL würde einen ordentlichen Transparenzmodus integrieren, anstatt zwei, die beide nicht überzeugen.

Transparenzmodus auf Zuruf aktivieren

Der Tour One M2 kann den Transparenzmodus auf Zuruf aktivieren, das nennt sich Smart Talk. Smart Talk nutzt allerdings ausschließlich den schlechteren Transparenzmodus Talk Thru. Sobald wir sprechen, wird Talk Thru eingeschaltet und deaktiviert sich nach einer voreingestellten Zeitspanne wieder. Leider ist die Aktivierung etwas überempfindlich und Talk Thru aktiviert sich unter Umständen bereits, wenn nur etwas lauter geatmet wird. Das bekommt Sony eindeutig besser hin.

Bei der Sprachaktivierung gibt es die üblichen Funktionen von Talk Thru, die Lautstärke wird also so stark verringert, dass wir nichts mehr hören. Hier verschenkt JBL viel Potenzial. An sich könnte die Funktion nützlich sein, aber so wollen wir sie nicht verwenden.

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Silent-Now-Funktion ist von begrenztem Nutzen

Wie bei den Tour Pro 2 gibt es auch beim Tour One M2 die Funktion Silent Now. Aufgrund einer zu geringen ANC-Leistung der JBL-Stöpsel konnten wir damit nicht viel anfangen. Beim JBL-Kopfhörer ist die Funktion aufgrund der im Vergleich zu den Stöpseln deutlich höheren ANC-Leistung prinzipiell sinnvoll nutzbar.

Allerdings ist es auch keine besonders wichtige Funktion: Silent Now schaltet für eine voreinstellbare Zeit die Bluetooth-Einheit des Kopfhörers ab, aktiviert den ANC und kann bei Bedarf am Ende des Zeitraums einen Weckton abspielen. Der Modus ist für den Fall gedacht, dass jemand vor allem Stille haben möchte, um etwa auf Reisen ein Nickerchen zu machen.

Prinzipiell ist das alles auch mit jedem anderen ANC-Produkt möglich, nur dass dann immer eine Bluetooth-Verbindung bestehen muss. Großen zusätzlichen Nutzen bietet Silent Now also nicht. Dabei gilt es zu bedenken, dass große ANC-Kopfhörer aufgrund der Bauform eher ungeeignet sind, damit ein Nickerchen zu machen. Mit den passenden Bluetooth-Hörstöpseln von Bose gelingt das deutlich besser (g+) .

Bei der Telefonie gehört der Tour One M2 bei der Sprachqualität zum Spitzenfeld.

Gute Sprachqualität bei Telefonaten auch in lauteren Umgebungen

Der Tour One M2 liefert eine gute Sprachqualität und kann vor allem draußen sehr wirksam Umgebungsgeräusche für die andere Seite unterdrücken. Wenn wir beim Telefonieren auf einem Bürgersteig laufen und ein Auto an uns vorbei fährt, hört die andere Seite davon nichts. Auch Windgeräusche sind kein Problem – auch nicht für die andere Seite. Gerade draußen schneiden viele andere Kopfhörer bei der Sprachqualität deutlich schlechter ab.

Allerdings hat die JBL-Technik Grenzen: Zu laut dürfen das Auto und die Geräuschkulisse um uns herum nicht sein. Wenn wir an einer lauten Baustelle telefonieren, hört die andere Seite von dem Lärm nichts. Allerdings sind wir auf der anderen Seite dann nur noch abgehackt zu hören, kein Wort wird mehr sauber übertragen und das Gesprochene ist überhaupt nicht zu verstehen. Auch bei einer viel befahrenen Straße kann das passieren.

Hier schlagen Sony und Bose den JBL-Kopfhörer überdeutlich. Beide liefern bei Telefonaten eine Geräuschunterdrückung, die es erlaubt, dass wir sogar vor einer lauten Baustelle telefonieren können, ohne dass der Gesprächspartner das hört. Wir bleiben die ganze Zeit klar verständlich.

So ist der Tour One M2 drinnen

In Innenräumen verhalten sich die JBL-Kopfhörer etwas ähnlich wie draußen. So lange die Umgebung nicht zu laut ist, gibt es eine gute Sprachqualität; die Umgebungsgeräusche sind dabei leise im Hintergrund zu hören. Dabei kommt der Tour One M2 nicht an die vorbildliche Telefonieleistung der Sony- und Bose-Konkurrenz heran, die Umgebungsgeräusche für die andere Seite drinnen besser ausblenden.

Vorbildlicherweise gehört JBL zu den wenigen Herstellern, die an eine Mikrofonsteuerung am Kopfhörer gedacht haben. Wir können also das Mikrofon während eines Telefonats an- oder abschalten. Sony und Bose lassen das vermissen. Wenn Ansagen beim Tour One M2 aktiviert sind, wird die Mikrofonumschaltung angesagt. Bei Telefonkonferenzen kann das störend sein. Sind die Ansagen abgeschaltet, gibt es einen Signalton, der beim Ein- und Abschalten identisch klingt. Das macht es unnötig schwer, den aktuellen Zustand zu erkennen.

Unterstützung für Bluetooth-Multipoint

Bei der Nutzung der Bluetooth-Multipoint-Technik geht JBL anders vor. Sofern Ansagen aktiviert sind, gibt es einen gesprochenen Hinweis, dass ein neues Gerät mit dem Kopfhörer verbunden ist. Das gilt aber nur, wenn wir nicht in einem Telefonat sind. Während eines Gesprächs, werden die Ansagen zu Geräteverbindungen praktischerweise automatisch unterdrückt.

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Mittels Bluetooth-Multipoint lassen sich bis zu zwei Geräte parallel mit dem Kopfhörer verbinden, um einen nahtlosen Gerätewechsel zu erzielen. Anders als etwa bei der Sony-Konkurrenz erlaubt JBL keine Abschaltung von Bluetooth-Multipoint. Bei der Nutzung der JBL-App gibt es die gleichen Beschränkungen wie bei den Tour Pro 2: Wenn die JBL-App auf einem verbundenen Gerät geöffnet ist, lässt sie sich auf einem weiteren Gerät nicht ebenfalls öffnen, ohne dass es dazu einen Hinweis gibt.

Der Tour One M2 bietet Bluetooth 5.3 und decken die Codecs SBC und AAC ab. LDAC-Unterstützung wie beim WH-1000XM5 gibt es nicht.

Mit der JBL-App können wir viel am Tour One M2 einstellen.

JBL-App für Tour One M2 mit einem Nachteil

Für den Tour One M2 gibt es eine App für Android und iOS, die weder Standortdaten noch ein Benutzerkonto benötigt. Sie startet zügig, reagiert schnell, ist gut strukturiert und bietet viele Einstellungen. Es gibt mehrere Möglichkeiten, den Klang bei Bedarf anzupassen. Zudem sind Einstellungen für Spatial Audio vorhanden, um ein räumlicheres Klangerlebnis etwa bei Filmen oder Musik zu erhalten, wenn diese entsprechend dafür aufbereitet sind.

Die Trageerkennung lässt sich an- oder abschalten und wir können als Besonderheit in dieser Gerätegattung eine Begrenzung der maximalen Lautstärke festlegen. Zudem lässt sich ein Mithörton bei Telefonaten aktivieren, die ANC-Taste kann minimal anders konfiguriert werden und eine automatische Abschaltung lässt sich einstellen.

Bei Smart Talk können wir festlegen, wann sich der Transparenzmodus ausschaltet. Anders als bei Sony lässt sich Abschaltung nicht umgehen. Ferner lässt sich die Ansagesprache ändern oder ganz deaktivieren und Updates lassen sich darüber installieren. Updates einer neuen Firmware werden flott installiert, nach unter fünf Minuten ist der Kopfhörer aktualsiert. Andere Hersteller sind hier langsamer. Bei den JBL-Stöpseln Tour Pro 2 kann zusätzlich die Links-Rechts-Balance eingestellt werden, das fehlt beim großen Kopfhörer.

Akkustand nicht einstellig

Weniger gut gelöst finden wir die Anzeige des Akkustands in der App, der nur in Zehnerschritten unterteilt ist. Bei einer Akkulaufzeit von 30 Stunden stehen die Zehnerschritte für eine Laufzeit von etwa drei Stunden. Die Genauigkeit leidet entsprechend, wenn man abschätzen will, wie lange die Kopfhörer noch nutzbar sind.

In unserem Test passierte es immer wieder, dass sich die App einfach neu mit dem Kopfhörer verbunden hat. Das war besonders dann unpraktisch, wenn wir gerade eine Einstellung ändern wollten. Es kam auch vor, dass die Verbindung zum Kopfhörer verloren ging, ohne dass dies in der App ersichtlich gewesen wäre.

Wir haben dann Einstellungen in der App vorgenommen, die nicht vom Kopfhörer übernommen wurden. Auch das ist ungemein lästig. So hatten wir Silent Now in der App aktiviert, ohne dass der Befehl an den Kopfhörer gesendet wurde. Bei der Aktivierung von Silent Now gibt es eine Ansage, so dass es hilfreich ist, auf die Ansage zu achten. Noch besser wäre es allerdings, JBL würde diese Probleme schleunigst beheben und die Zuverlässigkeit verbessern.

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Tour One M2 bietet eine lange Akkulaufzeit

JBL nennt für den Tour One M2 bei aktiviertem ANC eine Akkulaufzeit von 30 Stunden und damit rangiert das Produkt im oberen Mittelfeld – derzeit sind 20 bis 30 Stunden bei ANC-Kopfhörern üblich, einige wenige halten aber auch locker doppelt so lange durch. Die USB-C-Buchse am Tour One M2 wird zum Laden des integrierten Akkus verwendet. Erfreulicherweise kann der JBL-Kopfhörer während des Ladens weiter verwendet werden. Das ist etwa bei der Sony-Konkurrenz nicht möglich.

JBL Tour One M2: Verfügbarkeit und Fazit

JBL bietet die Tour One M2(öffnet im neuen Fenster) in Schwarz zum Preis von 271 Euro an. Die Variante in Champagne kostet 280 Euro. Derzeit gibt es die JBL-Kopfhörer im Handel für etwa 260 Euro. Zum Vergleich: Sonys WH-1000XM5(öffnet im neuen Fenster) kostet regulär 420 Euro und ist im Handel für 330 Euro zu bekommen.

Fazit

Mit dem Tour One M2 ist JBL ein guter ANC-Kopfhörer gelungen. Er klingt toll, sitzt angenehm, hat eine ausreichend hohe rauschfreie ANC-Leistung, ohne dabei windempfindlich zu sein. Auch im Transparenzbetrieb ist der Kopfhörer nicht windempfindlich – ein großer Pluspunkt. Der JBL-Kopfhörer beherrscht Bluetooth-Multipoint und lässt sich platzsparend zusammenfalten und in der durchdachten Tasche ablegen.

Die Sprachqualität bei Telefonaten auch in etwas lauterer Umgebung ist vorbildlich – vorbeifahrende Autos sind für den Anrufer überhaupt nicht zu hören. Ganz perfekt ist die Geräuschreduzierung bei Anrufen allerdings nicht, denn es darf um uns herum nicht zu laut werden. Hier kommt JBL also nicht an die Sprachqualität der Sony- und Bose-Konkurrenz heran. Dafür denkt JBL im Unterschied zu Sony und Bose an eine Mikrofonbedienung am Kopfhörer.

Angenehm ist die Lautstärkeregelung mit Tasten. Dafür sind wir von der Sensorsteuerung nicht überzeugt. Es ist ein grober Fehler, Befehle auf ein einzelnes Antippen zu legen. Zudem ist die Steuerung zum Titelsprung wenig intuitiv und die Konkurrenz JBL ein paar Schritte voraus. Im Kabelbetrieb lässt sich nicht einmal die Lautstärke justieren, das ist ärgerlich.

Von Sony übernimmt JBL die Aktivierung des Transparenzmodus auf Zuruf. Das funktioniert ganz gut, aktiviert sich allerdings gerne mal ungewollt. Das Hauptproblem ist aber die unzureichende Qualität des verwendeten Transparenzmodus. Es macht damit keine Freude, die Funktion zu nutzen.

Leider gehört der Tour One M2 zu den wenigen ANC-Kopfhörern, die bei uns zu Schritthall führen. Das mindert den Musikgenuss beim Laufen entsprechend. Das ist besonders schade, weil der Kopfhörer ansonsten besonders gut für den Außeneinsatz geeignet ist.

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Seit unserem Test der Bluetooth-Hörstöpsel Tour Pro 2 von JBL wurden die Probleme im Zusammenspiel mit der JBL-App nicht behoben. Weiterhin agiert die App zu unzuverlässig. Für sich genommen ist der Tour One M2 ein guter ANC-Kopfhörer, der aber zu viele Schwächen hat, um gegen die Konkurrenz bestehen zu können.

Wer etwas mehr zahlt und die WH-1000XM5 von Sony nimmt, bekommt eindeutig den besseren ANC-Kopfhörer. Der WH-1000XM5 liefert eine höhere ANC-Leistung, sitzt angenehmer, schneidet bei der Sprachqualität in Telefonaten besser ab und hat eine deutlich angenehmere Steuerung. Zudem ist der Transparenzmodus nicht so unnatürlich und die Nutzung allgemein viel besser umgesetzt.

Ingo Pakalski hat in den vergangenen sechs Jahren schon viele Dutzend Kopfhörer pro Jahr getestet – ob In-Ears, Over-Ears oder Open-Ears. Nur sehr selten stößt er dabei auf Geräte, die er guten Gewissens empfehlen kann.


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